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DOSS 2012 - Rückblick

Mit beachtlicher bundesweiter Resonanz fand die 5. DOSS (5th Dortmund Spring School for Academic Staff Developers) vom 7. bis zum 9. März 2012 an der TU Dortmund statt. Die DOSS richtet sich an interessierte Hochschuldidaktiker/innen und Hochschullehrende, die an innovativen Lösungen für die Praxis interessiert sind – dieses Mal mit dem Thema "Hochschuldidaktik – Organisation und Innovation“. In diesem Jahr hat sich die DOSS über die Hochschuldidaktik hinaus insbesondere auch an diejenigen gerichtet, die im Rahmen der Forschungsförderung der Hochschulforschung durch das BMBF (Förderlinien "Zukunftswerkstatt Hochschullehre“, "Wissenschaftsökonomie“ und "Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung“) und im Qualitätspakt für die Qualität der Lehre von Bund und Ländern tätig sind, an Programmentwickler/innen sowie an interessierte Personen der neuen Hochschulberufe (Careerservice, Weiterbildung, Lehre-nahe Dienstleistungen wie Forschungs- und Studier-Werkstätten, Tutorienbeauftragte usw.) – an Hochschulmitglieder also, die professionell oder semiprofessionell mit der Entwicklung von Lehre und Studium an Hochschulen befasst sind.

Offenbar ist die Ansprache dieser Professionals durch die DOSS-Organisatoren erfolgreich angekommen und mit dem diesmaligen Thema besonders einschlägig gewesen. Über 240 angemeldete Teilnehmende sind ein eindrucksvoller Hinweis auf die Bedeutung dieses Angebotes und seine Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

Die Lehre an Hochschulen und Universitäten avanciert vom Schattendasein an Hochschulen zur Referenz für Exzellenz. Die Förderung durch Stiftungen, das BMBF und den Qualitätspakt von Bund und Ländern haben einen Diskursgewinn für gute Lehre, eine Projektkulisse und einen Professionalisierungsschub im Umfeld der Lehre ausgelöst. Über die hochschuldidaktischen Einrichtungen hinaus sind hochschuldidaktische Fachzentren etwa in der Mathematik, Jura, Medizin, den Ingenieurwissenschaften, Literaturwissenschaften und der Theologie entstanden. Außerdem werden zahlreiche Projekte und Projektverbünde mit dem Ziel von Strukturverbesserung und Entwicklung von Lehre und Studium gefördert. Damit stellt sich ein erheblicher Bedarf an Begleitung und Entwicklung der Kommunikation über diese Kulisse und die damit verbundene Programm- und Organisationsentwicklung und die Professionalisierung der beteiligten Akteure ein.

DOSS 2012 – das Thema: "Organisation und Innovation"

Die DOSS in diesem Jahr thematisierte den Beitrag von Hochschuldidaktik und Studienreform auf die Organisation und Innovation von Lehre und Studium im Kontext der Hochschulentwicklung. Damit situierte die Tagung Hochschuldidaktik und Studienreform in einem umfassenden Verständnis von Hochschulentwicklung, das Aspekte der Programmentwicklung, Studiengangs- oder Curriculumentwicklung und Personalentwicklung, insbesondere in Form von hochschuldidaktischer Weiterbildung und Beratung, einschließt.

Programmatisch war der Aufruf in diesem Jahr im "Call for Participation" in die Worte gefasst:
"Hochschuldidaktische Programm- und Personalentwicklung wird auf der DOSS 2012 durch den Brückenschlag zur Organisationsentwicklung in eine umfassendere Perspektive gestellt. Wir begreifen sowohl Programm- wie Personalentwicklung als Bestandteil einer ambitionierten Hochschuldidaktik und als Voraussetzung für eine qualitätsorientierte Studienreform … Mit der Ausrichtung hochschuldidaktischer Fragestellungen auf "Organisation und Innovation" wird dem Umstand Rechnung getragen, dass erfolgreiche Studienreform und Hochschuldidaktik die Einbettung in eine zeitlich und räumlich adäquat gerahmte Struktur und eine geeignete Ausstattung voraussetzt und vielfach erst in einer konzertierten Aktion der verschiedenen Akteursgruppen in der Hochschule gelingt: Lehrende und Studierende im Zusammenwirken mit Hochschulleitung und Management, aber auch Experten für den sozialen Wandel, Angehörige hochschuldidaktischer Zentren und andere Gruppen der dritten Sphäre der Universitäten, die im Bereich von Lehre und Studium tätig sind und daran mitwirken, wie das Neue in die Hochschulen kommt und dort nachhaltig verankert wird.“

DOSS 2012 – das Format

Die DOSS findet seit 2004 in regelmäßigem Abstand (2-Jahres-Rhythmus) statt und verbindet verschiedene Ansätze und Aspekte in einem integrierten Konzept. Sie knüpft inhaltlich an ihre Vorläufertagungen an, die sich zwischen 2004 und 2010 im zweijährigen Rhythmus bereits mit Positionen und Perspektiven hochschuldidaktischer Innovation und Qualitätsentwicklung aber auch mit dem Verhältnis von fachübergreifender und fachspezifischer Hochschuldidaktik beschäftigt haben:

  • Austausch zwischen Netzwerken, interessierten Gruppen und Initiativen,
  • aktuelle Fachvorträge zu Entwicklungen in der Hochschuldidaktik,
  • Weiterbildung von Hochschuldidaktikerinnen und -didaktikern,
  • Diskussionsangebote für die Einbettung der Hochschuldidaktik in aktuelle Hochschulentwicklungen und
  • Raum für Diskussionen und Reflexion.

Tagungsstruktur und -ablauf, wie auch die einzelnen Komponenten, sind darauf angelegt, den Austausch zwischen den beteiligten Hochschulmitgliedern anzuregen und ihnen Gelegenheit zu geben, praktische Erfahrungen in der Hochschuldidaktik und Studienreform darzustellen, zu inszenieren und zu reflektieren, mit neuen Ideen zu experimentieren und sich Feedback aus dem interessierten Kreis von Kolleginnen und Kollegen zu verschaffen. Die Tagung wird deshalb als lebendiger Ort eines kommunikativen und kooperativen Miteinanders gestaltet. Dies schließt zum einen ausdrücklich wissenschaftliche Diskurse zu den behandelten Themen ein, besonders wenn ein enger Bezug zwischen Theorie und Praxis hergestellt wird, betont aber auch praxisorientierte, beteiligungsintensive und offenen Formate.

DOSS 2012 – das Ergebnis

Die Zahl der Einreichungen, die dem Call folgten, übertraf die der tatsächlich stattgefundenen Einzelveranstaltungen mit

  • 14 Diskurswerkstätten als Format für wissenschaftlich basierte Diskurse,
  • 8 Workshops als Format für kommunikatives Arbeiten mit Werkstattcharakter,
  • 12 Praxisberichte und 16 Posterpräsentationen, die eine kaleidoskopartige Einsicht in hochschuldidaktische Praxen gewährten.

Sie zeigten eine beeindruckende Annäherung an den Stand forschungsbasierter Reflexion und diskursiver hochschuldidaktischer oder hochschuldidaktisch naher Praxen, wie sie gegenwärtig zu sehen sind, und verwiesen auf das Potential evidenz- und praxisbasierter, reflektierter Entwicklungen, das eine breite Community von Professionals interessiert.

In der Vorkonferenzphase fanden Meetings von Netzwerken und Arbeitsgruppen statt:

  • das bundesweite Netzwerktreffen der Hochschuldidaktik mit ca. 70 Teilnehmenden,
  • die Vorstandssitzung des Berufsverbandes der Hochschuldidaktik dghd,
  • die Akkreditierungskommission der dghd und
  • das Promovendennetzwerk.

Veranstaltungsbegleitend fanden zudem die Mitgliederversammlung der dghd statt und andere Netzwerke und Arbeitsgruppen nutzten die Gelegenheit zu Treffen und Absprachen.

Für die Veranstalter, einem Team des Zentrums für HochschulBildung (zhb) der TU Dortmund, gibt es gute Gründe, zufrieden zu sein. Es war eine sehr gut besuchte Veranstaltung. Offensichtlich ist die Erweiterung der Ansprache über die im engen Sinne hochschuldidaktische Community hinaus gelungen. Die vielgestaltige Veranstaltungsorganisation mit Praxisberichten, Workshops, Diskurswerkstätten und offenen beteiligungsintensiven Veranstaltungsformaten bot unterschiedlichen Interessen eine Plattform für Präsentation, Diskussion und Austausch und für die Teilnehmenden eine ertragreiche Veranstaltung. Insbesondere schufen die offenen Veranstaltungsformen wie World-Cafe, Postersession, OpenSpace und Fishbowl ein hohes Maß an Offenheit, Transparenz und vielgestaltige Beteiligungsmöglichkeiten. Das signalisierte sowohl das formative Feedback während der Veranstaltung als auch die Evaluation nach der DOSS mittels Feedback-Fragebogen: Die Zufriedenheit mit den verschiedenen Veranstaltungsformaten war überdurchschnittlich hoch, besonders die Praxisberichte, in denen Beispiele guter Praxis vorgestellt wurden, wurden geschätzt, wenngleich es Entwicklungsbedarf für diese Formate gibt und eine Verbreitung ihrer Kultur für niederschwellige Einstiege wünschenswert wären. Der Wunsch, mit Präsentation und Diskussion hochschuldidaktischer Hochschulforschung über Fragen der Hochschuldidaktik empirisch basiert diskutieren zu können, ist vor allem mit den Diskurswerkstätten bedient worden. Die Teilnehmenden betonten – neben dem Gewinn für ihre Professionalisierung – vor allem einen persönlichen Gewinn.

DOSS – ein Ausblick

Damit hat sich die DOSS als Tagungs-Plattform wissenschaftlich basierter Kommunikation in Theorie und Praxis in der hochschuldidaktischen Community offensichtlich etabliert und ist mit der Perspektive der Professionalisierung der Hochschuldidaktik auch für weitere Personenkreise attraktiv – ein wichtiger Schritt für die Professionsentwicklung eines in disziplinärer Hinsicht eher heterogen zusammengesetzten Feldes mit häufig prekären, projektabhängigen Beschäftigungsverhältnissen.

Der Zuspruch signalisiert, dass sich die DOSS als Format für die Professionalisierung in der Hochschuldidaktik etabliert hat und für Perspektiven der auf Lehre bezogenen Personal- und Organisationsentwicklung attraktiv ist.

Die hohe Beteiligung aus der Community mit Diskurswerkstatt- und Workshop-Angeboten, Praxisberichten und Posterpräsentationen verweist auf die vielfältigen Ressourcen der Community und ihre hohen Kommunikationsangebote.
Es wurden Personen erreicht und einbezogen, die sich bisher nicht zur Community gehörig fühlten: Professionals in Projekten und Projektverbünden im Rahmen des Qualitätspakts ebenso wie die in der Hochschulforschungsförderung des BMBF, die ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit in die hochschuldidaktische Diskussion einbrachten.

Für die Zukunft wäre zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Erwartungshaltungen wahrscheinlich jeweils praxisorientierte und wissenschaftsorientierte Formate präferieren und deshalb zu unterschiedlichen Zufriedenheiten führen werden. Dennoch ist gerade die osmotische Bewegung von Praxis und Empirie basierter Wissenschaftlichkeit von besonderem Interesse und der besondere Charme dieser Veranstaltung liegt gerade in der Begegnung und im Austausch dieser unterschiedlichen Perspektiven und der an sie geknüpften Erwartungen.

Die hohe Zustimmung im Feedback bezogen auf das Format Praxisberichte bestätigt die Bedeutung der DOSS für den Berufsalltag und den gefühlten Gewinn für die Professionalisierung. Die hohe Zufriedenheit mit den Werkstattformaten Workshop und Diskurswerkstatt unterstreicht den Bedarf an Kommunikation insbesondere auch in der wissenschaftlichen Diskurs-Perspektive. Wenn dies in den unterschiedlichen Formaten möglicherweise nicht ausreichend gut zu unterscheiden war, könnten eine Profilierung der Formate und die Absprachen mit den Anbietenden bei weiteren Malen die Erwartungen der Teilnehmenden besser treffen.

Die nächste DOSS wird 2014 (wieder am zhb der TU Dortmund) durchgeführt.



Nebeninhalt

Logo der DOSS 2012

  • Wann?

    7.-9. März 2012
  • Wo?

    TU Dortmund
    "Campus-Treff"
    Vogelpothsweg 120

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