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START IN DIE LEHRE. Eine hochschuldidaktische Einführung in das Lehren und Lernen an der Technischen Universität Dortmund

Die folgende Beschreibung des Weiterbildungsprogramms START IN DIE LEHRE basiert auf den Forschungsergebnissen der Dissertation von Dr. Sigrid Dany: Start in die Lehre. Qualifizierung von Lehrenden für den Hochschulalltag. Reihe: Bildung - Hochschule - Innovation, Bd. 4. Münster: Lit-Verlag, 2007.
Stand der Daten ist daher das Jahr 2004.

Beschreibung des Programms

Für die wissenschaftliche Karriere an der Hochschule und die wissenschaftliche Reputation spielen Forschung und Veröffentlichungen eine entscheidende Rolle. Die zu Beginn der 1990er Jahre entfachte Debatte um die Qualität der Hochschulausbildung rückte auch die Lehre mehr und mehr in den Vordergrund. Junge Wissenschaftler/innen, die nach dem Studium an der Hochschule bleiben, um wissenschaftlich zu arbeiten, können zwar zu Expert/inn/en ihres Faches werden, dies qualifiziert sie aber nicht automatisch für die Lehre. Es fehlt meist an Kompetenz, Wissenschaft zu kommunizieren, die Studierenden an dem Prozess der Erkenntnisgewinnung zu beteiligen und für einen erfolgreichen Abschluss ihres Studiums zu motivieren.

Der Bereich Hochschuldidaktik des Zentrums für HochschulBildung (zhb) der Technischen Universität Dortmund bietet die Möglichkeit, die hochschuldidaktische Kompetenzentwicklung von Wissenschaftler/innen vor Ort zu fördern, indem ihre Vermittlungsfähigkeiten wissenschaftlicher Inhalte geübt und verbessert werden.

Mit dem Weiterbildungsprogramm START IN DIE LEHRE. EINE HOCHSCHULDIDAKTISCHE EINFÜHRUNG IN DAS LEHREN UND LERNEN AN DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT DORTMUND leistet der Bereich Hochschuldidaktik einen Beitrag zur Professionalisierung in der Lehre. Das Programm richtet sich insbesondere an Wissenschaftler/innen, die am Anfang ihrer beruflichen Lehrtätigkeit stehen und basiert auf den Anforderungen, die sich ihnen im universitären Lehrbetrieb stellen.

START IN DIE LEHRE wird seit 1995 jährlich vor Beginn des Wintersemesters angeboten. Es handelt sich um eine dreitägige Weiterbildung, in der sich Plenum, Workshops und Seminargruppen abwechseln. Das Programm wendet sich an Wissenschaftler/innen aller Fachbereiche. Es bietet den frisch mit der Lehre Beginnenden eine Orientierungshilfe, wie sie ihre Lehre gestalten können, damit Studierende erfolgreich lernen.

Das Programm setzt sich aus folgenden Themengebieten zusammen:
Präsentation, Moderation, Planen von Lehrveranstaltungen, Lehren und Lernen, Didaktisches Design von Lehr- und Lernveranstaltungen, Internationalität, e-learning, Persönlichkeitsbildung, Rollenreflexion.

Anregungen für die Ausgestaltung dieses hochschuldidaktischen Einführungsprogramms resultieren zum einen aus hochschuldidaktischen Modellen in Deutschland aus den 1970er/80er Jahren zum anderen aus Forschungsaufenthalten an US-amerikanischen Hochschulen Mitte der 1990er Jahre.

START IN DIE LEHRE hat im Jahr 2000 das Akkreditierungsverfahren der Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik (AHD e.V.), das der Qualitätssicherung hochschuldidaktischer Angebote dient, erfolgreich durchlaufen.

Die konzeptionellen Leitgedanken von START IN DIE LEHRE sind:

  1. Stellenwert der Lehre sichtbar machen.
  2. Lehren kann gelernt werden.
  3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit durch Zusammensetzung der Gruppen fördern.
  4. Gelegenheit zum informellen Austausch bieten.
  5. Gemeinsames Reflektieren dient der Professionalisierung.

Entwicklung und Bewertung von START IN DIE LEHRE

START IN DIE LEHRE ist ein Programm, bei dem der Erwerb praktischer hochschuldidaktischer Kompetenzen und der Austausch über die Fachgrenzen hinweg im Mittelpunkt stehen. Den Einschätzungen, Wünschen und kritischen Anregungen der Teilnehmer/innen wird große Bedeutung beigemessen. Sie fließen direkt in die Programmgestaltung ein. Seit der Einführung dieser Weiterbildung werden regelmäßig Rückmeldungen der Teilnehmer/innen erhoben, die der Qualitätsüberprüfung und Weiterentwicklung dienen. In den ersten beiden Jahren schilderten die Teilnehmer/innen ihre Erfahrungen und Kritik zum Programm auf Wandzeitungen im Rahmen der Auswertungsrunde der Gesamtveranstaltung. Seit 1997 wird als Veranstaltungsfeedback ein Feedback-Fragebogen mit 16 standardisierten und offenen Fragen eingesetzt, der seitdem immer wieder modifiziert und ausgewertet wird. Die Auswertungskriterien beziehen sich auf fünf Bereiche: Organisation (Zusammenstellung des Tagungsprogramms), Programminhalt (Bewertung einzelner Veranstaltungsangebote, Themenvorschläge), Erwartung der Teilnehmer/innen an das Programm, persönliche Eindrücke (positive und negative Rückmeldungen, Lücken und Änderungswünsche, berufliche Relevanz der Inhalte) und personenbezogene allgemeine Angaben (Geschlecht, Lehrerfahrung, Fachrichtung).

Der Rücklauf für die Jahre 1997-2004 beträgt insgesamt 68%. Die Auswertung der Fragen zeigt, dass der Anspruch größtenteils eingelöst wird. Etwa die Hälfte (54%) schätzen sich zum Zeitpunkt ihrer Teilnahme an Start in die Lehre als Anfänger/innen in der Lehre. Auch wenn bei Betrachtung der einzelnen Jahre die Erwartungen z.T. sehr unterschiedlich befriedigt wurden, ist festzustellen, dass sie über die Jahre 1997-2004 größtenteils erfüllt wurden.

Teilnahme von über 500 Lehrende in 10 Jahren

START IN DIE LEHRE wendet sich in erster Linie an die Mitglieder der Technischen Universität Dortmund, steht aber auch in begrenztem Umfang Interessierten anderer Universitäten offen. So haben in der Vergangenheit Wissenschaftler/innen z.B. der Universitäten Köln, Mannheim, Heidelberg, Trier, Jena, Münster, Bochum, München, oder Weimar teilgenommen. Von 1995 bis 2004 waren es insgesamt 537 Wissenschaftler/innen. Aus Kapazitätsgründen ist die Teilnahme pro Jahr auf 60 Personen und auf maximal drei Workshops pro Person begrenzt.

Ausweitung des Workshopangebots

Seit dem Jahr 1995 wurde das Workshopangebot von sieben (1995) auf fünfzehn (2004) Workshops erweitert. Bei ihrer Durchführung wird das Kollegium des Bereichs Hochschuldidaktik von uni-internen Kolleg/inn/en, dem Rektorat der Technischen Universität Dortmund und externen Refernt/inn/en unterstützt. Die Finanzierung des Programms erfolgt zum größten Teil aus den Personal- und Haushaltsmitteln des Bereichs Hochschuldidaktik und zu einem sehr geringen Teil aus den Teilnahmegebühren.

Ein Blick zurück und in die Zukunft

START IN DIE LEHRE war 1995 in Deutschland die erste systematische Einführung in die Lehre. Seitdem gibt es an mehreren deutschen Universitäten (z.B. Braunschweig, Hamburg, Rostock, Paderborn, Bochum, Aachen) ähnliche Angebote. Es hat sich von seinen Anfängen 1995 bis zum Jahr 2004 zu einem Standardprogramm etabliert, das Begrüßung, Kennenlernen über die Fachgrenzen hinweg und Qualifizierung von Mitarbeiter/innen der Technischen Universität Dortmund umfasst. Für ähnliche Programme an anderen Hochschulen, Hochschuldidaktischen Zentren und Arbeitskreisen in NRW und anderen Bundesländern (z.B. Baden Württemberg) spielte es eine bedeutende Vorreiterrolle.

Die Qualifizierung von Wissenschaftler/innen für die akademische Lehrtätigkeit hat unter dem Paradigmenwechsel "from teaching to learning" d.h. das Lehren vom Lernen her zu denken, eine immer gewichtigere Schlüselfunktion für die Hochschulen und Wissenschaftler/innen erhalten.

Die bundesweite Diskussion um eine stufenförmige hochschuldidaktische Ausbildung, bestehend aus einem Kerncurriculum und darauf aufbauenden weiterführenden Stufen, hat das Hochschuldidaktische Zentrum der Universität Dortmund veranlasst, sein Weiterbildungsprogramm für Lehrende in Module zu untergliedern und damit eine systematische hochschuldidaktische Weiterbildung anzubieten. START IN DIE LEHRE ist darin der erste Baustein auf dem Weg zu einer umfassenden hochschuldidaktischen Aus- und Weiterbildung und Teil des Personalentwicklungskonzeptes für Wissenschaftler/innen an der Technischen Universität Dortmund.

Veröffentlichungen zum Thema

Dany, Sigrid

  • (2007) Start in die Lehre. Qualifizierung von Lehrenden für den Hochschulalltag. Reihe: Bildung - Hochschule - Innovation, Bd. 4. Münster: Lit-Verlag
  • (2005) 10 Jahre "Start in die Lehre – eine hochschuldidaktische Einführung in das Lehren und Lernen an der Universität Dortmund". Daten Erwartungen und Meinungen. In: Journal Hochschuldidaktik. Themenschwerpunkt: Hochschulforschung: Innerinstitutionell. 16. Jg. Nr. 1 April 2005
  • (2005) HDZ: Zertifikate für die Qualifizierung für die Lehre. In: unizet 2/05
    (2003) Neues Angebot am HDZ: Modularisierung hochschuldidaktischer Weiterbildung und Beratung. In: Journal Hochschuldidaktik. 14. Jg. Nr. 2, S. 3
  • (1995) Start in die Lehre an der UniDo. Hochschuldidaktische Einführung. In: HDZ-Rundbrief 6. Jg. Nr. 2, S. 9 f
  • (1995) Professionalisierung akademischer Lehrtätigkeit in den USA. In: HDZ-Rundbrief, 6. Jg., Nr. 1. 1995, S. 18 f
  • (1994) Zur Professionalisierung akademischer Lehrtätigkeit. Eine empirische Untersuchung der Qualifizierung der Hochschullehrertätigkeit in den US und in der Bundesrepublik Deutschland. In: HDZ-Rundbrief, 5. Jg. Nr. 2, S. 13 f

Außerdem:

  • (2004) Start in die Lehre – Mit Vergnügen lehren. In: unizet 11/2004. Nr. 365
  • (2002) Gefragt: Lehrer-Training. In: Die Zeit. Nr. 43 (17.10.2002). Sonderbeilage "Chancen für Hochschulabsolventen" (ull)
  • (2001) Auch Lehren will gelernt sein. In: Süddeutsche Zeitung 10.11.2001 (Frank Gerstenberg)


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