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DOSS 2016 – Abstracts

Angewandte Unterrichtsforschung: Analyse von Interaktionen als Medium zur Qualifizierung von Lehrpersonen

Matthias Herrle

Stichwörter: Interaktion, Unterricht, Videoanalyse

Abstract:

Der hier projektierte Beitrag skizziert Varianten, in denen die wissenschaftliche Analyse authentischer, videobasierter Mitschnitte vom Unterrichtsgeschehen als Medium zur Qualifizierung von Lehrpersonen fungieren kann.
Am Beispiel einer universitären Lehrveranstaltung zum Thema "Classroom Management" wird gezeigt, wie qualitative, interaktionsanalytische Verfahren (vgl. Erickson 2006) auf videographierte Unterrichtsmitschnitte angewendet werden, um den Blick der Lernenden im Lehramtsstudium für Herausforderungen der Herstellung und Verstetigung pädagogischer Interaktionszusammenhänge (vgl. Doyle 2006) zu schärfen. Auf diese Weise soll nicht nur die Kompetenz zur Wahrnehmung relevanter Handlungsumstände im Unterricht gefördert werden (vgl. Goodwin 1994). Auch das Reflexionspotential soll durch den fallbasierten Nachvollzug der Relation von faktischen Handlungsproblemen, theoretischen Handlungsmöglichkeiten, faktischen Selektionen und Konsequenzen bereichert werden (vgl. Nittel 1997).
Eingang finden die im Rahmen dieses Lehr-Forschungszusammenhangs gemachten Erfahrungen in ein Projekt, das aktuell im Rahmen der BMBF-Qualitätsoffensive Lehrerbildung durchgeführt wird.

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Anreizsysteme für E-Learning an Hochschulen gestalten – was erreicht wen?

Gisela Prey, Patricia Arnold

Stichwörter: Hochschulentwicklung, Anreizsysteme, Verankerung von E-Learning Innovationen

Abstract:

Lehr-/Lerninnovationen mit digitalen Medien sind an Hochschulen in zahlreichen E-Learning Projekten gefördert worden. Auch Hochschulentwicklungsprozesse im Zusammenhang mit dem Aufbau von E-Learning Serviceeinheiten und der Verabschiedung von E-Learning Strategien wurden vielfach auf den Weg gebracht. Dennoch ist die Verbreitung von Lehr-/Lerninnovationen mit digitalen Medien im Hochschulalltag noch gering. Für viele Hochschullehrende wirkt der erwartete zeitliche Mehraufwand abschreckend und verstellt den Blick auf mögliche hochschuldidaktische Mehrwerte solcher Lehr-/Lernsettings. Strategische Entscheidungen der Hochschulleitung ebenso wie Supportangebote von Serviceeinheiten verändern daran oftmals wenig.
Der Beitrag setzt an dieser "Implementierungslücke" an und beleuchtet Anreizsysteme, die an Hochschulen geschaffen werden können, um mehr Hochschullehrende für E-Learning Innovationen zu gewinnen. Am Beispiel der Hochschule X werden Anreizsysteme vorgestellt und ausgewertet, die im Rahmen des Qualitätspakts Lehre entwickelt wurden. Hauptamtlich Lehrende scheinen durch andere Anreizsysteme erreicht zu werden als Lehrbeauftragte, auch wenn die Systeme zum Teil anders intendiert waren. Im Anschluss wird die Diskussion der Auswertung auch zum Publikum hin geöffnet: Welche Anreizsysteme sind hier bekannt? Welche Zielgruppen werden adressiert, welche tatsächlich erreicht? Und sind statt Anreizsystemen auch "Anstoßmaßnahmen" ("Nudges" nach Thaler & Sunstein 2009) erprobt?

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Begleitforschung zur Lehre implementieren – Zwischen Dienstleistung, Wissenschaftsstandards und Scholarship

Thorsten Braun

Stichwörter: Begleitforschung, Multimethodendesign, Professionalisierung

Abstract:

Inwiefern die Hochschuldidaktik sich als wissenschaftliche Disziplin oder Dienstleisterin verstehen soll ist nicht unumstritten. Die Spannweite reicht in beide Extreme hinein und die jeweilige Verortung wird vom Selbstverständnis der Professionals ebenso beeinflusst, wie von den faktischen Rahmenbedingungen vor Ort. Was ist also praktisch möglich und gewollt?

Der Beitrag möchte anhand eines praktischen Beispiels einer aufwändigen Begleitforschung im Bereich eines naturwissenschaftlichen Grundlagenmoduls zur Reflexion anregen. Die Begleitforschung wurde über ein Jahr lang mit einem Multimethodendesign empirischer Sozialforschung durchgeführt und setzte Bedingungen des Lernerfolgs in den Mittelpunkt. Die eingesetzten Ressourcen waren umfangreich und mussten gegen praktische Widerstände mobilisiert werden. Im Fokus des Beitrags soll die Reflexion der Teilnehmenden auf die Bedingungen und Möglichkeiten der Umsetzung forschungsorientierter Vorhaben im eigenen Arbeitskontext liegen. Ausgehend von den gemachten Erfahrungen im Beispielprojekt werden Kriterien des Erfolgs beleuchtet und Voraussetzungen aufgezeigt. Idealerweise führt der Beitrag die Teilnehmenden zu einer ersten Potentialanalyse für eigene Forschungstätigkeit. Dabei wird davon ausgegangen, dass Hochschuldidaktik zwar nicht in dezidierten Forschungseinrichtungen angesiedelt ist, eine forschende Erkundung von Lehren und Lernen dennoch realisieren möchte.

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Blogs, Facebook, Twitter & Co. – Informelles Lernen und niederschwellige digitale Angebote für Hochschullehrende

Alessandra Kenner, Ramona Rappe

Stichwörter: Informelles Lernen, Digitalisierung, E-Learning

Abstract:

Neben formalen Lehr-Lern-Kontexten, die sich durch Institutionalisierung, Planung und professionelles Lehrpersonal auszeichnen, gewinnen informelle, medial unterstützte Bildungsprozesse, die flexibel und selbstbestimmt durch die Lernenden initiiert und ausgeführt werden, verstärkt an Bedeutung. Lehrende finden dort nicht nur Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Dozierenden, sondern auch Anregungen für gute Lehre – und zwar schnell, zielgerichtet und unkompliziert.

Die Möglichkeiten zur zeit- und ortsunabhängigen Nutzung digitaler Lerninhalte eröffnen auch der Hochschuldidaktik neue Wege, Lehrende zu erreichen. Interessieren sie sich für ein hochschuldidaktisches Thema, sind sie nicht auf die Teilnahme an einem Seminar angewiesen. Dozierende informieren sich stattdessen bspw. auf einschlägigen Blogs selbstständig über Methoden, Prüfungsformen oder das Formulieren von Lernzielen. Social Media Kanäle bündeln aktuelle Lehrtrends und hochschulpolitische Diskurse und bieten zusätzlich die Möglichkeit zur Vernetzung mit Gleichgesinnten.

Einige Hochschulen versuchen bereits über diese niedrigschwelligen Angebote einen Impuls für informelle Lernprozesse bei Dozierenden zu geben, den Stellenwert von Hochschuldidaktik zu vermitteln und sich als Einrichtung zu präsentieren.
Durch den gemeinsamen Austausch im Rahmen der Diskurswerkstatt können Good Practice Beispiele und Tipps zur Implementierung niederschwelliger und/oder informeller Bildungsprozesse diskutiert werden.

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Curriculumwerkstätten als Katalysator für eine kompetenzorientierte Studiengangentwicklung – theoretische Grundlagen und praktische Erfahrungen

Thilo Harth, Katharina Hombach, Julia Krämer, Charlotte Pernhorst

Stichwörter: Studiengangentwicklung, Curriculumentwicklung, Curriculumwerkstatt

Abstract:

In der Bologna-Reform wurden Anforderungen an die Hochschulen formuliert, die eine Studiengangentwicklung in Hinblick auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden erforderlich machen. Ausgangspunkt der kompetenzorientierten Studiengangentwicklung sind die angestrebten Learning Outcomes der Studierenden. Kompetenzorientierte Studiengangentwicklung wird an unserer Hochschule als kollegiale Aufgabe wahrgenommen und durch Curriculumwerkstätten flankiert. Hierzu wurde ein Didaktisches Design sowie Begleitmaterialien entwickelt und erprobt. Auf Initiative der Studiengangsleiterinnen und -leiter in den Fachbereichen oder aufgrund der Anregung aus dem zentralen Didaktikteam der Hochschule werden diese Werkstätten durchgeführt. Die Moderation übernimmt in der Regel jemand aus dem Didaktikteam, während die Planung der Curriculumwerkstatt gemeinsam und unter Berücksichtigung der jeweiligen Fachkulturspezifika erfolgt.
In diesem Beitrag werden zum einen Hintergründe und theoretische Grundlagen der kompetenzorientierten Studiengangentwicklung dargestellt und zum anderen praktische Erfahrungen aus der Umsetzung mehrerer Curriculumwerkstätten in verschiedenen Fachbereichen unserer Hochschule exemplarisch aufgezeigt. Es wird dabei sowohl auf die Chancen einer kollegialen Curriculumentwicklung, ebenso wie auf die Grenzen eines zu mechanistischen Denkens in der Studiengangentwicklung eingegangen.

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Die Leuphana Lehrwerkstatt

Dorothea Ellinger, Anke Timmann

Stichwörter: Zertifikat, akademische Personalentwicklung, Studienprogramgemeinschaften

Abstract:

Die Lehrwerkstatt betrachtet sich als eine Initiative und universitäre Einrichtung in der Lehr-, Organisations- und akademische Personalentwicklung aufeinandertreffen. So bieten wir eine systematische Weiterbildung auf individueller Ebene in zentralen für Lehrende wichtigen Bereichen, angelehnt an Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik, an. Diese Angebote haben das Ziel eine Reflexion der eigener Lehre und einen Transfer des Gelernten in die eigene Lehre anzuregen, sowie zu einer Vernetzung mit anderen und Austausch über Lehrerfahrungen beizutragen. Das Zertifikat ist dabei auf die Bedarfe von Nachwuchslehrenden ausgerichtet, aber für alle Erfahrungsstufen offen.
Aufgrund unsere eigenen Erfahrungen und der Erkenntnissen aus der Hochschulforschung, dass eine Fokussierung auf Maßnahmen für Einzelpersonen weder ausreichend noch hinreichend für Verbesserung in der Qualität von Lehre sind, haben wir begonnen Angebote auf Ebene der Programme und der übergeordneten Organisation anzubieten und auf diesen Ebenen mitzuarbeiten. Ziel der Angebote auf der Programebene ist es, sowohl die besondere Situation verschiedener Lehrendengruppen als auch das Umfeld des Lehrhandelns, nämlich die Programmentwicklung und die universitären Strukturen, zu berücksichtigen.
Zugleich wird durch die Arbeit mit den Lehrpersonen und in den Programmen auch die Lehrkultur der Universität weiterentwickelt. Über diese verschiedenen Angebote möchten wir ins Gespräch kommen.

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Dynamik im Regelbetrieb: Implementation einer Feedbackkultur in einer Lernenden Hochschule

Timo van Treeck, Stefanie Spöth

Stichwörter: Feedback, Qualitätsmanagement, Hochschulentwicklung

Abstract:

Qualität im Dialog unter Peers zu entwickeln, zeichnet das Wissenschaftssystem aus. In der Forschung erfolgen Rückkopplungen u.a. über Veröffentlichungen und Peer-Reviews.
Vergleichbare Dialoge für die Lehre zu etablieren ist ungewohnt, insbesondere da die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden unter einer anderen Prämisse steht. Direkte Rückmeldung ist i.d.R eher einseitig und wird aus Studierendensicht oft mit Benotung verbunden. Eine Herausforderung besteht darin, Feedback eine dynamische Funktion einzuräumen. Dies kann u.a. geschehen durch Dokumentieren und Systematisieren von, Einladungen zu und einem multiperspektivischen Blick auf Feedback. So wird Interpretations- und Handlungswissen gewonnen, das Akteuren und Organisationen einen Dialog ermöglicht, um Qualitätsstandards zu entwickeln und im Sinne der ständigen Verbesserung (als Prinzip im Qualitätsmanagement und einer lernenden Hochschule) zu modifizieren. Systematische dialogorientierte Feedbackprozesse ermöglichen es und stimulieren dass Informationen über Optimierungspotentiale gewonnen werden, die durch andere Evaluationsformen ggf. nicht erfasst würden.
Ausgehend von Forschungsergebnissen werden Erwartungshaltungen von Lehrenden und Studierenden an Feedback in der Lehre vorgestellt und aus hochschuldidaktischer und Qualitätsmangement-Sicht mit Interventionen verbunden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden Vorgehensweisen zur Etablierung einer Feedbackkultur an der jeweils eigenen Hochschule erarbeitet.

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ELLI-Photo-Booth

ELLI-Team, Videoschnitt: Arian Schischkowski

Abstract:

Ein wichtiger Gedanke auf der DOSS2016 soll an die daheim gebliebenen Kolleginnen und Kollegen geschickt werden? Kein Problem. Beim ELLI-Photo-Booth können individuelle Bilder mit ingenieurwissenschaftlichem Kontext aufgenommen und direkt als Postkarte ausgedruckt und verschickt (oder auch einfach nur als Erinnerung an die Zeit im ELLI-Themenforum mitgenommen) werden.

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ELLI-Video-Box

ELLI-Team, Videoschnitt: Arian Schischkowski

Abstract:

Im Projekt "ELLI-Exzellentes Lehren und Lernen" ist in über 20 Maßnahmenpaketen eine Vielzahl an studierendenzentrierten Konzepten zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Ingenieurstudiums entstanden. Eine Auswahl an Ergebnissen wird in einem kleinen Kino zu sein. Das ELLI-Team freut sich auf spannende Diskussionen nach dem Filmvergnügen.

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Emotionsausdruck in der Hochschullehre – Ergebnisse einer Interviewstudie in Deutschland und Russland

Miriam Hansen, Julia Mendzheritskaya

Stichwörter: Emotionen, Professionalität, Interaktion

Abstract:

In diesem Beitrag zu einem Themenforum möchten wir die Ergebnisse einer Studie zu Emotionsempfinden und -ausdruck von Hochschullehrenden in unterschiedlichen lehrbezogenen Situationen im Kulturvergleich (Deutschland, Russland) vorstellen und mit den Teilnehmenden bezüglich der daraus entstehenden Implikationen für hochschuldidaktische Weiterbildungen diskutieren.
Bestimmt die Art der Interaktion mit Studierenden und die Interaktionssituation den emotionalen Ausdruck von Hochschullehrenden? Gibt es kulturbedingte Unterschiede? Um dies zu prüfen, wurden in Deutschland 22 und in Russland 24 halb-strukturierte Interviews mit Lehrenden unterschiedlicher Fächer durchgeführt. Die berichteten emotionalen Lehrsituationen (N=54 in der deutschen und N=64 in der russischen Stichprobe) wurden nach Situationstyp, Art der Emotion, und Emotionsausdruck kodiert. Die Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass das Spektrum des Emotionsausdrucks für negative Emotionen höher als für positive Emotionen ist und dass für negative Emotionen der Emotionsausdruck von der Art der Interaktionssituation mit den Studierenden abhängt ("störende Studierende", "unzuverlässige Studierende" etc.). Hierbei gibt es Unterschiede zwischen den von deutschen und russischen Lehrenden berichteten Situationen und den als adäquat erlebten Emotionsausdrücken.

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Erfolgsfaktoren der Implementation videofallbasierter Weiterbildungsformate zur Professionalisierung Hochschullehrender

Christina Baust, Sabine Schöb, Josef Schrader

Stichwörter: Qualität von Lehre, Videofallarbeit, Implementation didaktischer Innovationen

Abstract:

Die Entwicklung bedarfsgerechter Qualifizierungsstrategien zur Professionalisierung Hochschullehrender wird im Zuge der in Wissenschaft und Politik geführten Diskussion um die Qualität der Lehre zunehmend gefordert. Neben der Frage der Konzeption von passgenauen und gleichzeitig handlungswirksamen Angeboten, stellt die erfolgreiche Integration und nachhaltige Verbreitung dieser im Kontext der hochschuldidaktischen Weiterbildung eine zentrale Herausforderung dar. Mit Hilfe der Implementationsforschung kann untersucht werden, wie es gelingen kann, wissenschaftlich erprobte Konzepte in die Hochschuldidaktik zu transferieren und diese dort durch eine eigenständige Nutzung durch Praktiker und Praktikerinnen zu verbreiten.

Der Beitrag stellt ein Pilotprojekt vor, das untersucht wie es gelingen kann, videofallbasierte Konzepte zur Professionalisierung von Hochschullehrenden so in die Weiterbildungspraxis einzuführen, dass die konzeptionellen Grundideen der Fallarbeit erhalten bleiben, aber Formate gefunden werden, mit denen eine breite Nutzung erzielt werden kann. Um entscheidende Erfolgsfaktoren und Gelingensbedingungen für die Implementation zu identifizieren, werden im Veranstaltungsformat variierte Konzepte bezüglich der Akzeptanz bei Teilnehmenden und der Umsetzbarkeit durch die Hochschuldidaktik systematisch evaluiert.

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Evaluation von Erfolgsfaktoren und Hemmnissen für hochschulübergreifende Angebote der kollegialen Vernetzung und Beratung

Benjamin Engbrocks, Niels Seidel

Stichwörter: kollegiale Vernetzung/Beratung, hochschulübergreifende Kooperation, Inhaltsanalyse

Abstract:

Mit dem Beitrag werden Aufbau und erste Ergebnisse einer Evaluation zur Implementierung und Verstetigung von hochschulübergreifenden Arbeitskreisen, die als ein kollegiales Vernetzungs- und Beratungsangebot konzipiert sind, vorgestellt. In den Arbeitskreisen trifft sich ein fester Kern an Teilnehmenden sowie ein wechselnder Kreis an Interessierten. Ein Ziel im Projekt ist es, bestehende Arbeitskreise in die Selbstorganisation zu überführen, das heißt Organisation und inhaltliche Gestaltung der Treffen Schrittweise in die Verantwortung der Teilnehmenden zu übergeben.

Um Erfolgsfaktoren sowie Hemmnisse für die Verstetigung zu identifizieren, werden die bisherigen Arbeitsprozesse und Ergebnisse projektintern mit zwei ergänzenden Methoden evaluiert. Im ersten Schritt wird der Fundus der Ergebnisprotokolle von Arbeitskreistreffen analysiert. In einer Inhaltsanalyse werden mehr als 40 Informationsträger ausgewertet und diesen jeweils Merkmalsausprägungen aus 7 Oberkategorien und insgesamt 57 Unterkategorien zugeordnet. Das Kategoriesystem wurde aus den Projektzielen und den Erfahrungen der beteiligten Mitarbeiter/-innen abgeleitet sowie während der Durchsicht der Informationsträger ergänzt und genauer aufgeschlüsselt. Die Kategorien sind entweder nominal- oder intervallskaliert und jeweils von einander unabhängig. Im zweiten Schritt ist eine Befragung der Teilnehmenden vorgesehen, der Fragebogen steht in engem Bezug zum Kategoriesystem.

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Fachbezogene Hochschuldidaktik – Ingenieurdidaktik: Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften

Zwischen Virtuellen Laboren und realen Bananenstauden

Ute Berbuir, Tobias Haertel, Andreas Kiltzer, Tobias Ortelt, Katharina Schuster, Valerie Stehling

Stichwörter: Ingenieurdidaktik, Laborlernen, fachbezogene und fachübergreifende Kompetenzen

Abstract:

Technische Innovationen, wirtschaftliche Veränderungen und gesellschaftliche Entwicklungen verändern das Berufsbild der Ingenieure von morgen und führen gleichzeitig zu sich wandelnden Anforderungen an eine fachgerechte Hochschulausbildung. Im BMBF geförderten QPL-Verbundprojekt "ELLI – Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften" (RWTH Aachen, Ruhr-Universität Bochum, TU Dortmund) arbeiten ingenieurwissenschaftliche Lehrstühle gemeinsam mit hochschuldidaktischen Einrichtungen vor diesem Hintergrund an kompetenz- und zukunftsorientierten Lehr- und Lernszenarien. Im Schwerpunkt "Virtuelle Lernwelten" wird die ubiquitäre Vernetzung aufgegriffen: Experimentieren im Remote Labor, immersiv erfahrbare Versuche im "Virtual Theater" und die digitale Zusammenarbeit mit mobil nutzbaren Kollaborations-Apps werden in die Lehre integriert. Weil Vernetzung in einer globalisiert arbeitenden Branche immer auch international gedacht werden muss, widmet sich der Schwerpunkt "Mobilität und Internationalisierung" unterschiedlichen Maßnahmen zur Förderung des internationalen Austauschs von Studierenden. Im Schwerpunkt "Student Lifecycle" werden Konzepte entwickelt und angewendet, mit denen die Übergänge von der Schule an die Universität und vom Studium zur Promotion sowie die Studieneingangsphase unterstützt werden. Der Schwerpunkt "Professionelle Handlungskompetenz" fokussiert fachübergreifende Qualifikationen im fachbezogenen Kontext, z.B. mit der "Ingenieure ohne Grenzen Challenge", bei der Studierende Fachwissen und Kreativität zur Lösung realer Probleme verknüpfen müssen. In allen vier Bereichen wurden Ansätze erfolgreich implementiert und erfahrungsbasiert optimiert. Gemeinsam mit den Teilnehmenden soll in diesem Themenforum nach Wegen gesucht werden, die Konzepte auch auf andere Hochschulen zu übertragen.

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Fachdidaktisches Multiplikatorentwicklungssystem mit erfolgreich Lehrenden

Timon Umlauft

Stichwörter: Fachdidaktik, Multiplikatoren, Transfer

Abstract:

Das Angebot von fachbezogenen hochschuldidaktischen Weiterbildungsveranstaltungen stellt insbesondere im MINT Bereich weiterhin ein zentrales Problem dar, dass trotz einer bundesweiten umfangreichen Projektförderung im Bereich der Hochschuldidaktik bisher nicht befriedigt gelöst ist. Im Rahmen eines Projektes im Qualitätspakt Lehre ist es gelungen ein Multiplikatorenentwicklungssystem zu erproben, was in der Lage ist, solche fachspezifischen Weiterbildungsangebote erfolgreich zu generieren. Diese Angebote sind mittlerweile so erfolgreich, dass sie beginnen die klassischen Workshopformate zu verdrängen. Dabei beziehen sich die Ergebnisse nicht nur auf den MINT Bereich sondern können ebenfalls problemlos auf den GSW Bereich übertragen werden. Im Mittelpunkt des Vortrages steht wie über die Entwicklungsphasen Identifizierung, Gewinnung, Entwicklung, Durchführung und Professionalisierung aus erfolgreich Lehrenden fachspezifische Multiplikatoren werden. Diese einzelnen Entwicklungsphasen können im Rahmen verschiedener, aber aufeinander aufbauender Veranstaltungsformate durchlaufen werden. Dabei haben sich bestimmte Veranstaltungsformate und -inhalte erfolgreich bewährt, die ebenfalls im Rahmen des Vortrages vorgestellt werden.

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Forschendes Lernen und Problemlösen im MINT-Bereich selbständigkeitsorientiert begleiten – ein fächerübergreifendes Ausbildungskonzept

Jörn Schnieder, Martin Bracke, Detlev Jan Friedewold

Stichwörter: Forschendes Lernen, Problemlösen, MINT, Pädagogische Gesprächsführung, Ausbildungskonzept

Abstract:

Wie können Hochschullehrende lernen, Studierende an selbstgesteuertes Forschen und Problemlösen heranzuführen? Was sind hilfreiche didaktische Werkzeuge, Lehrerinterventionen und pädagogische Haltungen dazu und wie können sie von Lehrpersonen erlernt bzw. erworben werden? Als ein Antwortvorschlag auf diese Frage wird ein Workshop-Konzept für die Ausbildung von "Forschungs- und Problemlösebegleitern" im MINT-Bereich vorgestellt.

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Forschendes Lernen! – Hochschulinterne Forschung als Impuls für Lehrentwicklung

Susanne Gotzen, Simone Beyerlin

Stichwörter: Forschendes Lernen aus Lehrendenperspektive, Lehrentwicklung, Hochschulinterne Forschung

Abstract:

Wie kann das didaktische Konzept des Forschenden Lernens in der Hochschule stärker verankert werden und welchen Beitrag kann hochschuldidaktische Forschung dabei leisten?
Im Workshop zeigen wir, wie wir hochschuldidaktische Forschung als Grundlage für die Entwicklung von zielgruppenorientierten Qualifizierungsmaßnahmen und Implementierungsstrategien genutzt haben. Darüber hinaus bieten wir unsere Forschungsergebnisse als Reflexionsgrundlage für andere Hochschuldidaktiker*innen an, die Lehrende bei der Umsetzung des Forschenden Lernens unterstützen und beraten.
In qualitativen Interviews mit Lehrenden aller Fakultäten haben wir typische Herausforderungen im Forschenden Lernen, Erfolgskriterien bei der Umsetzung und unterschiedliche Umsetzungsstrategien erhoben sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Forschenden Lernens an der (Hochschule) und individuellen Unterstützungsbedarfe identifiziert. Ziel der Studie ist es, Lehrende zu beteiligen und mit den Forschungsergebnissen eine Grundlage zu schaffen, auf der wir passgenaue hochschuldidaktische Maßnahmen entwickeln können. Die Ergebnisse unserer Studie werden wir in alle Fakultäten zurückspiegeln, um einen Austausch über Forschendes Lernen anzuregen und alle Lehrenden an der Weiterentwicklung des Forschenden Lernens zu beteiligen.

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Gelingensbedingungen und Potentiale der Implementierung einer Kompetenzorientierung in der Hochschullehre – eine Fallstudie an der Universität Vechta

Nicola Hericks, Marco Rieckmann

Stichwörter: Kompetenzorientierung, Lehr-Lern-Methoden, Gelingensbedingungen, Hochschuldidaktik

Abstract:

Im Zuge der Bologna-Reform rücken unter dem Begriff des 'shift from teaching to learning' die Lernerorientierung und der Kompetenzerwerb der Studierenden als Indikator des Studienerfolgs in das Zentrum hochschulpolitischer Diskussionen. Zur Umsetzung einer Kompetenzorientierung in der Lehre bedarf es einer kompetenzorientierten Studiengangsentwicklung und Bestimmung eines Kompetenzprofils genauso wie einer kompetenzorientierten Lehr-/Lerngestaltung und kompetenzorientierter Prüfungen.

Um Erkenntnisse zu den Gelingensbedingungen einer Kompetenzorientierung in der Hochschullehre zu gewinnen, wurden Anfang 2015 an der Universität Vechta Leitfaden-Interviews mit 18 Lehrenden aus zwölf Fachbereichen geführt. Die Lehrenden wurden u.a. gefragt, was sie unter einer kompetenzorientierten Lehre verstehen, welche Lehr-Lern-Formen und Rahmenbedingungen sie als förderlich betrachten und welche Gestaltungsmöglichkeiten kompetenzorientierter Prüfungen sie bereits erprobt haben. Die Auswertung der Daten erfolgte mit dem Programm MaxQDA.

Es zeigt sich u.a., dass ein Großteil der Lehrenden bereits vielfältige Ideen für eine kompetenzorientierte Lehre und Prüfung entwickelt und zum Teil auch bereits erprobt hat, aber auch auf hemmende Rahmenbedingungen (z.B. zu große Studierendengruppen, ungeeignete Räume) gestoßen ist. Insgesamt wird die Kompetenzorientierung von den meisten Befragten eher als förderlich, denn als hinderlich für die eigene Lehrtätigkeit gesehen.

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"Gute Lehre wächst von unten"! Vorstellung der multiplikatorenbasierten Tutorenausbilder-Ausbildung von TutorPlus an der LMU München

Yvonne Zips, Jana Antosch-Bardohn, Andreas Hendrich

Stichwörter: Tutorenausbildung, TutorPlus, Train-the-Trainer-Ausbildung, Verbesserung der Lehre bottom up

Abstract:

Tutor/inn/en spielen eine immer bedeutsamere Rolle in der Hochschullehre, die durch die Förderung des Qualitätspakts Lehre nochmals verstärkt und untermauert wird. Das Problem hierbei ist jedoch, dass Tutor/inn/en oft nur marginal auf ihre Tutorienarbeit vorbereitet werden. Sie verfügen zwar über einen intuitiven Zugang zu Lehransätzen, oft fehlt ihnen jedoch das Wissen, ein Tutorium lernerzentriert konzipieren und durchführen zu können. An dieser Stelle setzt das Ausbildungskonzept von TutorPlus an der LMU München an. Mit dem Ziel, das Wachstum von guter Lehre von unten zu unterstützen, wurde an der LMU München mit dem Projekt TutorPlus ein multiplikatorenbasiertes Programm zur Verbesserung der Lehre etabliert, durch das hochschuldidaktische Lehrgrundsätze in der Lehrpraxis der Fachbereiche getragen werden.

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Hochschuldidaktische Inhalte auf Webseiten: Erfahrungsaustausch und Kooperationsmöglichkeiten

Markus Weber

Stichwörter: Infoportal, webbasiert, Vernetzung

Abstract:
"www.einfachlehren.de" steht für ein online-basiertes hochschuldidaktische Informationsportal, welches sich gezielt auf Fragestellungen von Lehrenden bezieht und inhaltlich dazu Antworten bereitstellt.

Bundesweit gibt es viele Webseiten mit hochschuldidaktischen Inhalten. Die Umsetzung und inhaltliche Tiefe ist so unterschiedlich wie die dahinter stehenden Konzepte. In der geplanten Diskurswerkstatt geht es um die Fragestellung, wie es möglich ist, neue virtuelle Angebote zu konzipieren, welche die Vielfallt der hochschuldidaktischen Inhalte abbilden ohne das Rad neu zu erfinden.

Zielgruppe für dieses Angebot sind Kolleginnen und Kollegen, welche Erfahrungen mit ähnlich gelagerten virtuellen Projekten gesammelt haben. Die Teilnehmenden sollen neben dem Interesse an einem fachlichen Austausch auch die Motivation einer möglichen Kooperation mitbringen. Dabei richtet sich der Fokus nicht nur auf die Fragestellung der Vermeidung von Inhaltsdopplungen, sondern auf die Idee, einer mehrwertgenerierenden Inhaltsoptimierung durch konsequent gedachter Vernetzung.

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Implementation eines Zertifizierungsmodells im Kontext hochschuldidaktischer Weiterbildung

Isabell Mühlich, Tobias Schmohl

Stichwörter: Zertifizierung, Heterogenität, Curriculumentwicklung

Abstract:

Der Beitrag stellt ein entsprechend der dghd-Standards konzipiertes Zertifizierungsmodell vor, das verschiedene bestehende hochschuldidaktische und überfachliche Lehrformate teilsynergetisch verschränkt: Es verbindet dabei Lehrangebote aus einem akkreditierten hochschuldidaktischen Masterstudiengang mit einem universitären Workshopangebot zur Weiterentwicklung der eigenen Hochschullehre sowie einem innovativen Projekt hochschulübergreifender Weiterbildung zum Themenbereich Open Educational Resources.
Der Beitrag ist im Bereich der Implementierung universitärer Curriculumsentwicklung angesiedelt. Vor dem Hintergrund einer heterogenen Zielgruppe sowie der verschiedenartigen konzeptionellen Ausrichtung der konstituierenden Studienprogramme werden implementationsstrategische Widerstände und Risiken abgeleitet sowie Ansätze zu deren Überwindung zur Diskussion gestellt.
Ziel des Beitrags ist es, das Zertifikatsstudien-Modell als verknüpfendes Element der Studienprogramme zu beschreiben, indem dargestellt wird, auf welche Weise es die zugeordneten Lehrformate konzeptionell miteinander verbindet. Daneben sollen Impulse für die geplante Einbindung in die zugeordneten curricularen Strukturen und Ansatzpunkte zur kritischen Auseinandersetzung gegeben werden.

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Individuelle, institutionelle und politische Strategien der Entfristung von Mitarbeiter/innen-Stellen

Eva-Maria Lerche, Anika Limburg, Katinka Netzer

Stichwörter: Strategien der Entfristung, Arbeitsrecht, Arbeitsgerichtliche Klagen, wissenschaftliches Prekariat, Lebenslauf, Berufsperspektiven

Abstract:

90% des wissenschaftlichen Personals im Mittelbau ist befristet beschäftigt – Tendenz steigend. In der Diskurswerkstatt beschäftigen wir uns mit individuellen und institutionellen Wegen, Projektstellen im Mittelbau in Dauerstellen umzuwandeln. Hierbei beziehen wir erfolgreiche Strategien der Entfristung sowohl im Einvernehmen mit den Universitäten als auch auf dem arbeitsrechtlichen Weg der Klage ein. Weiter geben wir Raum für eine Diskussion über die individuellen, institutionellen und wirtschaftlichen Folgen der gängigen Befristungspraxis an Universitäten. Zuletzt erörtern wir aktuelle politische Maßnahmen von Gewerkschaften und Arbeitgebern in Bezug auf die Beschäftigungsverhältnisse an Universitäten.

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Ingenieure ohne Grenzen Challenge

ELLI-Team

Abstract:

Das aus Australien stammende Lehrkonzept der "Ingenieure ohne Grenzen Challenge" wurde auf das deutsche Hochschulsystem adaptiert und an der RWTH Aachen University umgesetzt. Die Studierenden kommen durch das neue Lehrformat nicht nur mit Kernproblemen des 21. Jahrhunderts wie Globalisierung, mangelnde Nachhaltigkeit sowie sozialer Ungleichheit in Berührung, sondern tragen durch ihre Ideen auch aktiv zur nachhaltigen Entwicklung von benachteiligten Regionen in Entwicklungsländern bei, z.B. bei der Energiegewinnung durch eine effiziente Nutzung von Bananenstauden als Abfallprodukt in der Landwirtschaft. Im Wintersemester 2015/16 stand "BuildING the future. Safe homes for Nepal" als Thema im Fokus. Im Themenforum haben Teilnehmende die Möglichkeit, sich ganz praktisch mit Legosteinen und einer Erdbebensimulation zum erdbebensicheren Bauen auseinanderzusetzen.

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Innovationen, Veränderungen und Projekte der Hochschuldidaktik erfolgreich planen und umsetzen

Sibylle Basten

Stichwörter: Veränderungen, Planen, Steuern

Abstract:

Neue Projekte oder Veränderungen in Angebot, Format oder Struktur versprechen erfolgreich zu sein, wenn sie bedarfsorientiert gestaltet sind. Häufig reicht die reine Bedarfsorientierung nicht aus. Spätestens wenn Innovationen – vermeintlich – nicht vorhersehbar von Lehrenden oder Organisationseinheiten abgelehnt oder blockiert werden, ist das Gelingen in Gefahr. Das Teilhabeorientierte Projektmanagement ermöglicht Ihnen, Ihr Vorhaben vorteilhaft zu planen, zu steuern und Widrigkeiten zu überwinden. Das Vorgehen ist speziell auf den Hochschulkontext zugeschnitten und bewährt.
Drei Aspekte stehen beim Teilhabeorientierten Projektmanagement im Vordergrund:

  1. Klare Abstimmungen mit allen projektrelevanten Personen
  2. Systematisches Vorgehen
  3. Lösungsorientierter Umgang mit Widerständen und Widrigkeiten

Der Workshop gibt Ihnen den Einblick in Schwerpunkte und pragmatische Arbeitsweisen des Teilhabeorientierten Projektmanagement.
Im Teilhabeorientierten Projektmanagement vereint die Trainerin klassisches Projektmanagement, progressives Changemanagement und Kommunikationspsychologie mit dreizehn Jahren Projektmanagementerfahrung im Bildungssektor.

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Innovative Lehrformate evaluieren. Anforderungen und Qualitätskriterien am Beispiel des Inverted Classroom-Modells

Irina Fuchs, Judith Hüther

Stichwörter: Evaluation, Inverted Classroom-Modell, Lehrinnovationen

Abstract:

Der Beitrag beschäftigt sich mit Evaluationskonzepten im Rahmen von Lehrveranstaltungen, die nach dem Inverted Classroom-Modell (im Folgenden: ICM) gestaltet sind. Ziel des Beitrags ist es aufzuzeigen, welche konkreten Evaluations-Bestandteile zur Qualitätsverbesserung und Qualitätssicherung innovativer Maßnahmen in der Hochschullehre beitragen können. Am Beispiel eines ICM-Projektes werden die unterschiedlichen strategischen Elemente hin zur Implementation der Vorlesung 'Einführung in die Webprogrammierung' veranschaulicht. Formatives Online-Feedback dient dabei, insbesondere in der Selbstlernphase, der kontinuierlichen Transparenz, Präsenzplanung und Lernstandskontrolle. Über diese genuine Funktion hinaus kann formatives Online-Feedback zudem als integrativer Bestandteil der systematischen Einführung qualitätsverbessernder und qualitätssichernder Maßnahmen in der Hochschullehre fungieren. Der Fokus liegt auf der nachhaltigen Implementierung und Weiterentwicklung der Maßnahmen durch die Evaluationsergebnisse.
Flankiert wird der Beitrag durch die Darstellung der strategischen Einbindung von neuen Lehrformaten in die eLearning-Strategie der Hochschule zur nachhaltigen Implementation von ICM. Konkret am Standort zeigt die Einführung einer Unterstützungs-Einrichtung in der Lehre, wie die nachhaltige Entwicklung, Support und Weiterentwicklung von innovativen Lehrformaten wie ICM gewährleistet werden kann.

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Karriere durch Lehre - Karrierewege in der Wissenschaft

Bettina Jansen-Schulz

Stichwörter: Karriere, Wissenschaft, Lehre

Abstract:

Karriere in der Wissenschaft – seit der Veröffentlichung des Orientierungsrahmens zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses nach der Promotion (Hochschulrektorenkonferenz - HRK) und den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu Karrierezielen an Universitäten im Jahre 2014 ein plakativer Begriff an allen deutschen Hochschulen. Die Universität zu Lübeck verfolgt drei Karrierewege in der Wissenschaft für den wissenschaftlichen Nachwuchs: in der Forschung durch die Graduiertenschule und Graduiertenkollegs, in der Lehre durch hochschuldidaktische Zertifikate und im Wissenschaftsmanagement durch vier Zertifikatsbereiche. Während die Karriere in der Forschung den herkömmlichen Voraussetzungen entspricht, geht die Universität zu Lübeck in der Hochschuldidaktik und in der Weiterbildung neue Wege mit einem offenen Baukastensystem und einem Potenzial-Kompetenzansatz. Diese Wege werden im Themenforum vorgestellt. 

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Komplementärberatung als neuer Beratungsansatz für die Hochschuldidaktik

Susanne Laß, Daniela Kamutzki

Stichwörter: Hochschuldidaktische Beratung, Prozessbegleitung, Modulentwicklung

Abstract:

Hochschuldidaktische Beratung besteht selten noch aus reiner Fachberatung, sondern geht oft mit akademischen Personal-, Studiengangs- und Fachbereichsentwicklungsmaßnahmen einher. Diese komplexen Anforderungen führten zu einem neuen hochschuldidaktischen Beratungsverständnis. Um sowohl dem hochschuldidaktischen Anspruch als auch den unterschiedlichen Voraussetzungen der Lehrenden und der Fachbereiche gerecht zu werden, wird zunehmend mit dem Ansatz der Komplementärberatung nach Königswieser et al. gearbeitet (2008). Am Beispiel der Beratung eines Fachbereichs zur Gestaltung der Studieneingangsphase wird aufgezeigt, wie mit dem Beratungsansatz der Komplementärberatung Lehrende gemeinsam mit den Hochschuldidaktikerinnen eine Studienprojektwoche entwickelt und gleichzeitig hochschuldidaktisches Lernen ermöglicht wurde. Die Verbindung zwischen Fachberatung und Prozessbegleitung erfordert von den Beraterinnen einen phasenweisen und bedarfsorientierten Rollenwechsel, da z.B. in der Konzeptionsphase eher methodisch-didaktische, in der Umsetzungsphase des Projekts hingegen prozessbegleitende Unterstützung erforderlich ist. Dieser situationsbezogene Wechsel in der Beratungsrolle erfordert ein neues Selbstverständnis von Hochschuldidaktik, bei dem Studiengangentwicklung und Qualitätsmanagement von Beginn an mitgedacht und als Gesamtprozess begriffen werden müssen. Entsprechend ist in der Beratung bzw. Begleitung dem jeweiligen Bedarf methodisch entsprechend zu agieren.

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Kooperationsmanagement am Beispiel von Service Learning

Christiane Roth

Stichwörter: Service Learning, Kooperation, Kooperationsmanagement

Abstract:

Bei der Lehr-Lern-Methode Service Learning bearbeiten Studierende – meist in Projektform – konkrete Aufgaben in Non-Profit-Organisationen oder öffentlichen Einrichtungen (Service). In begleitenden Lehrveranstaltungen werden sie darauf fachlich vorbereitet (Learning) und erhalten gezielte Reflexionsimpulse, um ihr Fachwissen und die praktischen Erfahrungen zu hinterfragen und zu verknüpfen.

Die Lehrenden vollziehen bei Service Learning den für problembasierte Lernformen typischen Rollenwechsel zum Coach bzw. Berater und Prozessbegleiter. Sie betreuen die Studierenden, koordinieren ihre praktischen (Projekt-)Aufgaben und fördern die studentische Reflexion.

Darüber hinaus stehen sie aber auch in der Verantwortung für die Initiierung und Moderation der Zusammenarbeit mit einer oder mehreren externen Organisationen. Dies erfordert spezifische Kompetenzen des Kooperationsmanagements. In hochschuldidaktischen Angeboten sind diese Kompetenzen (bisher) nicht zu erwerben.

Der Workshop führt in das Konzept Service Learning ein und stellt an diesem Beispiel vor, wie Kooperationen in der Lehre den Lernprozess von Studierenden positiv beeinflussen können und mit welchen Methoden bzw. Instrumenten solche Kooperationen gestaltet werden können.

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Kooperatives Lehren und Lernen in der Hochschuldidaktik

Dennis Sawatzki

Stichwörter: Kooperatives Lernen, Teilnehmeraktivierung, eigenverantwortliches Lernen, Heterogenität, konstruktivistische Lerntheorie

Abstract:

Kooperatives Lernen ist kein Synonym für Gruppenarbeit, sondern eine weit komplexere Unterrichtsstruktur, die verschiedene Sozialformen des Lernens auf systematische Weise miteinander verbindet. Dieses didaktische Konzept, welches maßgeblich in den USA sowie in Kanada entwickelt wurde, hat in den letzten 10 Jahren zunehmend Einzug in die deutsche Schullandschaft erhalten, ist im hochschulischen Bereich jedoch noch weitgehend unbekannt. Dabei trägt das Konzept des Kooperativen Lernens (unabhängig von Altersstruktur oder Bildungsgrad der Teilnehmer) wesentlich dazu bei, die Lernenden in eine aktivere Rolle zu versetzen und mit mehr Eigenverantwortung auszustatten, die Lerninhalte nachhaltiger abzuspeichern und die erworbenen Kompetenzen dekontextualisiert einsetzen zu können.
Der Workshop richtet sich an alle DozentInnen, die ihre Seminargestaltung didaktisch ergänzen möchten. Dabei bietet sich das Kooperative Lernen sowohl für Seminare als auch für Vorlesungen an.

Im Zuge des Workshops werden die Grundprinzipien des Kooperativen Lernens erläutert und auf den Hochschulbereich übertragen. Zugleich durchlaufen die Teilnehmenden im Sinne des didaktischen Doppeldeckerprinzips verschiedene kooperative Verfahren und Methoden, um im Sinne des Erfahrungslernens aus Teilnehmerperspektive fundiert entscheiden zu können, welche vorgestellten und erprobten Aspekte für den je eigenen hochschuldidaktischen Kontext anschlussfähig erscheinen.

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Learning Analytics – Im Spannungsfeld zwischen digitaler Unterstützung und gläsernen Studierenden

David B. Meinhard, Martin Mandausch

Stichwörter: Learning Analytics, Hochschuldidaktik, Lehre

Abstract:

Die Analyse von (lernerbezogenen / lernprozess-bezogenen) Daten gewinnt im Hochschulbereich immer mehr an Bedeutung. „Learning Analytics“ wurde bereits 2011 als eine der Schlüsseltechnologien für zukünftige Lehr- und Lernansätze identifiziert ist aber in der pädagogischen Praxis noch nicht verankert. Datenanalysen wecken gleichermaßen Begeisterung wie Skepsis: Werden Studierende und Dozierende in Zukunft gläsern und auf die von Ihnen hinterlassenen Datenspuren reduziert? Oder ergeben sich durch Learning Analytics neue didaktische Wirkungsfelder zur Bereicherung der Hochschullehre?

Der Workshop thematisiert die potentiellen Chancen und Risiken beim Einsatz von Learning Analytics in der Hochschullehre aus unterschiedlichen (Fach-) Blickwinkeln. Neben einem kurzen Impulsreferat werden sich die Teilnehmenden aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und gemeinsam über den Einsatz von Datenanalysen in der Hochschullehre diskutieren.

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Lehre inklusiv gedacht – inklusiv gestaltet: Herausforderungen an die Hochschuldidaktik

Sigrid Dany, Birgit Rothenberg

Stichwörter: Lehre inklusiv, Inklusion, Barrierefreie Lehre

Abstract:

Unser Workshop möchte helfen zunehmend inklusiv zu denken und zu lehren. Dazu wird zunächst die Situation behinderter und chronisch kranker Studierender an deutschen Hochschulen in der Diversität der Studiensituationen im Zusammenhang mit Behinderung beschrieben. Beispielhaft werden besondere, bisher in der Regel durch die Institution Hochschule und ihre Lehrenden nicht gedeckte Bedarfe aufgezeigt.
Daran anschließend werden wir uns mit der Rolle der Lehrenden und der Rolle der Studierenden und mit den Auswirkungen von Beeinträchtigungen in der Wissensaufnahme und in Prüfungen auseinandersetzen. Darüber hinaus soll es dann um konkrete Maßnahmen gehen, z. B. um barrierefrei gestaltete Lehrmaterialien sowie um konkrete Rahmenbedingungen bei Sprechstunden, Seminare und Prüfungen.

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Lehrinnovationsprozesse professionalisieren – mit hochschulspezifischen Change Management-Strategien

Birke Sander

Stichwörter: Change Management, Innovation, Professionalisierung

Abstract:

Lehrinnovationsprozesse bedürfen strategischer Vorgehensweisen, die das hochschulspezifische Setting aus Zielgruppen, Stakeholdern, Organisationsstruktur und Ressourcen berücksichtigen.

Diese Change-Prozesse berühren kontextuelle Ebenen, in denen diverse Statusgruppen involviert sind und Programme, Methoden sowie Abläufe neu verhandelt werden müssen. Die multiperspektivische Auseinandersetzung aller Beteiligten mit den sich bietenden Veränderungspotenzialen stellt hinsichtlich gezielter Lehrentwicklung oftmals eine Hürde dar. Partizipation als elementare Bedingung eines gelingenden Wandels stellt Hochschuldidaktiker*innen, Programmverantwortliche und Qualitätsbeauftragte hierbei vor die Herausforderung, den Change-Prozess zielorientiert forcieren, begleiten und abschließen zu können.

Gelingt es, Schwierigkeiten im Lehrinnovationsprozess präventiv-strategisch zu vermeiden? Wie können alle Prozessbeteiligte adäquat in die Gestaltung involviert werden? Sollten Skepsis und Kritik wertschätzend in den Prozess Einlass finden, um eine tragfähige, dem Veränderungsprozess gegenüber positive, Grundhaltung zu etablieren? Alle Akteure und Akteurinnen, die an der Ausgestaltung eines Lehrinnovationsprozesses beteiligt sind und mehr Reichweite, eine stärkere Einbindung als auch Implementation entwickeln wollen, sind eingeladen, hierzu den Einsatz hochschulspezifischer Change Management-Strategien im Kontext ihres Professionsbereiches zu reflektieren.

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Lehrkompetenz in der wissenschaftlichen Weiterbildung – Workshop zur Sensibilisierung für eine neue Zielgruppe

Holger Angenent, Vera Titschen

Stichwörter: Hochschuldidaktik, Erwachsenenbildung, E-Learning, wissenschaftliche Weiterbildung

Abstract:

Lehrkompetenz im Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung ist vielmals noch eine Blackbox. Hochschuldidaktische Forschungen nehmen die speziellen Anforderungen (berufstätiger) Erwachsener nur zögerlich in den Blick.

Dabei sind die Anforderungen an die Lehrkompetenz in der wissenschaftlichen Weiterbildung besonders hoch; Teilnehmende sind anspruchsvoll, kommen häufig mit konkreten Fragen aus der Praxis, verfügen über knappe Zeitbudgets, suchen vielfach eher Lernbegleitende als Dozierende und erwarten zumeist noch ein Prise „Edutainment“. Die Sensibilisierung von Hochschullehrenden für diese Anforderungen stellt häufig kein leichtes Unterfangen dar.

Wie können Professionals in der wissenschaftlichen Weiterbildung und Hochschuldidaktik mit diesem Spannungsfeld umgehen?

Der hier vorgestellte Beitrag möchte ein von den AutorInnen entwickeltes E-Learning-Kursraumkonzept vorstellen, das versucht, sowohl eine Sensibilisierung für die neue Zielgruppe zu schaffen, als auch für die Auseinandersetzung mit E-Learning für die eigene Lehre zu werben.
Die bisherigen Implementierungserfahrungen dieser Konzeption werden dargestellt und in Form von ableitbaren Chancen und Grenzen gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert.

Daran anknüpfend sollen gemeinsam Ansätze zur Implementierung von Konzepten zur Steigerung der Lehrkompetenz entwickelt werden. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Anknüpfung an die Erfahrungen der Teilnehmenden und deren Vernetzung untereinander.

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Mit Ideen, Projekten und vereinten Kräften neue Optionen für Studium und Lehre gestalten und erhalten

Stefanie Füchtenhans, Birgit Frey, Andrea Koch-Thiele

Stichwörter: Transfer von Lehr-Lernformaten, Hochschuldidaktik, individuelle Profilbildung

Abstract:

Das QPL-Projekt inSTUDIES entwickelt und erprobt seit 2011 innovative Lehr-Lernformate an der RUB. Der fakultätsübergreifende Ansatz und die Fokussierung auf die individuellen Profilbildungsmöglichkeiten für Studierende schaffen die konzeptionellen Rahmenbedingungen. Die Verstetigung der Formate, verstanden als dynamischer Entwicklungsprozess, sollen aus Sicht des Projektmanagements, der Hochschuldidaktik und der Projektkoordination beleuchtet werden:

In den Projektlinien "intensiv, international, interdisziplinär und initiativ studieren" wurden seit Projektbeginn über 60 Lehr-Lernprojekte angestoßen. Mit sogenannten Transferveranstaltungen werden nun positiv evaluierte Formate und Methoden campusweit vorgestellt, diskutiert und curricular verortet. Dies geschieht im Optionalbereich, der als Wahlpflichtbereich im Bachelorstudium Möglichkeitsräume zur kreditierten Erprobung neuer Lehrformate bietet. Angestoßen durch diese Dynamik wird zurzeit mit einem Modellversuch eine neue Profilstruktur etabliert und evaluiert. Die Projektsteuerung schafft für die Lehrenden wettbewerbliche Anreize und definiert Kriterien u.a. für Nachhaltigkeit bereits bei der Antragstellung und Begutachtung der Projekte. Feedbackgespräche im Verlauf und eine begleitende Evaluation sichern den Entwicklungsprozess. In der Abschlussphase werden mit allen Projektverantwortlichen Verstetigungsgespräche geführt und konkrete Umsetzungsvereinbarungen ausgehandelt und dokumentiert.

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Multiplikator/innen für gute Lehre – Konzept, Erfolgsfaktoren und Professionalisierung

Petra Nikol, Monika Rummler

Stichwörter: Multiplikator/innen für gute Lehre, didaktische Innovation, akademische Personalentwicklung

Abstract:

Das Poster beleuchtet die hochschuldidaktische Qualifizierung von wissenschaftlichen Mitarbeitenden als eine neue Kategorie von Lehrpersonal, die speziell für die Implementierung und Verbreitung aktivierender Lehr-Lern-Formate in innovativen Lehrprojekten, vor allem in der Studieneingangsphase, eingestellt wurden. Ihre Qualifizierungsziele liegen auf zwei Ebenen: a.) fach- und hochschuldidaktisches Training zur Durchführung interaktiver Lehre und gezielte Weitergabe dieser Kenntnisse an Kolleg/innen (Multiplikator-Funktion); b.) Konzipierung, Umsetzung, Erprobung und Evaluation innovativer Lehrveranstaltungsformate in der eigenen Fachlehre. Sie nehmen an Modulen aus dem akkreditierten Zertifikats-programm sowie maßgeschneiderten Workshops teil. Der Qualifizierungsnachweis erfolgt durch den Erwerb des hochschuldidaktischen sowie des Multiplikator/innen-Zertifikats. Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Entwicklung sind – neben Erfahrungsaustausch und Vernetzung sowie der Evaluation der Lehrprojekte mit einem aktivitätsbasierten Fragebogen – die Entwicklung eines Kompetenzprofils und eines entsprechenden Modell-Curriculums. Die Professionalisierung und nachhaltige Verankerung guter Praxen im Hinblick auf aktivierende Lehre wird durch deren kontinuierliche Identifikation und Implementierung in (aktuellen und zukünftigen) Lehrprojekten gewährleistet.

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Neugestaltung des Informatik-Praktikums in der Basic Engineering School

Sabine Fincke, Heiko Betz

Stichwörter: Studieneingangsphase für Ingenieurstudierende, anwendungsbezogenes Praktikum, Algorithmen und Programmierung

Abstract:

Die Erprobung des BASIC-Lehrmodells ist gekennzeichnet durch eine Reihe aufeinander abgestimmter Maßnahmen, um die Entwicklung der Studierfähigkeit der Ingenieurstudierenden zu fördern. Bisher orientiert sich die Stoffvermittlung für die Ingenieursausbildung an der TU Ilmenau überwiegend an den jeweiligen Fachsystematiken. Das BASIC-Lehrangebot soll- im Vergleich zu den bisherigen Vermittlungsformen- interdisziplinärer, anwendungsorientierter und flexibler gestaltet werden. Ein zentrales Element ist die "Praktische Ausbildung in ingenieurtechnischen Grundlagen" mit einer interdisziplinären Projektarbeit, die in Gruppen mit je drei Studierenden während der ersten beiden Semester des Bachelorstudiums bearbeitet wird. Der zu bauende Autonome Miniaturtransporter (AMT) vereint konstruktive Aufgaben, elektrotechnische Grundlagen in der Sensorsignalverarbeitung sowie Informatikmethoden und Softwareentwurf für den Entwurf einer programmierbaren Steuerung. An dieses Konzept knüpft das neu gestaltete Praktikum im Fach "Algorithmen und Programmierung" an. Im Beitrag werden die Ergebnisse der ersten Erprobung mit der BASIC-Modellgruppe 2014/15 (n=60) beschrieben. In der nächsten Entwicklungsstufe soll das Konzept dieser Praktikumsgestaltung möglichst für alle Ingenieurstudierenden der Universität nutzbar gemacht werden. Die Auswirkungen auf Ressourcenbedarf sowie curriculare und organisatorische Rahmenbedingungen sind hierzu zu beleuchten. Hierzu wünschen wir uns eine Diskussion.

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Oculus Rift, Holodeck und Co in der Lehre

ELLI-Team

Abstract:

Facebook möchte mit der Oculus Rift das Netz-Erlebnis auf eine völlig neue Stufe heben, und auch andere Hersteller bringen Datenbrillen für Privantanwender auf den Markt. Mit Cardboard Vorlagen aus dem Internet lassen sich darüber hinaus aus jedem Smartphone Datenbrillen selber basteln. Im Themenforum haben Teilnehmende die Möglichkeit, eine Datenbrille selbst einmal auszuprobieren und zu diskutieren, welche Chancen sich daraus für die Lehre ergeben.

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Persönlichkeitsentwicklung und Kompetenzförderung im Auslandsstudium: Eine empirische Untersuchung über den Einfluss von Auslandsaufenthalten

Petia Genkova

Stichwörter: Auslandsstudium, interkulturelle Kompetenz, interkultureller Erfolg

Abstract:

Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, welche Auswirkungen ein Auslandsstudium auf die interkulturelle Kompetenz und die Persönlichkeitsentwicklung hinsichtlich der Stressbewältigungsstrategien von Studierenden hat. Es werden zwei Untersuchungen, die den interkulturellen Erfolg in Bezug auf den Auslandsaufenthalt und die Rückkehr betrachten, vorgestellt.
In den beiden Untersuchungen (insg. N 704) werden die Wechselwirkungen zw. den Stressbewältigungsstrategien und soziokultureller und psychologischer Anpassung analysiert, um die Einflussfaktoren von interkulturellem Erfolg zu ermitteln.
Es wurden moderierende Faktoren auf der situationsbezogenen Ebene, u.a. kulturelle Distanz, Aufenthaltsdauer und Kontaktqualität zu Angehörigen der Gastkultur ermittelt. Als Einflussfaktoren der soziokulturellen Anpassungen lassen sich auf der individuellen Ebene Sprachkenntnisse und eine kulturorientierte Ausbildung ermitteln. Zwischen soziokultureller und psychologischer Anpassung kann ein wechselseitiges Beeinflussungsverhältnis festgestellt werden.
Die Studierenden unterscheiden sich ebenfalls in Bezug auf die Copingstrategien. Studierende mit problemorientiertem Coping erzielten einen besseren Studienerfolg als diejenigen, welche emotionszentrierte Copingstrategien verfolgten. Die Studierende, welche tiefergehende Kontakte zu Angehörigen der Gastkultur hatten, zeigten größere Studienerfolge und eine Steigerung ihrer interkulturellen Kompetenz. Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert.

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PROF(i) RETREAT - Ein Programm für etablierte Professor/inn/en

Christin Schramm, Kristine Baldauf-Bergmann

Stichwörter: Programm, Professor, Professorin, Entwicklung

Abstract:

Das Programm PROF(i) RETREAT wurde im Rahmen eines ESF-Projektes entwickelt und ausprobiert und gilt als gemeinsames Projekt der Hochschulen im Bundesland. Für dessen Entwicklung zogen sich die Vizepräsident/inn/en des Bundeslandes auf einer Klausur zurück und entwickelten aus ihrer je eigenen Perspektive ein Programm, welches die eigene Hochschule und die Hochschullandschaft abbildet und gleichzeitig beispielhafte Weiterbildungen, die im Netzwerk ohnehin angeboten werden, bekanntmachen. Im Fokus steht dabei das individuelle Ausprobieren.
Die eigentliche Veranstaltung fast verschiedene Fachgruppen zusammen, die einer ähnlichen Kultur folgen. Die Professor/inn/en werden von ihren Vizes eingeladen und melden sich für die zweitägige Weiterbildung an. Das PROF(i) RETREAT fand neben dem Vize-Retreat zweimal statt und wurde anhand der gemachten Erfahrungen immer weiter entwickelt. Parallel zu den stark austauschorientierten Weiterbildungs-Slots, die die Professor/inn/en auch als spätere Multplikator/inn/en ansprechen, finden individuelle Coachings statt, die in der Themenwahl offen sind.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Professor/inn/en als Personengruppe gesondert in den Blick zu nehmen und sie als Einzelkämpfer/innen anzusprechen und miteinander in den Austausch zu bringen.

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Professionalisierung für die Curriculumentwicklung. Die Potentiale einer Vernetzung der Akteure in Divergenz zu den Strukturen universitärer Alltagspraxis

Carolin Niethammer, Sabine Schöb, Josef Schrader

Stichwörter: Curriculumentwicklung, Professionalisierung, Third Space

Abstract:

Die Professionalisierung für die komplexer gewordenen Anforderungen der Curriculumentwicklung braucht die Kooperation aller Beteiligten über die tradierten Hochschulsektoren hinweg. Dabei birgt die Annäherung zwischen fachlichen und überfachlichen Bereichen sowohl die vielfältigsten Potentiale als auch die größte Herausforderung für die Förderung professioneller Entwicklungsprozesse. In kollegialer Zusammenarbeit von Fachvertretern und zentralen Organen könnte ein perspektivenübergreifender Transfer curricularen Wissens geleistet und für eine Professionalisierung auf personaler sowie organisationaler Ebene konstruktiv genutzt werden. Jedoch findet ein Austausch zwischen den Akteuren curricularer Entwicklungsarbeit häufig im Rahmen obligatorischer Prozesse statt, in denen weder Zeit noch Raum zur gegenseitigen Verständnisgenerierung, als Basis für eine Identifizierung und nachhaltige Implementierung adäquater (Support-)Strukturen, ist.

Im Beitrag wird die Divergenz vom potentiellen Nutzen einer inneruniversitären Vernetzung und dem Verharren in konventionellen Hochschulstrukturen aufgezeigt. Bei einer Gegenüberstellung empirischer Ergebnisse zum v.a. kommunikativen Bedarf von Curriculumentwickelnden und den Erfahrungen mit der universitären Alltagspraxis im Kontext kooperativer Projektarbeit, wird die zentrale Bedeutung der darin implizierten Schnittstellenfunktion deutlich.

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Qualifizierungsprogramm Forschendes Lernen und Scholarship of Teaching and Learning. Workshop-Reihe mit integrierten, reflektierenden Praxisprojekten für Wissenschaftliche MitarbeiterInnen aus MINT-Fächern

Ulrike Bulmann, Timo Lüth, Klaus Vosgerau, Sönke-Mathias Knutzen

Stichwörter: Forschendes Lernen, Scholarship of Teaching and Learning, Weiterqualifizierung

Abstract:

Kombinierte Weiterbildungen zum Forschenden Lernen und Scholarship of Teaching and Learning bergen enorme Potentiale und sind unseres Wissens nicht vorhanden. Das Qualifizierungsprogramm zum Forschenden Lernen und Scholarship of Teaching and Learning, einer Workshop-Reihe mit integrierten, reflektierenden Praxisprojekten, richtet sich an Wissenschaftliche MitarbeiterInnen einer Technischen Universität mit dem Ziel, sie an Forschendes Lernen heranzuführen und bei dessen Integration in ihre Lehre in MINT-Fächern zu unterstützen. Dazu ist eine einjährige Workshop-Reihe in Verbindung mit bedarfsgerechten Praxisprojekten konzipiert und derzeitig für ca. dreißig Wissenschaftliche MitarbeiterInnen umgesetzt. Der Mehrwert liegt u. a. nicht nur in der individuellen und institutionellen Kompetenzentwicklung, sondern auch im Erkenntnisgewinn und direkt einer Lehrveranstaltungsinnovation zur Verbesserung des studentischen Lernens.

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Remote Labs in der Lehre

ELLI-Team

Abstract:

Die Kennwertermittlung mittels Zugversuch ist integraler Bestandteil der Umformtechnik. Am Institut für Umformtechniktechnik und Leichtbau der TU Dortmund wurde ein Remote-Labor entwickelt, mit dem sich dieser Versuch fernsteuern und damit auf eine völlig neue Weise in die Lehre einbinden lässt.
Im Themenforum haben Teilnehmende die Möglichkeit, den Live-Versuch selber fernzusteuern und durchzuführen.

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Schreiben in der Hochschuldidaktik: Institutionelle, konzeptionelle und praktische Anregungen für die Zusammenarbeit von Hochschul- und Schreibdidaktik

Kerrin Riewerts, Stefanie Haacke, Nadine Stahlberg, Elke Langelahn, Anika Limburg, Katinka Netzer, Ulrike Lange

Stichwörter: Hochschuldidaktik, Schreibdidaktik, Lese-Schreibkompetenz

Abstract:

Schreiben ist eine Schlüsselqualifikation, die sowohl im Prozess der Erkenntnisgewinnung als auch in der wissenschaftlichen Kommunikation eine zentrale Rolle spielt. Da Lehrende in der Regel nicht darauf vorbereitet werden, Studierende beim Erwerb dieser Schlüsselkompetenz gezielt zu unterstützen, empfinden sie dies oftmals als eine große Herausforderung. Der Workshop befasst sich daher mit der Frage, wie die Hochschuldidaktik Lehrende dabei unterstützen kann, das Potenzial des Schreibens zu nutzen sowie fächerspezifische Schreib- und Lesekompetenzen zu fördern. Auf einer institutionellen Ebene (wie schreibdidaktische Angebote institutionell in Hochschulen eingefügt sind), einer konzeptionellen Ebene (welche Formate genutzt werden) und einer praktischen Ebene (welche Schreibaktivitäten und Schreibübungen eingebracht werden können) werden Konzepte und Ansätze vorgestellt, diskutiert und mit den Erfahrungen der Teilnehmenden in Beziehung gesetzt. Ebenso erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Übungen, die in der hochschuldidaktischen Praxis eingesetzt werden können, zu erproben und ihre Anwendbarkeit zu diskutieren.

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Seamless Learning – Gelingensbedingungen

Olaf Pütz, Birgit Döringer

Stichwörter: Seamless Learning, Digitale Bildung, Selbstgesteuertes Lernen und Lernerautonomie

Abstract:

Die Integration digitaler Bildungselemente in Studiengänge ist eine gleichwohl zentrale wie aktuelle Herausforderung. Diesen Prozess nahtlos und unterstützend in die Lehre zu integrieren stellt wesentliche Anforderungen an das Konzept "seamless learning". An der Hochschule Fresenius wird der Begriff seamless learning im Sinne eines nahtlosen Lernens verwendet, d.h. "Brüche" im Umgang mit den digitalen Medien müssen identifiziert und überwunden werden.
Der Vortrag bereitet den Prozess von der Identifizierung über die Analyse und die Bewertung der Nahtstellen auf und benennt Veränderungspotenziale. Die daraus resultierenden Gelingens-bedingungen werden am Beispiel eines berufsbegleitenden Studiengangs vorgestellt. Die Hochschule Fresenius arbeitet studiengangs- und standortübergreifend mit der Lernplattform ILIAS.
Ein wesentliches Element der Entwicklung des Konzeptes bildet der Vergleich der Bewertung des Prozesses durch die Lehrenden, ILIAS-Beauftragten und Studiendekane einerseits mit den Rückmeldungen der Studierenden anderseits.
Ziel ist es "E-Kompetenzen" als Elemente der Medienkompetenz von Studierenden – als immer wichtiger werdende Schlüsselqualifikationen ,–- zu wecken und zu fördern. Diese Förderung basiert auf den Faktoren
a) digital unterstütze Lehre,
b) Mediennutzung fördernde Prüfungsassessments und
c) Entwicklung der Lernerautonomie.

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Semesterbegleitende Aufgaben, projektförmige Gruppenarbeit und Portfolioarbeit – Drei Seminarkonzeptionen zur Förderung der Partizipation Studierender in Seminaren

Martin Aßmann, Natalie Enders

Stichwörter: Selbstregulation, Instruktionsdesign, Prüfungsplanung

Abstract:

Studentische Forderungen nach selbstbestimmtem Lernen und flexibler Zeiteinteilung resultierten an vielen deutschen Hochschulen darin, dass Anwesenheit in Seminaren nicht mehr um ihrer selbst willen eingefordert werden darf. Hierdurch werden Lehrende mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Wie können sie die Selbstregulation Studierender im Kontext der neu gewonnenen Freiräume unterstützen? Wie kann ein kontinuierlicher Wissenserwerb Einzelner und zugleich ein ausreichendes Diskursniveau der Gruppe erreicht werden? Welches Prüfungskonzept ist möglichst fair und beugt einer punktuellen Leistungserbringung vor?

Es werden drei Seminarkonzepte vorgestellt, die vor dem Hintergrund instruktionspsychologischer und erziehungswissenschaftlicher Theorien als besonders geeignet erscheinen, den aufgeführten Fragen konstruktiv zu begegnen: Die semesterbegleitende Bearbeitung von Aufgaben, projektförmige Gruppenarbeit sowie Portfolioarbeit. Gemeinsames Ziel der Veranstaltungsformate ist es, die Studierenden beim selbstregulierten Lernen zu unterstützen und ihren Lernzuwachs kontinuierlich zu überprüfen. Zugleich sollen ausreichende Freiräume für eigenständiges Lernen geschaffen werden.

Im Workshop werden die Konzepte und ihre theoretische Einbindung zunächst vorgestellt und persönliche Erfahrungen diskutiert. In der sich anschließenden Praxisphase wird die Übertragung der Ansätze auf eigene Seminarplanungen der Workshopteilnehmer/-innen angestrebt.

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Studentische Initiativprojekte – Neue Wege in der Gestaltung von Lehre und Studium

Yvonne Kohlbrunn, Daniel Weller, Holger Mann, Kathrin Diekmann

Studentisches Engagement, Projektplanung, Projektumsetzung

Abstract:

Ausgehend von Best-Practice-Konzepten sollen sich die Teilnehmer des Workshops im diskursiven Austausch mit der Frage beschäftigen, wie man studentisches Engagement, hinsichtlich der Initiierung eigener Projekte, aktiviert und diese nachhaltig in Lehrveranstaltungen überträgt. Dabei folgt der Workshop einer Zeitachse, welche als methodisches Werkzeug dazu dienen soll die zentralen Akteure, aber auch Meilensteile und Widerstände über die verschiedenen Entwicklungsphasen von der Initiierung studentischen Engagements bis zur nachhaltigen Verstetigung zu verdeutlichen.
Vor dem Zeitmotiv der Zeitachse sollen die Teilnehmenden die wichtigsten Entwicklungsphasen eines Projektes anhand von aktivierenden Fragen bearbeiten, Vorgehensweisen formulieren und diese kritisch hinsichtlich der Umsetzbarkeit an der eigenen Hochschule reflektieren. Das Ziel des Workshops besteht darin, herauszustellen, dass Studierende Experten im Kontext der Hochschullehre sind und wesentliche Stärken (Leistung) und Schwächen (Mängel) in diesem Kontext sensibel wahrnehmen, wodurch sie eine bisher wenig beachtete Ressource für gezielte Verbesserungen darstellen.

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Studienmethodische Förderung in großen Mathematik Serviceveranstaltungen – Wesentliche Maßnahmen für eine erfolgreiche Implementation

Frank Feudel

Stichwörter: Studienmethodik, Mathematik, Gelingensbedingungen, Implementation

Abstract:

Viele Probleme von Studienanfängern in mathematischen Veranstaltungen an der Universität werden durch ungünstige studienmethodische Arbeitsweisen verursacht. Dies betrifft sowohl allgemeine Arbeitstechniken wie eine regelmäßige Vorlesungsnachbereitung als auch mathematikspezifische Denk- und Arbeitsweisen. Diese Probleme wirken sich in mathematischen Serviceveranstaltungen aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen vermutlich noch stärker negativ aus. An der Universität Paderborn wird deshalb seit 2010 den Studierenden in der Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler ein studienmethodisches Konzept zur Unterstützung angeboten, welches direkt in die Lehrveranstaltung integriert ist. Da die Benutzung der angebotenen Methoden freiwillig ist, wurden die Angebote zunächst kaum genutzt. In einem Evaluationsprojekt wurden daher wesentliche Ablehnungsgründe identifiziert. Aus den Ergebnissen der Evaluation erfolgten eine Weiterentwicklung des Konzeptes sowie eine Anpassung der Implementation in der Lehrveranstaltung, was zu einer viel stärkeren Akzeptanz der Methoden führte.
In dem Beitrag sollen das Konzept selbst, Ergebnisse der Evaluation und daraus gezogene Konsequenzen für die praktische Implementation vorgestellt werden. Die Ergebnisse der Evaluation können auch auf andere Lehrveranstaltungen (nicht mathematikspezifisch) übertragen werden und als Gelingensbedingungen für die praktische Umsetzung von Lehrinnovationen zur studienmethodischen Förderung im Allgemeinen aufgefasst werden.

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Transfer über hochschuldidaktische Netzwerke: Ansätze zu einem Lernkulturwandel über thematische Netzwerke

Thilo Harth, Katharina Hombach, Julia Krämer, Charlotte Pernhorst

Stichwörter: Netzwerk, Innovation, Lernkultur

Abstract:

Unsere hochschulinternen Netzwerken zu den Themen "E-Learning", "Master in Teilzeit" und "Studieneingangsphase" werden nicht nur zum Austausch zwischen den Lehrenden und Stakeholdern unserer Hochschule genutzt, sondern konnten sich inzwischen zu einem Innovationsträger für die Hochschullehre etablieren. Impulse von Innen und von außerhalb der Hochschule geben Anregungen für die Weiterentwicklung der eigenen Lehre und schaffen zugleich den schrittweisen Aufbau einer veränderten Lernkultur. Im Beitrag werden Besonderheiten, Charakteristika und Gelingensbedingungen der unterschiedlichen Netzwerke vorgestellt, wobei auch Ergebnisse einer qualitativen Begleitstudie diskutiert werden.

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Vom Einzelfall in die Fläche – Welche Strategien unterstützen die Einführung und Verbreitung neuer Lehr-/Lernformen?

Dorothea Ellinger, Anke Timmann

Stichwörter: Perspektivenwechsel, strukturelle Handlungsräume, Implementierungsstrategien

Abstract:

Fast jede Hochschule hat – oft initiiert und unterstützt durch den Qualitätspakt Lehre – mindestens ein innovatives Lehr-/Lernprojekt. Mal geht die Initiative für dessen Umsetzung von der Hochschulleitung, mal von engagierten Lehrenden, Studierenden oder auch den zentralen Einrichtungen für Hochschuldidaktik und Lehrentwicklung aus und gleichzeitig braucht es die Verknüpfung und Kooperation unterschiedlicher Akteursgruppen für deren nachhaltige Etablierung. In diesem Beitrag soll die Fragestellung, wie sich Lehr-Lernformate flächendeckend in einer Hochschule umsetzen lassen anhand der damit verbundenen Themenfelder: "Kommunikationsstrategien", "strukturelle Handlungsräume" und "Umgang mit Widerständen" unter Einbezug von folgenden zentralen Perspektiven diskutiert werden: Lehrentwicklung und Lehrende.
Ziel ist es, durch das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven den Blick auf die Gegebenheiten an der eigenen Einrichtung zu schärfen sowie die dort möglicherweise vorhandenen unterstützenden Strukturen wahrzunehmen. Eine erfolgreiche Implementierung setzt Kenntnisse über die Handlungsräume voraus und schöpft diese aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen durch den Austausch Impulse für die eigene Arbeit und Ideen für weitere Schritte einer angemessenen Umsetzung, d.h. unter Berücksichtigung der daran beteiligten Akteursgruppen und Perspektiven, mitnehmen.

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Wie ist das Gap zwischen Lehr-Lern-Forschung und evidenzbasierter Hochschuldidaktik zu schließen - Beispiele und Erfahrungen aus der Kompetenzforschung

Matthias Heiner, Malte Lehmann, Bettina Rösken-Winter, Monika Radtke, Reinhard Hochmuth, Jörg Kortemeyer, Rolf Biehler, Niclas Schaper

Stichwörter: Mathematiklernen, Lehr-Lern-Forschung, evidenzbasierte Ingenieurdidaktik, Lehrkompetenzentwicklung

Abstract:

Zwischen Lehr-Lernforschung und evidenzbasierter Hochschuldidaktik klafft häufig eine nicht unbedeutende Lücke, Forschung und Kommunikation, Entwicklung und Hochschuldidaktik fallen auseinander.
Was macht den Übergang von Forschung zur Didaktik prekär und was sind die Gelingensbedingungen für die Schließung von Forschung, innovativer Didaktik und Kompetenzentwicklung von Lehrenden?
An Beispielen soll dies in diesem Themenforum dargestellt und diskutiert werden:

  • an der Modellierung von Mathematikkompetenz in anwendungsbezogenen Kontexten des Laborlernens mit der Fokussierung fachlicher Kontextualisierung, Lernumgebungen und Lernbiografien
  • an der Entwicklung eines Kategoriensystem zur Analyse von Studierendenarbeiten zum Problemlösen in mathematischen und physikalischen Kontexten, zu Problemlösestrategien und erfolgreichen Aufgabenbearbeitung
  • an der Analyse fachspezifischer mathematischer Praktiken in fortgeschrittenen ingenieurwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen und zugehöriger Handlungskompetenzen unter Berücksichtigung mathematischer und fachlicher Aspekte der „ingenieurwissenschaftlichen“ Enkulturation (Habitus).
  • an Konzepten der kompetenzorientierten Analyse typischer Aufgaben zur Elektrotechnik, der Entwicklung von methodischen Verfahren zur normativen Beschreibung von idealisierten Studierendenlösungen.

Andere Beispiele sind gewünscht, die unterschiedliche Aspekte konkret und anschaulich machen können.

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Zielgruppen von Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Medienkompetenz beschreiben und erreichen

Lukas Schulze-Vorberg, S. Franziska C. Wenzel, Claudia Bremer

Stichwörter: Medienkompetenz, Fort- und Weiterbildungen, didaktische Ausbildung von Lehrkräften an Hochschulen

Abstract:

Moderne Informations- & Kommunikationstechnologien werden häufig unter dem Begriff der "digitalen Medien" subsummiert. Ein kompetenter Umgang mit diesen Technologien, als sogenannte "digital citizens" (z.B. Moser, 2013), ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe in modernen Wissensgesellschaften (Heckmann & Horz, in Druck) und stellt damit ein wichtiges Bildungsziel dar (z.B. KMK, 2012). Für die erfolgreiche Vermittlung von Medienkompetenz ist daher entscheidend, wie gut sich Lehrpersonen auf diesen Bildungsauftrag vorbereitet fühlen. Im Rahmen einer freiwilligen Fortbildung zur Nutzung von Lernplattformen sollen erste Anstrengungen unternommen werden, die Zielgruppe von Fortbildungen im Bereich der Mediennutzung zu beschreiben.
Im Sinne der Evaluation der Schulung und der Beschreibung der Teilnehmenden, werden Computernutzung, -einstellungen und -ängstlichkeit erhoben. Diese Konstrukte sollen ebenfalls bei nicht geschulten Lehrenden erhoben werden. Neben Veränderungsmessungen in Bezug auf die Schulung soll durch das Studiendesign auch die Analyse von Unterschieden zu nicht geschulten Lehrenden ermöglicht werden. Im Ergebnis soll somit die Zielgruppe von Fortbildungen im Bereich Medienkompetenz beschrieben werden. Praktische Implikationen für die Identifikation und erfolgreiche Adressierung von Schulungsteilnehmern sollen auf Basis der Studie expliziert und der Nutzen von derartigen Schulungen für das eigene Kompetenzempfinden von Lehrenden dargestellt werden.

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Zusammenhang von hochschuldidaktischen Workshopinhalten, Fachspezifität und Evaluationsergebnissen

Immanuel Ulrich

Stichwörter: Hochschuldidaktische Workshopinhalte, Fachspezifität, Hochschuldidaktische Workshopevaluation

Abstract:

Empirische Fundierung und Fachspezifität sind zwei häufig geforderte Qualitätskriterien hochschuldidaktische Workshops. Es ist aber unklar, ob dies zu positiveren Evaluationen führt.
Dieser Beitrag verfolgt zwei Ziele. Zum einen möchte ich den Zusammenhang von hochschuldidaktischen Workshopinhalten und -evaluationsergebnissen regressionsanalytisch untersuchen. Meine Hypothese ist, dass bei steigender empirischer Fundierung der Workshopinhalte, die Evaluationsergebnisse der Workshops durch die teilnehmenden Lehrenden steigen. Zur Untersuchung der Workshopinhalte analysiere ich deren Lernziele sowie die dort verwendeten Medien (Folien PowerPoint, Fotoprotokoll) inhaltsanalytisch hinsichtlich empirischer Fundierung (theoretische vs. empirische Quellen zu den Inhalten, Umfang der empirischen Absicherung der im Workshop vorgestellten Theorien und Befunde). Die Evaluationsergebnisse der Workshops werden über einen validierten Fragebogen erfasst. Insgesamt liegen mir bislang Daten von 132 Workshops aus den Jahren 2011-15 vor.
Zum anderen kann ich die Workshops in fachspezifische und fachunspezifische Workshops differenzieren. Durch eine Inhaltsanalyse der verwendeten Medien (Folien PowerPoint, Fotoprotokoll) möchte ich Kriterien der Fachspezifität aufzeigen. Zugleich möchte ich auch hier die Evaluationsergebnisse der fachunspezifischen vs. fachspezifischen Workshops vergleichen. Meine These ist hier, dass fachspezifische Workshops positiver evaluiert werden als Fachunspezifische.

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