Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Hauptinhalt

Abstracts

Tagung: Schwere Behinderung und Inklusion – Facetten einer nicht ausgrenzenden Pädagogik

 

Parallele Foren

Forum 1 - Prof.’in. Dr. Kerstin Ziemen (Universität zu Köln)

Titel: Inklusion und Schule – Zur Situation von Kindern und Jugendlichen, die unter den Bedingungen von schwer(st)er Behinderung leben

Abstract: In der Diskussion um Inklusion ebenso wie in der schulischen Praxis erscheint der Personenkreis der Kinder und Jugendlichen, die unter den Bedingungen von schwer(st)en  oder mehrfachen Behinderungen leben, nur marginal. In diesem Forum wird das Verhältnis von Inklusion und Exklusion im schulischen Kontext bearbeitet. Nach einem einführenden Vortrag besteht die Möglichkeit zum Austausch.

 

 

Forum 2 - Prof. Dr. Erik Weber (Evang. Hochschule Darmstadt)

Titel: „…und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben“ - Inklusive Perspektiven für Erwachsene mit hohem Unterstützungsbedarf in allen Lebensbereichen -  Heraus-forderungen, Widerstände, Perspektiven

Abstract: In Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention ist unmissverständlich formuliert, wie sich Unterstützungsleistungen im Bereich des Wohnens für Menschen mit Beeinträchtigungen weiterentwickeln müssen. Nicht nur in Bezug auf diesen zentralen Lebensbereich, sondern auch in Bezug auf alle anderen bedeutenden Lebensbereiche führt die Konvention Eckpunkte an, an denen sich bei Gestaltung eines inklusiven Gemeinwesens zu orientieren wäre.

Insbesondere für erwachsene Menschen mit hohen Unterstützungsbedarfen stellt die Umsetzung und Ausgestaltung dieser Forderungen eine große Herausforderung dar. Dieser Personenkreis wird in den aktuellen Debatten, beispielsweise um die Reform der Eingliederungshilfe, nahezu vollständig ausgeklammert.

Der Vortrag versucht, ausgehend von dem in der Konvention benannten Handlungsbedarf  im Lebensbereich Wohnen, zentrale Zielperspektiven zu beschreiben, deren Erreichen die Gestaltung eines inklusiven Gemeinwesen ermöglichen kann. Zudem soll aber auch ein kritischer Blick auf das vom Fach der Heil- und Sonderpädagogik mitgetragene, in der Öffentlichkeit sich durchsetzende, eindimensionale Bild von (insbesondere sog. geistiger) Behinderung gelegt werden, um zu verstehen, warum der Diskurs um Teilhabe und Inklusion für den Personenkreis der Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf so schwerfällig verläuft und seine Umsetzung mit großen Hindernissen und Widerständen zu kämpfen hat. Nach dem einführenden Vortrag besteht die Möglichkeit zum Austausch.

 

Workshopangebot

Workshop 1 - Prof. Dr. Jens Boenisch (Universität zu Köln)

Titel: Verständigung ermöglichen: Neue Ansätze zur Sprachförderung mit Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung

Abstract: In der Kommunikation bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit schwerer Behinderung fällt auf, dass sich die Verständigung vielfach auf das Zeigen (Sprechen) von Substantiven und einzelnen Verben reduziert (Essen/Trinken, Auto, Ball, spielen, singen etc.). Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass der Anteil an so genannten kleinen Wörtern wie „da, das, was, warum, auch, nicht, weg, hier, auf, in, nochmal" in der Alltagssprache sehr hoch ist. Dieses „Kernvokabular" kann in unterschiedlichen Situationen vielfältig eingesetzt werden. Im Workshop werden beispielhaft neue Kommunikationshilfen mit Kern- und Randvokabular vorgestellt, die die häufigsten Wörter der Alltagssprache beinhalten und durch die spezifische Anordnung das Lernen grammatikalischer Grund-strukturen ermöglichen. Am Beispiel der Kölner Kommunikationstafeln wird vor allem eine neue Methode der Sprachförderung vorgestellt, die auch auf den Einsatz von Gebärden oder elektronischen Kommunikationshilfen übertragbar ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Gelegenheit, an Praxisbeispielen und in Übungen erste eigene Erfahrungen zu sammeln und ein systematisches Vorgehen im Alltag zu erproben.

 

 

Workshop 2 - Prof.'in Dr. Barbara Ortland (Kath. Hochschule Münster)

Titel: „(un-)möglich?“ Realisierung sexueller Selbstbestimmung von Menschen mit schwerster Behinderung in unterschiedlichen Handlungsfeldern

Abstract: Menschen mit schwerster Behinderung werden häufig als „sexuell neutral“ abgewertet, eine eigene Sexualität wird ihnen abgesprochen. Sexuelle Selbstbestimmung wird selten als entwicklungsförderliche Ressource gesehen oder als unterstützenswert bewertet. Im Workshop werden knapp Grundlagen sexueller Entwicklung dargestellt sowie sexualfeindliche Lebensbedingungen als vorrangiges Hindernis skizziert. Möglichkeiten sexualfreundlicher Entwicklungs- und Lebensgestaltung werden gemeinsam für diesen Personenkreis vor dem Hintergrund verschiedener Handlungsfelder diskutiert.

 

 

Workshop 3 - Prof. Dr. Wolfgang Lamers (HU Berlin)

Titel: Klangschalentherapie oder Arbeit? – Angebote für Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung im Förder- und Betreuungsbereich (oder vergleichbaren Einrichtungen)

(Abstract folgt)

 

 

Workshop 4 - Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse (TU Dortmund) und M.A. Ines Westermann (TU Dortmund)

Titel: Forschendes Lernen: Projekte zur Bildung und Förderung von Menschen mit Komplexen Beeinträchtigungen

Abstract: Die Kernidee Forschenden Lernens besteht darin, bei der Auseinandersetzung mit fachlichen Inhalten schon früh eine Verknüpfung zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren praktischer Umsetzung zu schaffen. Die individuellen Lern- und Studienprozesse sollen forschungsorientiert ausgestaltet werden, indem Elemente des Forschens in den Lernprozess integriert werden. Den Studierenden werden dabei forschungsbasierte und reflektierte Einblicke in die Berufspraxis ermöglicht. Weiterhin verspricht das Studienformat die studentische Reflexionsfähigkeit in Bezug auf eigene Kompetenzen oder erworbene Kompetenzniveaus zu stärken.

Zu den Kernkompetenzen im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung gehören Fähigkeiten zur Bildung und Förderung von Menschen mit Komplexen Beeinträchtigungen. Diese Personengruppe ist daher in allen Lehrveranstaltungen von Relevanz. Im besonderen Fokus steht sie in den Seminaren „Forschendes Lernen - Einführung in die Kommunikationsförderung“ und „Forschendes Lernen – Förderung von Menschen mit Komplexen Beeinträchtigungen“.

Den Ausgangspunkt für das Forschende Lernen bilden Forschungsfragen, die in einem gemeinsamen Prozess von Lehrenden, Praxispartnern und Studierenden generiert werden. Das Studienformat ist so angelegt, dass die Studierenden unter wissenschaftlicher Leitung  eigenverantwortlich eine Projektaufgabe von der Planung bis hin zur Auswertung durchführen. In Förderschulen, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Wohnheimen u.a.m. werden kleine Bildungs- oder Fördereinheiten durchgeführt, für die zum Teil auch Materialien,  z.B. im Bereich Unterstützter Kommunikation oder Basaler Stimulation, selbst erstellt werden.

Die Studierenden lernen in kooperativer Weise selbstbestimmt und innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens kleine Bildungsprojekte mit Menschen mit Komplexen Beeinträchtigungen zu realisieren und diesen Prozess wissenschaftlich zu fundieren und zu reflektieren.

Der Workshop stellt dieses Studienmodell, sowie die konkrete Gestaltung einiger Bildungs- und Förderprojekte vor.

 

 

Workshop 5 - SoL Carla Klimke (Oberlinschule Volmarstein)

Titel: Kultur verbindet! – Kulturelle Projekte an der Oberlinschule Volmarstein

Praktische Möglichkeiten schulischer Bildung für Kinder und Jugendliche mit schwerer und mehrfacher Behinderung

Abstract: In der Oberlinschule Volmarstein führen Schülerinnen und Schüler mit schwerer Behinderung seit 2006 kulturelle Projekte durch. Die kulturelle Arbeit in der Schule bietet dabei die Möglichkeit des Brückenschlags zu (fast) allen Bildungsinhalten und schafft vielfältige Teilhabe und Begegnungsmöglichkeiten.

Anhand von anschaulichen, praxisnahen Beispielen aus den verschiedenen Projekten führt der Workshop exemplarisch durch die kulturelle Arbeit an der Oberlinschule. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Anregungen für Themen, Zugangsweisen und Elementarisierungsmöglichkeiten von kulturell relevanten Bildungsinhalten und Begegnungsmöglichkeiten mit ganz unterschiedlichen Menschen.

 

 

Workshop 6 - Prof.'in em. Dr. Irmgard Merkt (TU Dortmund)

Titel: "das klinget so herrlich, das klinget so schön..." – Teilhabe an der Musikkultur

Abstract: Musik hören oder Musik machen - bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit schwerer und mehrfacher Behinderung scheint das manchmal die Frage. Allerdings: Musikhören und Musikmachen ergeben erst zusammen die umfängliche Teilhabe an der Musikkultur. Jeder klingende Gegenstand kann zum Hören und Lauschen anregen, aber auch zum Musikinstrument werden und als musikalisches Material in Förder- und Unterrichtssituationen dienen. Der Workshop gestaltet den Aspekt "Teilhabe an der Musikkultur" mit traditionellen und experimentellen Mitteln.