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DOSS 2014 – Abstracts

Chamäleon Hochschuldidaktik - Ihre Haltung spielt eine Rolle!

Patricia Heufers, Julia Knoch, Kristina Müller

Zielgruppe: Mitarbeiter/innen der Hochschuldidaktik

Inhalt: Hochschuldidaktiker/innen sind mit unterschiedlichen Rollen konfrontiert: Sie sind bspw. Berater/in von Lehrenden, Dozent/in von Workshops für Lehrende und/oder Auftraggeber/in für externe Trainer/innen. Entscheidend für das Ausfüllen dieser unterschiedlichen Rollen sind zum einen die persönliche Haltung zur Hochschuldidaktik, zum anderen unterschiedliche Kompetenzbereiche. Um mit dem „Rollenstrauß“ der hochschuldidaktischen Tätigkeiten umgehen zu können, bedarf es einer persönlichen Reflexion der eigenen Haltung und Kompetenzen.

Konzept: In dem Workshop werden Sie anhand eines kurzen theoretischen Inputs an die Termini Haltung, Rolle und Kompetenz herangeführt. Vor diesem Hintergrund haben Sie anschließend die Möglichkeit, Ihre Haltung zur Hochschuldidaktik sowie Ihre verschiedenen Rollen unter Berücksichtigung Ihrer Ressourcen und Kompetenzen in Tandemarbeit zu reflektieren. Daran schließt sich die Frage an, was die Ergebnisse dieses Reflexionsprozesses für die Hochschuldidaktik und folglich für die Lehre bedeuten. Abschließend geben wir Ihnen eine Methode mit auf den Weg, anhand derer Sie die Selbstreflexion im Arbeitsalltag fortführen können.

Learning-Outcomes: Reflexion der eigenen Haltung zur Hochschuldidaktik sowie der eigenen Rollen in der Hochschuldidaktik und Zugewinn neuer Handlungsoptionen.

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Changing Academic Work and Changing Academic Identities

Prof. Dr. Liudvika Leisyte, zhb – Professur für Hochschuldidaktik und Hochschulforschung

Academic profession has been traditionally governed by scientific norms and disciplinary communities. Research suggests that the welfare state reforms have increasingly targeted universities to become more ‘complete and corporate’ organizations and this has resulted in more managed universities as we can observe in the Anglo-Saxon countries (Krücken and Meier 2006; Leisyte and Dee, 2012). How are academic roles changing as a result of reforms and organizational shifts? Does organizational managerialism replace disciplines as the source of identity for academics? Is the holistic academic identity threatened? I will first discuss the changes in the institutional environment of academics, especially reflect on the changing working conditions for academics. Further, the dynamics of roles in academic work will be presented and discussed with a focus on structural, functional and social differentiation in academic roles and identities. Finally, a reflection and a typology of academic identities in a managerial context will be presented with the implications of these developments for the protected spaces of academic work.

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Den Peer-Gedanken in der Tutor(inn)enausbildung stärken

Maike Wiethoff, Dr. Anika Limburg

Zielgruppe: alle, die Tutorinnen und Tutoren qualifizieren (möchten), und Programmverantwortliche

Inhalt: Tutor(inn)en haben eine anspruchsvolle Aufgabe: Sie müssen nicht nur die zu vermittelnden Inhalte sowie angemessene Lehrmethoden und Moderationstechniken beherrschen, sondern auch eine Haltung dazu entwickeln, wie sie mit den potenziell konfligierenden Ansprüchen umgehen: einerseits als Peer ihren Tutand(inn)en gleichgestellt zu sein, andererseits aber die Verantwortung für eine gute Lernatmosphäre und die Aufbereitung der Inhalte zu tragen und damit andere Aufgaben bearbeiten zu müssen und über eine andere Expertise zu verfügen, als es die Tutand(inn)en tun.

Konzept: In diesem Workshop werden wir Teile unseres Konzepts für die Ausbildung von (Schreib-)Tuto­rinnen vorstellen. Es werden die interaktiven Anforderungen an Tutor(inn)en reflektiert, Reflexionsmethoden präsentiert, erprobt und ihre Nutzbarkeit für unterschiedliche Qualifizierungsmaßnahmen diskutiert. Diese Methoden eignen sich zwar insbesondere für die Qualifizierung von Tutor(inn)en, die beratend tätig sind, sie sind jedoch auch in der Ausbildung von Fachtutor(inn)en wichtige Instrumente.

Intended learning outcomes: Nach Besuch der Veranstaltung

  • kennen die Teilnehmenden wesentliche Gründe dafür, warum die Aufgabe von Peer-Tutor(inn)en komplex und problematisch ist, und welche Auswirkungen es haben kann, wenn diese Komplexität innerhalb einer Qualifizierung unberücksichtigt bleibt.
  • kennen sie Methoden, die in Qualifizierungsmaßnahmen eingesetzt werden können, damit Tutorinnen und Tutoren ihre Haltung reflektieren.
  • haben sie erste Ideen erarbeitet, wie sie ggf. diese Methoden in ihrer Praxis anwenden können.

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Developing digital and global fluency through global classroom-based education

Prof. Dr. James F. Groves, School of Engineering and Applied Science, University of Virginia

During the past half century, engineering advances in information technology (IT) and communications have sparked unprecedented global connections. These advances have fostered exceptional and challenging cross-cultural, global interdependencies at the level of individuals, corporations, and nations, generated new market opportunities, motivated outsourced manufacturing, and reshaped engineering product design and development. These advances are also rewriting the role and skillset of engineers. In response, engineering education must change to prepare future engineers for the emerging, distinctly different global environment of commerce and product development, an environment in which engineers must work with colleagues, clients, and materials located across continents. This talk will discuss the new educational skillset that should be developed in students who wish to participate in this connected global economy. Specifically, the talk will focus upon the distributed communication skills and the intercultural understanding which should be developed. It will also provide some examples of how today's IT communication solutions can be used to form a global classroom that joins students across the globe into an interactive learning environment.

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Die Lehrentwicklung von Nachwuchswissenschaftlern begleiten und bewerten: Lehrqualifizierung und -evalution im Tenure Track Verfahren

Dr. Daniela Popp, Dr. Annette Spiekermann, Dr. Alexandra Strasser

Im Zuge des Tenure Track Verfahrens durchlaufen NachwuchswissenschaftlerInnen innerhalb von 6 Jahren ein dreistufiges Qualifizierungs- und Evaluierungsprogramm, das ihre Entwicklung in den Bereichen Forschung und Lehre fördert und fordert. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den folgenden Fragestellungen:

  • Wie können kompetenzorientierte Kriterien definiert werden, anhand derer die Lehrentwicklung von Tenure Track ProfessorInnen erfasst/dokumentiert werden kann?
  • Welche Perspektiven sollten in die Erfassung/ Dokumentation der Lehrentwicklung einfließen (oder: bei der Dokumentation der Lehrentwicklung berücksichtigt werden)?
  • Wie kann auf der Basis der Dokumentation ein tragfähiges Gutachten zur Evaluierung der Lehrentwicklung von Tenure Track ProfessorInnen erstellt werden?
  • Wie kann ein kriterienbasiertes Qualifizierungsprogramm speziell für Tenure Track KandidatInnen aussehen?

Ein 20- bis 30-minütiges Input fokussiert die Erfassung der Lehrentwicklung von Tenure Track ProfessorInnen an der TU München. In diesem Rahmen wird das zugrundeliegende, pragmatische Kompetenzprofil von Hochschullehrenden vorgestellt und die Elemente/Perspektiven der Evaluierung umrissen (studentische Lehrveranstaltungsbeurteilung, hochschuldidaktisches Expertengutachten, Selbstevaluierung der Kandidaten), die erforderlich sind, um die Entwicklung der Lehrkompetenz zu erfassen und darzustellen.

Das parallele Qualifizierungsprogramm für Tenure Track ProfessorInnen zielt darauf ab, mit den Tenure Track ProfessorInnen einen kooperativ entwickelten, individuellen Kriterienkatalog für gute Lehre zu erstellen, der die Basis für die Evaluierung der Lehrentwicklung in den Status Assessments und der finalen Tenure Evaluation darstellt. In Eckpunkten werden zudem relevante formaljuristische Anforderungen an das Verfahren dargelegt.

Fragen zur Diskussion:

  • Good Practice Erfahrungen mit hochschuldidaktischen Gutachtenformaten zur Lehrqualität
  • Ergänzende/weiterführende Ideen für die Zielgruppe der Tenure Track ProfessorInnen
  • Qualifizierungsprogramm für Tenure Track ProfessorInnen verpflichtend vs. freiwillig?
  • Erfassung der Lehrkompetenzentwicklung vs. Erfassung der absoluten Lehrkompetenz – Vor- und Nachteile?
  • Rollenkonflikt Hochschuldidaktiker: Wie kann ich gleichzeitig bei der Kompetenzentwicklung als Mentor zur Seite stehen und später bei der Evaluation der Gutachter sein, der über den weiteren Werdegang entscheidet?

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Ein pragmatischer Ansatz zur Modellierung von Lehrkompetenz in den Ingenieur- und Naturwissenschaften

Dr. Andreas Fleischmann, Christine Gluth, Alexandra Strasser

Dieser Workshop richtet sich an Lehrende und Hochschuldidaktiker der Ingenieur- und Naturwissenschaften. In diesem Workshop wollen wir einen pragmatischen Ansatz, Lehrkompetenz zu modellieren, vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmern sowohl den Prozess der Kompetenzmodellierung (Planung, Prozessschritte, Potentiale und Einsatzfelder, Erfolgsfaktoren und Fallstricke) als auch ausgewählte Inhalte (Kompetenzen, Kompetenzstufen, Kompetenzcluster) diskutieren und vertiefen. Im Idealfall geht aus dem Workshop ein loses Netzwerk von Hochschuldidaktikern und Lehrenden hervor, die an ihren jeweiligen Hochschulen eigene hochschul- und fachspezifische Kompetenzmodelle entwickeln und darüber im gegenseitigen Erfahrungsaustausch bleiben.

Seit Sommer 2012 beschäftigen wir uns an der Technischen Universität München damit, Lehrkompetenz zu modellieren: ausgehend von den Tätigkeitsfeldern der Lehrenden haben wir die verschiedenen nötigen Lehrkompetenzen identifiziert, beschrieben und strukturiert. Ein solches Kompetenzmodell, das neben Kompetenzen und Kompetenzniveaus auch Kompetenzprofile umfasst, kann zum einen Lehrende dabei unterstützen, ihre Lehrkompetenz einzuschätzen und gezielt weiterzuentwickeln. Zum anderen kann ein solches Modell auch Hochschuldidaktiker dabei unterstützen, ihr Weiterbildungsprogramm kompetenzorientiert weiterzuentwickeln und klassische Kursprogramme durch weitere Formen des Kompetenzerwerbs zu ergänzen.

Aber nicht nur das Kompetenzmodell als Ergebnis des Modellierungsprozesses ist ein wichtiges Produkt; auch der Prozess selbst, das gemeinsame Diskutieren, Abwägen, ist ein wichtiges Produkt: bereits der kritisch-konstruktive Diskurs von Praktikern und Theoretikern über die Lehrkompetenz kann ein wichtiger Beitrag zur Professionalisierung der Lehre und zur Stärkung der Lehrkultur sein.

In dem Workshop werden wir den Teilnehmenden die Prozessgestaltung und die Prozessergebnisse der Kompetenzmodellierung an der Technischen Universität München vorstellen und ausgewählte Aspekte in der gemeinsamen Diskussion vertiefen. Da unser Kompetenzmodell sich stark an den Disziplinen einer Technischen Universität orientiert (die sich zum Teil erheblich von denen anderer Disziplinen unterscheiden), zielen wir vor allem auf Lehrende und Hochschuldidaktiker aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften und verwandten Disziplinen.

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Fachbezogene Hochschuldidaktiken im Vergleich

Prof. Dr. Dr. h.c. Ludwig Huber, Prof. Dr. Dr. h. c. Johannes Wildt

Während Lehrende an Hochschulen von ihrer fachlichen Herkunft, Zugehörigkeit und wissenschaftlichen Reproduktion aus Lehre im Kontext ihrer Fächer denken und gestalten, ist die Hochschuldidaktik überwiegend fachübergreifend aufgestellt. Mit dem Bedeutungszuwachs und der Verbreitung der Hochschuldidaktik in den letzten 1 ½ Jahrzehnten hat die Thematisierung fachbezogener Fragenstellung in der Hochschuldidaktik jedoch vermehrte Aufmerksamkeit gefunden. Dies lässt sich an zwei Beobachtungen belegen.

Zum einen haben sich in verschiedenen Fachrichtungen eigene fachbezogene Hochschuldidaktiken entwickelt, allerdings in recht unterschiedlicher Breite und Tiefe und zudem asynchronen Prozessen und in unterschiedlichen Institutionalisierungsformen. Beeindruckend ist da insbesondere die Medizindidaktik mit einem eigenen Master of Medical Education, der GMD (Gesellschaft für Medizindidaktik) als einer eigenen Fachgesellschaft, dem jährlich vergebenen ars legendi, Lehrstühlen, Arbeitsgruppen, Institute, Habilitationen in Medizindidaktik. Es gibt aber auch in anderen Fächern beachtenswerte Ansätze, z.B. das Zentrum für rechtswissenschaftliche Fachdidaktik (ZerF) in Hamburg, das khdm (Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik der Mathematik getragen von Kassel, Paderborn und zurzeit Lüneburg), TeachING-LearnING.EU als Kompetenzzentrum für die Lehre in den Ingenieurwissenschaften. Aber auch in vielen anderen Fächern bzw. Fächergruppen wie Geschichte, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, der künstlerischen Hochschulbildung werden interessante Ansätze fachbezogener Hochschuldidaktik verfolgt.

Zum anderen fasst derzeit die in der Linie von Boyers Gutachten für die Carnegie-Foundation entstandene Bewegung einer "Scholarship of Teaching and Learning", die in den beiden letzten Jahrzenten eine weltweite Ausdehnung erfahren hat, mittlerweile auch hierzulande Fuß. Das Interesse, die Bereitschaft und die Praxis einer wachsenden Zahl von Lehrenden, ihre eigene Lehre zu erforschen, erstreckt sich verständlicher Weise vorwiegend auf die eigene fachliche Lehre und deren Kontext. Auch in Deutschland finden sich mittlerweile Beispiele einer "good practise" in erklecklicher Zahl. Sie warten darauf, sichtbar und kommuniziert zu werden, sich untereinander auszutauschen und sich in "communities of practice" zu entwickeln. Im internationalen Vergleich lässt sich absehen, dass sich solche Entwicklungen, die sich im Kontext der Fächer abspielen, auch in Deutschland wachsende Verbreitung finden können.

Zwar sind beide Aspekte der Herausbildung fachbezogener Hochschuldidaktik nicht erforscht, es lassen sich jedoch eine Fülle von Beobachtungen zusammentragen, die eine Systematisierung lohnend und erste Trendabschätzungen möglich erscheinen lassen. In jedem Fall ist die institutionalisierte Hochschuldidaktik in Deutschland gut beraten, die anhaltenden Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen und sich strategisch darauf einzurichten.

In der Diskurswerkstatt soll mit Expertinnen und Experten aus den verschiedenen fachbezogenen Hochschuldidaktiken diskutiert werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich im Vergleich identifizieren lassen. Dazu wird von Leitern der Diskurswerkstatt ein Kriterienraster vorgelegt, das sich sowohl auf den kognitiven Gehalt der in den fachlichen Kontexten verfolgten Lehr-Lernkonzepte bezieht (theoretische und empirische Begründungszusammenhänge) als auch auf Charakteristika der Bewegungen und Institutionalisierungen bezieht. Besonderes Augenmerk soll darauf gerichtet werden, in welchen Hinsichten fachkulturelle Unterschiede sich auch in den didaktischen Auffassungen und Praktiken manifestieren. Aus allgemeiner hochschuldidaktischer Perspektive ist ferner von großem Interesse zu erfahren, welche Modifikationen zentraler Konstrukte, wie "Lernendenzentrierung", "Tiefenlernen"; "Gestaltung von Interaktionsbeziehungen"; "Constructive Alignment"; "Kompetenzorientiertes Lehren und Prüfen"; "Educational Beliefs und Lehrauffassungen" u. v. m., im Kontext der Fächer erfahren.

Die Diskurswerkstatt, die der Bestandsaufnahme und Systematisierung dient, wird am darauffolgenden Tag mit einer Zukunftswerkstatt fortgesetzt, in der die Konsequenzen und Strategien für eine kohärente Hochschuldidaktik im Zusammenwirken fachbezogener und fachübergreifender Ansätze erörtert wird.

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Forschungsbasierte Hochschuldidaktik: Wie können Forschung und Hochschuldidaktik zusammenkommen?

Prof. Dr. Niclas Schaper, N.N.

Die hochschuldidaktische Hochschulforschung wie auch die Hochschulforschung insgesamt hat in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung erfahren. Darin steckt ein Potential für die wissenschaftliche Unterfütterung hochschuldidaktischer Konzepte und evidenzbasierter hochschuldidaktischer Weiterbildung, das noch nicht hinreichend genutzt sein dürfte. Zudem sind an vielen Stellen und in unterschiedlichen Bezügen Selbstbeobachtungen, Praxisreflexionen, Lehrexperimente u.a. in wissenschaftlich eingebetteten Formaten der Selbstbeobachtung in der Hochschuldidaktik zu sehen (in Publikationen oder auf Tagungen), die ein hohe Bereitschaft zur systematischen Reflexion und Interesse an wissenschaftlicher Kommunikation signalisieren. Auch hier sind die Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft.

Die Forschungskommission der dghd hat in der jüngsten Vergangenheit ein Raster von interessierenden Bezugspunkten, Themen und Methoden erstellt, das Wünschenswertes für eine hochschuldidaktische Hochschulforschung markiert. Dies kann als Ausgangspunkt für eine Diskussion mit den Beteiligten der Zukunftswerkstatt genutzt werden, diese oder weitere Themen zur Sprache zu bringen - und eigens zu gewichten.

Insbesondere sollen Fragen danach, wie aus der hochschuldidaktischen Praxis Impulse aufgenommen oder Anschlüsse an die hochschuldidaktische Praxis weitergegeben und kommuniziert werden können, diskutiert werden.

Ziel dieser Zukunftswerkstatt soll es sein, die Koppelung von Forschung und Selbstreflexion mit hochschuldidaktischer Praxis zu entwickeln und die Gelegenheiten für Anschlüsse sichtbar zu machen oder neue anzubahnen: Forschung und Hochschuldidaktik näher zusammenkommen zu lassen.

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Forschendes Lehren: Ein Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung von Hochschullehre

Prof. Dr. Birgit Spinath, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

 Zur Verbesserung der Qualität von Hochschullehre wird das Konzept des Forschenden Lehrens vorgestellt. Beim Forschenden Lehren wird die Lehre zum Gegenstand der Forschung, indem die Wirkungen des eigenen didaktischen Handelns untersucht werden. Der Begriff ist angelehnt an den in der Hochschuldidaktik etablierten Begriff des Forschenden Lernens. Während die Ziele des Forschenden Lernens primär die Lernenden fokussieren, betreffen die Ziele des Forschenden Lehrens Lehrende und Lernende gleichermaßen. Das übergreifende Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Lehre. Dies sollte sich auf Seite der Studierenden in gesteigertem Lernerfolg, hoher Motivation für die Lerninhalte und Zufriedenheit mit den Lernbedingungen niederschlagen. Gleichzeitig sollten auch der Lernerfolg, die Motivation und die Zufriedenheit mit der Lehre auf Seiten der Lehrenden gesteigert werden. Darüber hinaus soll das Forschende Lehren zu Erkenntnisgewinn über Lehr-Lernprozesse führen, der über die einzelne Lehrveranstaltung hinaus generalisierbar ist. In diesem Vortrag wird anhand eines Beispiels der in mehreren Phasen verlaufende, iterative Prozess des Forschenden Lehrens veranschaulicht. Es wird aufgezeigt, wie in einer großen Vorlesung durch systematische Variation der Lehr-Lernbedingungen auf Seiten der Studierenden Lernerfolg, Motivation und Zufriedenheit mit den Lernbedingungen optimiert werden können. Daraus werden verschiedene Prinzipien für erfolgreiches Lehren und Lernen in der Hochschule abgeleitet.

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Gender- und Diversity-Aspekte als integraler Bestandteil der Hochschuldidaktischen Weiterbildung für die MINT-Lehre

Silke Augustin, Kristin Probstmeyer, Prof. Dr. Nicola Döring

Vor dem Hintergrund die individuellen Interessen und Bedürfnisse der Lehrenden und Studierenden stärker als bisher zu berücksichtigen und sozialen Disparitäten aufgrund tradierter (Geschlechter)rollenstereotype und männlich konnotierter Fachkulturen in den MINT-Studiengängen entgegenzuwirken, bildet die Berücksichtigung von Gender- und Diversity-Aspekten im Kontext von Hochschullehre ein wichtiges Qualitätsmerkmal guter Hochschullehre. Aber wie sieht die praktische Umsetzung aus? Welche konkreten Konzepte und Hilfestellungen gibt es für MINT-Lehrende, ihre Lehrveranstaltungen gender- und diversitysensibel zu gestalten? Welche inhaltliche Ausrichtung müssen oder sollten diesbezüglich zukünftige Weiterbildungsangebote für Lehrende haben?

Im Rahmen dieses Workshops werden diese Fragen thematisiert. Nach einem Impulsvortrag zu Grundlagen der technischen und naturwissenschaftlichen Hochschuldidaktik und zu Intention und Aufbau der Gender-Diversity-Toolbox werden die Workshop-Teilnehmer/innen angeleitet, eigene gender- und diversitysensible Formate zu konzipieren. Je nach Teilnehmer/innenkreis und Interessenslage besteht hierbei die Möglichkeit zwei Arbeitsgruppen zu bilden:

  • Gruppe 1: Konzeption gender- und diversitysensibler Lehr-/Lernbausteine für die MINT-Lehre
  • Gruppe 2: Konzeption gender- und diversitysensibler Weiterbildungsangebote im MINT-Bereich, vor allem in Veranstaltungen des hochschuldidaktischer Basisangebots

Zielgruppe: Lehrende der MINT-Fächer, Hochschuldidaktiker/innen

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Hochschulen als Communities of Practice – Konsequenzen für die Gestaltung von Lehrveranstaltungen

Dr. Elisabeth Wegner

"Communities of Practice (CoP)" sind mehr oder weniger informelle Gemeinschaften, die durch ein gemeinsames Interesse an der Weiterentwicklung einer "Praxis" gekennzeichnet sind (Wenger, 2002). Der Begriff ist sehr weit anwendbar: So stellt sowohl das Krankenpflegepersonal, das sich in der Mittagspause über den besten Umgang mit einer bestimmten Patientin austauscht eine CoP dar, als auch ein Kongress für Archäolog/inn/en, in dem sie sich über aktuelle Entwicklung in der Denkmalpflege beraten. Viele informelle Lernprozesse sind in CoPs eingebettet. Lave & Wenger (1991) vertreten sogar die Auffassung, dass alles Lernen innerhalb von solchen Communities situiert ist. Lernen besteht aus dieser Perspektive nicht im Aufbau von Wissensstrukturen, sondern in der Enkulturation von zunächst peripheren Teilnehmer/innen in die Gemeinschaft, bis sie zentrale Teilnehmer/innen sein können und Aufgaben in der Community übernehmen können.

Auch Hochschulen können als CoPs betrachtet werden: Hochschulen sind dadurch gekennzeichnet, dass Lehrende und Lernende im Austausch stehen, und sich für ein gemeinsames Thema interessieren. Die Praxis an der Universität besteht darin, neues Wissen zu generieren und andere an diesem Wissen teilhaben zu lassen. Lernen geschieht also sowohl auf Seiten der Lehrenden und der Lernenden. Viele Lernformen an Universitäten lassen sich im Lichte der CoP betrachten. Ein Seminar ist z.B. mit einer kleinen Forschungseinheit gleichzusetzen, in der die einzelnen Themen erarbeiten und damit gleichzeitig an typischen Praktiken der wissenschaftlichen Disziplin (z.B. Vorträge halten, Diskussionen führen, wissenschaftliche Arbeiten schreiben) teilhaben und damit erlernen.

In einer eigenen Untersuchung, in der wir die Lehrenden nach ihren "Metaphern des Lehrens und Lernens" gefragt haben, äußerte ein ein großer Teil der befragten Lehrenden implizite Lehrauffassungen, die der der CoP entsprechen. Viele verfolgten auch explizit das Ziel, die Studierenden in ihr Fach vor allem "eine bestimmte Denkweise" erlernen sollten, d.h. sie zu "enkulturieren". Es zeigte sich aber auch, dass viele Lehrende nicht wussten, wie sie diese Vorstellung in die Tat umsetzen sollten, da ihn passende Lehrstrategien fehlten.
Im Workshop sollen a) die Ergebnisse der Studie zu Vorstellungen von Lehrenden präsentiert werden, b) Konsequenzen des Gedanken der Hochschule als CoPs erörtert und c) diskutiert werden, wie das Konzept fruchtbar in der Hochschule zur Anwendung kommen kann.

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Inklusives Lehren und Lernen als Herausforderung an die Hochschuldidaktik (Fokus Behinderung und chronische Erkrankungen)

Dr. Birgit Rothenberg

Die Ergebnisse der 20. Sozialerhebung zeigen, dass rund 7% der Studierenden sich durch eine gesundheitliche Einschränkung im Studium beeinträchtigt fühlen, 1,8 % ganz erheblich. Im Hochschulalltag wird die Situation dieser Gruppe nur in geringem Umfang zur Kenntnis genommen.

Die größten Probleme im Studium entstehen durch die zeitlichen und formalen Vorgaben der Studienordnungen, relevant sind außerdem beeinträchtigungsbedingte Schwierigkeiten in Prüfungs- und Lehrsituationen. Diese betreffen die Gestaltung von Lehrveranstaltungen ebenso wie die Bereitstellung von aufbereitetem Lehr- und Lernmaterialien, die Länge von Unterrichtseinheiten oder zeitliche oder formale Bedingungen von Prüfungen und Leistungsnachweisen. Bedeutsam ist zudem die Ausgestaltung von Nachteilsausgleichen.

Die gleichberechtigte Teilhabe der Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten an der Hochschulbildung wird auch deshalb erschwert, weil Lehrende und Prüfende oft nur unzureichend Kenntnis von den unterschiedlichen besonderen Bedarfen behinderter Studierender haben und verunsichert sind. Es fehlt das Wissen um eine barrierefreie Hochschullehre und die in diesem Zusammenhang erforderlichen Unterstützungsangebote. Studierende sind häufig auf umfangreiche individuelle Selbsthilfe angewiesen, wenn sie den Studienabschluss erlangen wollen. Diese von behinderten Studierenden in Eigenverantwortung organisierten didaktischen Ergänzungen gehören dem Grunde nach in den Verantwortungsbereich der Lehrenden und der Organisation Hochschule.

Die HRK (2009) geht davon aus, dass Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden sollen, damit Lehrende und Mitarbeiter/innen in Serviceeinrichtungen diesen Aufgaben gerecht werden können. Diese sollten für die besonderen Belange der Studierenden mit Behinderung sensibilisieren und über die Anforderungen an eine barrierefreie Hochschuldidaktik informieren.

Nach einer kurzen Einführung zu den unterschiedlichen Verantwortlichkeiten der beteiligten Personengruppen für eine Inklusive Hochschullehre (Lehrende, Verwaltungsmitarbeitende, Studierende) werden gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmenden Visionen von Lehr- und Lernprozessen einer Inklusiven Hochschullehre sowie pragmatische Schritte einer Entwicklung von Weiterbildungsbausteinen für hochschuldidaktische (Weiter-)Bildungsangebote entwickelt.

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Kompetenzorientiert prüfen, leistungsgerecht bewerten - Stand der Prüfungspraxis in den Ingenieurwissenschaften

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Jungmann, FOM School of Engineering / zhb, TU Dortmund

Ingenieurinnen und Ingenieure sind kreative Problemlöser, die in Wahrnehmung ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Verantwortung Lösungen für die Probleme von heute, morgen und übermorgen entwickeln. Dabei arbeiten sie an der Nahtstelle von Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik auf Basis ihrer fachlich fundierten Handlungskompetenz. So lautet im Allgemeinen das angestrebte ZIEL der Ingenieurausbildung.

In ihrem STUDIUM hingegen lernen Studierende der Ingenieurwissenschaften noch viel zu oft tausende von Präsentationfolien und Skriptseiten auswendig, um das Wissen über Fakten, Prozeduren und Konzepte in Klausuren zu reproduzieren und dann gedanklich zu den Akten zu legen. Sie besuchen Vorlesungen, in denen GELEHRT wird, gehen dann nach Hause oder in die Bibliothek, um zu LERNEN und werden anschließend GEPRÜFT. Positive Beispiele zeigen, wie gut es möglich ist, LEHREN, LERNEN und auch PRÜFEN zu integrieren und dem Wahnsinn zu entkommen, am Semesterende für fünf kurz hintereinander stattfindende Klausure pauken zu müssen.

Der Vortrag beginnt mit einem Blick auf die Funktion von Prüfungen im Ingenieurstudium und auf die zu prüfenden Kompetenzen. Im Mittelpunkt stehen die Gestaltung, die Durchführung und die Auswertung von Prüfungen vor dem Hintergrund von Qualität und Professionalität. Anhand von Praxisbeispielen wird die Situation verdeutlicht. Abschließend wird eine Methode vorgestellt (und zur Diskussion gestellt), wie kompetenzorientierte Prüfungen ebenso wie Lehr-Lern-Umgebungen stärker an den angestrebten Lernergebnissen ausgerichtet werden können.

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Lehre und Lernberatung durch TutorInnen in der Mathematik - die TutorInnenschulung "Universitäres Fach-Coaching in Mathematik"

Dr. Jörn Schnieder, Torsten Nicolaisen, Detlev Jan Friedewold

Viele MINT-Studierende erleben gerade zu Beginn ihres Mathematikstudiums erhebliche Lernschwierigkeiten. Nur selten geht es ausschließlich um mangelnde Fachkompetenz. Viel häufiger fehlt es am notwendigen Selbstvertrauen, an einem konstruktiven Umgang mit Frustration und Rückschlägen und an Strategien für ein motiviertes, selbstgesteuertes Mathematiklernen. Um diesen oft hochgradig individuellen Lernschwierigkeiten besser gerecht zu werden, bietet das Institut für Mathematik der Universität zu Lübeck seit dem WS 2012/13 Lernberatungen (Fach-Coachings) insbesondere für StudienanfängerInnen an.

Das Besondere dieses Angebots besteht darin, dass die Lernberatungen von erfahreneren Studierenden, TutorInnen, durchgeführt werden. Auf diese Aufgabe werden die TutorInnen durch eine mehrtägige Schulung vorbereitet, die von einem dreiköpfigen Team aus erfahrenen Lern-Coaches und einem Mathematikdidaktiker geleitet wird.

Die Schulung deckt inhaltlich verschiedene Bereiche tutorieller Lehre und Lernbegleitung ab und gibt Impulse sowohl für die Leitung herkömmlicher Übungsgruppen als auch für die Durchführung individueller Lernberatungen. Die TeilnehmerInnen lernen Werkzeuge kennen, mit deren Hilfe sie insbesondere Studienanfänger beim strategischen Lernen und Verstehen von Mathematik nachhaltig unterstützen können: bei der Aneignung mathematischer Inhalte und Techniken sowie bei der Überwindung von dabei häufig auftretenden Schwierigkeiten. Neben der Vermittlung mathematikdidaktischer Grundlagen geht es in dieser Schulung deshalb schwerpunktmäßig um den Erwerb und Ausbau von lern- und kommunikations­psychologischem Wissen: Unter welchen Voraussetzungen können Unterrichts- und Beratungsgespräche als hilfreich empfunden werden und das Lernen unterstützen? In enger Orientierung an und Auseinandersetzung mit den Leitlinien professioneller Beziehungsgestaltung und den drei Haltungsvariablen nach Carl Rogers werden mathematikdidaktische Kenntnisse in Verbindung mit Bausteinen klientenzentrierter Gesprächsführung vermittelt und eingeübt.

In unserem Workshop werden wir zunächst das didaktische Konzept der Schulung in einem kurzen Input skizzieren, an ausgewählten Unterrichtsszenarien illustrieren und zusammen mit einem Ausblick auf denkbare Forschungsperspektiven zur Diskussion stellen. Im zweiten Teil des Workshops sind die TeilnehmerInnen eingeladen, auch ganz praktisch einzelne Übungen aus der TutorInnenschulung selbst zu erproben.

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Modelle guter Hochschullehre: Expertenurteile von Lehrpreisträgern, Hochschulforschern und Hochschuldidaktikern

Dr. Immanuel Ulrich, Goethe-Universität Frankfurt

Gute Hochschullehre hat das Ziel, die Studierenden optimal zu bilden. Die Frage „Was ist gute Hochschullehre“ stellt sich dabei in verschiedenen Bereichen: Dozierenden in Lehrveranstaltungen (Mikroebene), Gremien studiengangsübergreifend (Mesoebene) und Präsidien auf Hochschulebene (Makroebene). Oftmals bedingen eher persönliche Vorlieben als empirische Befunde die Antwort. Während in der Schulforschung die Dimensionen guten Unterrichts breit be- und erforscht wurden (z.B. Hattie, 2009; Klieme, 2006; Marzano, 1998, Walberg & Lai, 1999), sind Aspekte guter Hochschullehre nur in vergleichsweise wenigen Studien untersucht worden (z.B. Abrami, d'Appolonia & Rosenfield, 2007; Berendt, 2000; Feldman, 1989; Murray, 1997). Auch wurden im Schulbereich Modelle guten Unterrichts (vgl. z.B. Helmke, 2003; Meyer, 2004; Klieme, 2006) erstellt, während im Hochschulbereichs bislang nichts desgleichen existiert, auch wenn zwischen beiden Bereichen gute Transfermöglichkeiten gegeben sind ("What's good for the goose is good for the gander", Walberg, 1984, S. 24).

Dieser Vortrag wird einen Überblick zu den empirisch gefundenen Dimensionen guter Hochschullehre auf Mikro-, Meso- und Makroebene geben: Es soll aufgezeigt werden, wo die unterschiedlichen Akteure ansetzen können, um die Hochschullehre zu verbessern. Die präsentierten Ergebnisse basieren auf ausführlichen Literaturrecherchen und einer selbst durchgeführten Expertenbefragung. In dieser Delphi-Studie wurden 62 Expert(inn)en guter Hochschullehre aus allen Teilen Deutschlands interviewt: (1) Erfahrene Lehrende als „praktische Experten“, die von Kollegen (Lehrpreise etc.) und studentischen Evaluationen als "gut" angesehen werden; (2) Forschende der pädagogischen Psychologie, die sich theoretisch mit Fragen guter Lehre, mit Qualität von Lehre und Lehr-Lern-Prozessen beschäftigen; (3) Hochschuldidaktiker, die Weiterbildungen zu guter Lehre konzipieren und durchführen.

Die vorgestellten Modelle guter Hochschullehre zeigen, inwieweit sich die Expertisegruppen bzgl. der genannten Aspekte guter Hochschullehre sowohl untereinander, als auch im Vergleich zur Empirie von Schul- und Hochschulforschung hin unterscheiden. Jedem Aspekt guter Lehre (z.B. der Motivation der Studierenden) ist die mittlere Effektstärke und Anzahl gefundener Studien zugeordnet. Die Effektstärken werden auf verschiedene Ergebnisebenen hin (Wissen, Kompetenzzuwachs, Zufriedenheit, wissenschaftliche Sozialisation der Studierenden etc.) ausdifferenziert.

Literatur
Abrami, P. C., d'Appolonia, S. & Rosenfield, S. (2007). The dimensionality of student ratings of instruction: What we know and what we do not. In R. P. Perry & J. C. Smart (Eds.), The Scholarship of Teaching and Learning in Higher Education: An Evidence-Based Perspective (pp. 385–456). New York: Springer.

Berendt, B. (2000). Was ist gute Hochschullehre? Zeitschrift für Pädagogik, 41, 247-260.

Feldman, K. A. (1989). The association between student ratings of specific instructional dimensions and student achievement. Research in Higher Education, 30 (6), 583-645.

Hattie, J. A. (2009). Visible Learning: A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement. Oxon/New York: Routledge.

Helmke, A. (2003). Unterrichtsqualität: Erfassen, bewerten, verbessern. Seelze: Kallmeyer.

Klieme, E. (2006). Unterrichtsqualität, Schulqualität und Leistungsentwicklung im Fach Deutsch: Befunde der DESI-Studie. Symposium Deutschdidaktik. Weingarten, 18. September 2006

Marzano, R. J. (1998). A theory-based meta-analysis of research on instruction. Aurora, CO: Mid-Continent Research for Education and Learning.

Meyer, H. (2004). Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen.

Murray, H. G. (1997). Effective teaching behaviors in the college classroom. In R. P. Perry & J. C. Smart (Eds.), Effective teaching in higher education. Research and practice (pp. 171–204). New York: Agathon Press.

Walberg, H.J. (1984). Improving the Productivity of America’s Schools. Educational Leadership, 41 (8), 24.

Walberg, H. J. & Lai, J.-S. (1999). Meta-Analytic Effects for Policy. In G. J. Cizek (Ed.), Handbook of Educational Policy (pp. 419–453). London: Academic Press.

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Modulübergreifend prüfen: Kompetenzorientierung über die Grenzen der Fachdisziplin hinaus

Dr. Oliver Reis, Dr. Britta Baumert

Spätestens seit Bologna fordert die Hochschuldidaktik kompetenzorientiertes Lehren und Prüfen an den Hochschulen. Das bedeutet, dass sich die Hochschullehre an den Kompetenzen orientieren soll, die im späteren Berufsleben gefordert werden. Gleichzeitig soll die Lehre wissenschaftsorientiert und forschungsgestützt erfolgen und sich somit von einer Berufsausbildung unterscheiden.

Doch berufliche Praxis und universitäre Forschung unterscheiden sich enorm. Während die Forschung in der Regel innerhalb der eigenen Fachdisziplin in die Tiefe geht und zu immer tiefer gehender Spezialisierung neigt, wird im beruflichen Kontext zunehmend die Vernetzung der verschiedenen Disziplinen und der kreative Umgang mit Fachwissen, also echte Fachkompetenz erwartet. Kompetenzorientiertes Lehren und Prüfen erfolgt daher in den meisten Fällen lediglich innerhalb der Grenzen der eigenen Fachdisziplin – häufig sogar innerhalb der Grenzen eines Lehrstuhls.

Die katholische Theologie an der TU Dortmund hat die Studienreform der Lehramtsstudiengänge zum Anlass genommen, sich diesem Problem zu widmen. So schließen die Studierenden nicht mehr jede Fachdisziplin mit einer separaten Prüfung ab, sondern müssen in Form einer modulübergreifenden Prüfung zeigen, dass sie dazu in der Lage sind, ein Thema fachwissenschaftlich und fachdidaktisch aus der Perspektive der verschiedenen Fachdisziplinen zu durchdringen. Mittlerweile konnte der zweite Durchgang dieser modulübergreifenden Prüfungen abgeschlossen werden.

Dr. Oliver Reis und Dr. Britta Baumert waren maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung des neuen Prüfungskonzepts beteiligt, das sich zur Zeit in der Erprobungsphase befindet und begleitend evaluiert und reflektiert wird. Im Rahmen dieser Diskurswerkstatt soll neben der theoretischen Darlegung des Konzeptes und der praxisbegleitenden Reflexion die Übertragung in andere Fachbereiche diskutiert und angeregt werden.

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Möglichkeiten des hochschuldidaktischen Austauschs und Kooperation

Dr. Elisabeth Paus, Jens H. Hellmann

Die Hochschuldidaktik öffnet sich einer Vielfalt von Themenfeldern, die für die Weiterqualifizierung der Lehrenden relevant sind. Dabei handelt es sich zum einen um Bereiche, die spezifisch für den Lehr-Lernkontext sind (z.B. Lehrmethoden, Prüfungsgestaltung, Seminarplanung). Gleichzeitig gibt es jedoch auch Bestandteile, die eher in den Bereich der Weiterbildung weniger spezifischer (Kern-)Kompetenzen fallen und starke Überlappungen zu den Angeboten anderer (universitärerer) Einrichtungen haben. So ist zum Beispiel der Bereich "Stimm- und Sprachentwicklung für die Lehre" ein zentraler Bereich der hochschuldidaktischen Weiterqualifizierung, der jedoch auch durch andere universitäre Weiterbildungseinrichtungen aufgegriffen wird. Ein anderes Beispiel sind Kurse zur Nutzung digitaler Lernplattformen, die häufig durch technische Zentren angeboten werden. Die Inhalte dieser Kurse beziehen sich unter anderem auch auf didaktische Aspekte, sind aber dennoch nicht direkt der hochschuldidaktischen Weiterqualifizierung zugeordnet.

Im hier angebotenen Workshop geht es darum zu reflektieren, welche Schnittstellen zwischen hochschuldidaktischen Weiterbildungszentren und anderen universitären Einrichtungen existieren und wie eine weitere Entwicklung in Bezug auf eine koordinierte Zusammenarbeit möglich ist. In moderierten Diskussionsformaten werden die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von Kooperationen abgesteckt, um Synergieeffekte zu maximieren und Prozessverluste zu minimieren. Die Gestaltung von Abstimmungsprozessen untereinander wird adressiert, wobei der Workshop auch auf die praktische Umsetzung der entwickelten Ideen fokussiert. Der gemeinsame Austausch wird dabei als Impuls für reflexive Prozesse dienen, um den Teilnehmenden einen Rahmen zur Entwicklung individueller Umsetzungsstrategien der erarbeiteten Inhalte zu schaffen.

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Offen für gute Lehre: Einsatzfelder, Grenzen und Möglichkeiten offener Bildungsmaterialien in der Wissenschaft

Anja Lorenz, Angelika Thielsch, Timo van Treeck

(Themenblock: Innovieren und Entwickeln / Lehren und Lernen)

Zielgruppe: Mitarbeiter/innen der Hochschuldidaktik, Mitarbeiter/innen mit eigenem Forschungshintergrund, Bibliotheksmitarbeiter/innen. In der Diskurswerkstatt wird Vorwissen im Bereich OER nicht vorausgesetzt, ist aber jederzeit willkommen.

Inhalt: Offene Bildungsmaterialien, engl. kurz OER, finden trotz ihrer starken Diskussion (Verbesserung von Lehrqualität, offene niedrigschwellige Diskursmöglichkeiten, Weiterverwendungs- und Überarbeitungsmöglichkeiten, Transparenz von Wissenschaftsprozessen) nur schleppend Einzug in den Hochschulalltag. Projekte, in denen Lernmaterialien und -prozesse der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden, erregen entsprechende Aufmerksamkeit und sollen hier vorgestellt werden. Welche Vorteile und Konsequenzen bringt das Heraustreten aus dem Elfenbeinturm für die Akteure an der Hochschule? Warum schlagen sich OER kaum in Hochschullehre, Zielformulierungen, Strategiepapieren nieder?
In der Diskurswerkstatt wagen wir einen weiteren Schritt in die Aufklärung über Potentiale von OER, widmen uns aber auch den Schwächen und Risiken.

Konzept Diskurswerkstatt: Anhand von drei Beispielen – dem Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (L3T); den MOOCs SOOC13, SOOC1314 und SOOPAL sowie offene Wissenschaft und forschendes Lernen – wird mit einer SWOT-Analyse in Kleingruppen ermittelt, unter welchen Bedingungen OER beim Einsatz an der Hochschule für die Qualität der Lehre (und des Lernens) förderlich sein kann.

Learning-Outcomes: Einsatzmöglichkeiten von OER in verschiedenen Kontexten (Erstellung von offenen Lernmaterialien, Kurse mit offenen Lernmaterialien, offene Wissenschaft für das Lernen) erkennen können; Vor- und Nachteile offener Verfahren einschätzen und Übertragbarkeit einzelner Ansätze auf die eigene Tätigkeit reflektieren können.

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Prüfungsformen in Studienprojekten mit großen Gruppen

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Jungmann, Dominik May

Als Ergebnis projektorientierter Lehr-Lernprozesse stehen häufig Projektberichte und/ oder Präsentationen am Ende eines Studienprojekts. Die Prüfung in solchen Veranstaltungen findet sinnvollerweise nicht in Form von Klausuren statt, sondern die Studierenden präsentieren ihre Ergebnisse fast immer in einem Vortrag. Bei Studierendengruppen bis 30 Teilnehmern ist diese Form der Prüfung mit vertretbarem Aufwand für eine Lehrperson durchführbar. Was aber, wenn in meiner Lehrveranstaltung 100 und mehr Studierende sitzen? Und wie kann die Qualität von Feedback und Bewertung, die ja i. d. R. von einer Lehrperson abhängt, nachhaltig gesichert werden?

In diesem Workshop soll der Frage nachgegangen werden, wie projektbezogene Prüfungen – insbesondere Präsentationen – in großen Studierendengruppen ermöglicht werden können. Hierbei werden die kompetenzbezogenen und didaktischen Aspekte ebenso thematisiert wie die technischen Umsetzungsmöglichkeiten von Projektpräsentationen in großen Gruppen.

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Rage against the machine: Kreativität im Ingenieurstudium

Dr. Tobias Haertel, Claudius Terkowsky, Philipp Ossenberg

Kreativität ist ein schillernder Begriff. In der Kunst wird darunter etwas anderes verstanden als in der Wirtschaft oder Philosophie, und auch die Ingenieurwissenschaften haben mit ihren Charakteristika des Problemlösens und Erfindens noch einmal einen eigenen Zugang zum Kreativitätsbegriff.

In dem Workshop "rage against the machine" wird der Frage nachgegangen, was Kreativität im ingenieurwissenschaftlichen Studium und der späteren Berufspraxis von Ingenieurinnen und Ingenieuren bedeutet und wie sie in der Hochschullehre gefördert werden kann. Dazu werden die bisherigen Erkenntnisse und Konzepte aufgegriffen, die in dem im Rahmen des "Qualitätspakt Lehre" geförderten BMBF-Verbundprojekts "ELLI – Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften" (2011-2016) bereits gewonnen werden konnten.

Zunächst wird mit allen Teilnehmenden diskutiert, was für sie eine "kreative Leistung" ihrer Lernenden ist und welche Vorstellung sie davon haben, an welchen Stellen die Studierenden später in ihrer Berufspraxis kreativ sein müssen. In diese Diskussion fließen die Forschungsergebnisse aus dem abgeschlossenen BMBF-Projekt "DaVinci- Gestaltung kreativitätsförderlicher Lehr-/Lernkulturen an Hochschulen" (2008-2011) ein und werden mit dem aktuellen Forschungsstand zur Kreativität in den Ingenieurwissenschaften verknüpft.
Darauf aufbauend wird unter Einsatz von Kreativitätstechniken die Vision einer Hochschule entworfen, welche die Kreativitätsentfaltung ihrer Angehörigen bestmöglich fördert. In einem letzten Schritt werden Stolpersteine identifiziert, die auf dem Weg zu dieser Vision liegen und es werden Möglichkeiten diskutiert, die Steine zur Seite zu räumen oder wenigstens zu überspringen.

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Schreibdidaktik für Hochschuldidaktiker

Dr. Katinka Netzer, Dr. Eva-Maria Lerche, Dr. Anika Limburg

Zielgruppe: alle Interessierten

Inhalt: Schreiben ist eine Schlüsselqualifikation, die von elementarer Bedeutung für ein gelingendes Studium ist. Das Wissen darüber, wie Schreibprozesse verlaufen und wie Lehrende den Erwerb von Schreibkompetenz fördern können, ist daher bei den zentralen Themenbereichen der Hochschuldidaktik von Bedeutung. Hieraus ergibt sich die Frage, welches schreibdidaktische Wissen Hochschuldidaktiker/-innen benötigen, um Lehrende entsprechend auszubilden.

Konzept: Bei einem gemeinsamen Auftakt werden Ergebnisse der Schreibdidaktik skizziert, die für die Hochschuldidaktik von Bedeutung sein können. Zu den drei Bereichen "Lernen und Lehren", "Beraten und Betreuen" und "Feedback, Prüfen und Bewerten" werden in parallelen Arbeitsgruppen Übungen der prozessorientierten Schreibdidaktik angeboten, die in der hochschuldidaktischen Praxis eingesetzt werden können. Bei dem abschließenden Plenumsgespräch wird diskutiert, wie und in welchen Formaten die erprobten Übungen angewendet werden können.

Intended learning outcomes: Nach Abschluss der Veranstaltung

  • kennen Sie Forschungsergebnisse zur Bedeutung des Schreibens in hochschuldidaktischen Kontexten,
  • können Sie ausgewählte schreibdidaktisch fundierte Übungen in hochschuldidaktischen Veranstaltungen anwenden,
  • haben Sie erste eigene Ideen entwickelt, welche Konsequenzen für hochschuldidaktische Konzepte sich aus den schreibdidaktischen Ansätzen ergeben.

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Threshold Concepts and Troublesome Knowledge: a transformational approach to learning

Professor Ray Land, University of Durham, UK.

This presentation will discuss Threshold Concepts, a discipline-based and transformative model of learning in higher education. It is being used as a conceptual tool and an analytical framework to inform course and programme design.

The Threshold Concepts Framework can be considered akin to a portal, opening up a new and previously inaccessible way of thinking about something. The model has over the last decade been adopted across a very broad range of disciplines in many countries .
(see www.ee.ucl.ac.uk/~mflanaga/thresholds.html)

It represents a transformed way of understanding, without which the learner cannot progress, and invariably involves a shift in the learner’s sense of self. As a consequence of comprehending a threshold concept there is a transformed internal view of subject matter, subject landscape, or even world view. This transformation may be sudden or protracted, with the transition to understanding often involving 'troublesome knowledge'. Depending on discipline and context, knowledge might be troublesome because it is ritualised, inert, conceptually difficult, alien or tacit, because it requires adopting an unfamiliar discourse, or perhaps because the learner remains ‘defended’, resisting the inevitable shift in personal subjectivity that threshold concepts entail. Difficulty in understanding threshold concepts may leave the learner in a state of 'liminality', a suspended state or 'stuck place' in which understanding approximates to a kind of 'mimicry' or lack of authenticity.

This session will provide an outline of the Thresholds approach followed by an exploration, through discussion, of its implications for curriculum design.

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Über den Stellenwert der Schreibdidaktik für die Hochschuldidaktik

Dr. Annika Limburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Wildt

Zielgruppe: alle am Thema Interessierten

Inhalt: Schreiben ist ein elementares Instrument zum Tiefenlernen. Zudem ist es von großer Bedeutung in der Prüfungspraxis an deutschen Hochschulen, an denen ca. 80% aller Prüfungen schriftbasiert sind. Trotz seines großen Potentials für evidenzbasierte gute Lehre wird Schreiben in hochschuldidaktischen Veranstaltungen nur selten thematisiert, Ergebnisse der Schreibforschung und bewährte schreibdidaktische Instrumente finden nur wenig Berücksichtigung.

Konzept: In dieser Diskurswerkstatt werden zunächst auf der Grundlage einer kurzen Präsentation von Forschungsergebnissen hochschuldidaktische Potenziale der Schreibdidaktik in den Blick genommen und diskutiert. Dabei soll es u.a. darum gehen, ob Schreiben ein Thema ist, das parallel zu klassischen hochschuldidaktischen Themenfeldern läuft und daher in bestehenden Formaten berücksichtigt werden sollte, oder ob es in den klassischen hochschuldidaktischen Themenfeldern eigenen Raum einnehmen kann. Auf der Grundlage des Ergebnisses dieser Diskussion arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen Ideen dafür aus, wie wichtige Aspekte der Diskussion stärker in die Praxis einfließen können. Diese Ergebnisse werden im Plenum besprochen.

Intended learning outcomes:
Nach Besuch der Diskurswerkstatt

  • kennen Sie Evidenzen für die Bedeutung des Schreibens im Bereich Lehren, Lernen und Prüfen,
  • kennen Sie Beispiele für schreibdidaktisch ergänzte hochschuldidaktische Formate
  • reflektierten Sie Ihre berufliche Praxis auf Anwendungsmöglichkeiten hin und entwickeln erste Ideen für die Berücksichtigung der Forschungs- und Diskussionsergenbnisse in Ihrer beruflichen Praxis.

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Was ist gute Lehre? Anmerkungen. Fragen. Befunde.

Prof. Dr. Regina Jucks, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Gute Lehre steht oft im Spannungsfeld mit (guter?) Forschung. Ein Schwerpunkt des Vortrags legt den Blick auf Möglichkeiten und Rahmenbedingungen guter Lehre als eine von mehreren zentralen Bereichen wissenschaftlicher Tätigkeit.

Die Frage "Was ist gute Lehre?" wird dabei aus einer pädagogisch-psychologischen Perspektive entwickelt. Dabei werden individuelle Voraussetzungen erfolgreicher Wissensvermittlung und Wissensaneignung beschrieben und anhand empirischer Befunde illustriert. Die Sichtweisen von Lehrenden und Lernenden auf das was "Gute Lehre" ist, werden dabei anhand eigener Daten gegenübergestellt.

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Was vom Tage übrig blieb – Transfer hochschuldidaktischer Workshops wirksam gestalten

Dr. Stefan Brall, Dr. Ursula Bach

Ein Großteil hochschuldidaktischer Workshops wird durch externe Referentinnen und Referenten als ein- oder zweitägige Veranstaltung angeboten. Diese gestalten ihre Workshops zumeist nach allen Regeln der eigenen Zunft. So steht auch die Frage eines wirksamen Transfers in den Lehralltag der Teilnehmenden im Fokus, doch notwendigerweise bleibt das Handeln der Workshopleiterinnen und -leiter auf einen kurzen Ausschnitt beschränkt.

Die Diskurswerkstatt widmet sich der Frage eines langfristig angelegten wirksamen Transfers. Wirksamkeit meint in diesem Zusammenhang die tatsächliche Umsetzung der Workshopthemen in den Lehrveranstaltungen der Teilnehmenden. Aufgrund der Kosten kann die notwendige Begleitung nur selten durch die Referentinnen und Referenten selbst erfolgen. Doch gibt es Alternativen? Insbesondere eine enge Verzahnung der Workshopangebote externer Referentinnen und Referenten mit den lokalen Akteurinnen und Akteuren der Hochschuldidaktik scheint bei oberflächlicher Betrachtung als gangbarer Weg.

Wir laden sowohl hochschuldidaktische Workshopleiterinnen und -leiter, als auch lokale Akteurinnen und Akteure der Hochschuldidaktik, ein, gemeinsam an zukünftigen Umsetzungswegen eines wirksam begleiteten Transfers zu arbeiten.

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Wie werden Ingenieure kompetent? Forschungen zur Kompetenzmodellierung in den Ingenieurwissenschaften

Matthias Heiner, Monika Radtke, Christian Pleul, Dr. Andreas Saniter, Dr. Frank Musekamp, Claudius Terkowsky

(Themenblock: fachbezogene Hochschuldidaktik)

 Zielgruppe: alle interessierten Hochschuldidaktikerinnen und Hochschuldidaktiker.

Aus drei verschiedenen Perspektiven und drei verschiedenen Projekten der aktuellen Kompetenzforschung wird die Frage danach gestellt, welche Kompetenzen Ingenieurinnen und Ingenieure in ihrem Studium entwickeln sollen und wie sie diese entwickeln können. Sichtbar werden einige didaktische Schätze, die es zu heben gilt.

Andreas Saniter und Frank Musekamp haben ein Kompetenzmodell für die Technische Mechanik (TM) und darauf aufbauende Testinstrumente entwickelt (KOM-ING, BMBF-Förderlinie KoKoHs). Das Ziel war es, Klarheit über Ausmaß und Ursachen von Lernproblemen in Grundlagenvorlesungen zur TM zu erlangen. Neben Fragen zur Validität des Modells und der individuellen bzw. hochschulspezifischen Kompetenzen der Studierenden ist in hochschuldidaktischer Sicht die Frage der Nutzung des entwickelten Testinstrumentariums von Interesse; insbesondere die qualitative Analyse "halb-richtiger" Bearbeitungen verspricht Aufklärung über eventuelle Defizite und über deren Ursachen, beispielsweise Fehl- oder Alltagsvorstellungen oder "intuitive rules": Fehlertoleranz und Fehlerrekonstruktion wird auf didaktische Relevanz untersucht und als Potential für hochschuldidaktisches Handeln geprüft.

Matthias Heiner und Monika Radtke haben Laborlernen in der Ingenieurdidaktik auf den möglichen Fall der Mathematikverwendung in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen untersucht (Projekt Kom@ING, BMBF-Förderlinie KoKoHs - an dieser Untersuchungsarbeit ist auch Tobias Ortelt beteiligt) und sind dabei auf selten wahrgenommene, nicht gehobene Schätze der Möglichkeiten von Kompetenzentwicklung gestoßen. Die Modellierung von kognitiven Kompetenzen in der Verschränkung mit motivationalen, volitionalen und lernbiografischen Facetten verweisen auf die Notwendigkeit der Verschränkung von fachbezogenen und hochschuldidaktischen Perspektiven und führen zu den Potentialen problemorientierter, explorativer und forschungsnaher Studierszenarien, wie sie Labore sein können.

Christian Pleul und Claudius Terkowsky untersuchen in einem von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) geförderten Projekt derzeit landesweit Labore und labordidaktische Konzepte in fertigungs- und produktionstechnischen Studiengängen. Hier zeigen sich Schattierungen, Widersprüche und Potentiale, die als Ausgangspunkte für Entwicklungen von neuen Perspektiven auf eine didaktisch lange vernachlässigte Form des Lehrens und Lernens dienen. Christian Pleul zeigt exemplarisch Umrisse für ein Konzept für Laborlernen, das auf ein vorgängiges Konzept aufbaut, wie es von Tobias Ortelt, Christoph Becker, Matthias Hermes, A. Erman Tekkaya, mitentwickelt worden ist.

Diese drei Forschungsansätze werden vorgestellt und als Ausgangspunkt zur diskursiven Bearbeitung ihrer fachlichen und hochschuldidaktischen Bedeutung und innovative Konzepte angeboten.

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Wie wir besser tun, was wir tun: Wege zur Professionalisierung der Hochschuldidaktik

Dr. Andreas Fleischmann, Matthias Heiner, Matthias Wiemer

Hochschuldidaktikerinnen und Hochschuldidaktiker agieren auf unterschiedlichen und häufig nicht klar abzugrenzenden Handlungsfeldern: sie bilden Lehrende weiter und beraten sie, managen und organisieren verschiedene Bereiche im Themenfeld Lehre und Studium und arbeiten an der Verbesserung der Qualität der Lehre innerhalb und außerhalb der Institutionen. Dabei vermischen sich Anforderungen von außen mit Selbstansprüchen. Ausgetretene Pfade in die Hochschuldidaktik und Weiterbildungsroutinen für diese Patchworkprofession gibt es nicht.

Lässt dieser Umstand zum einen eine Vielfalt an Möglichkeiten und kreative und offene Wege in einem spannenden Tätigkeitsfeld zu, wird zum anderen die Professionalisierung erheblich erschwert.

Ausgehend von einer Auffächerung der "üblichen" Handlungsfelder in der Hochschuldidaktik richtet die Zukunftswerkstatt den Blick auf das Wünschenswerte und sucht Antworten auf die Frage, wie sich die Hochschuldidaktik weiter professionalisieren kann. Dabei sollen bestehende Ressourcen identifiziert und Hindernisse diskutiert und Wege zur Professionalisierung skizziert werden.

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Wohin geht es? Wege für die allgemeine Hochschuldidaktik und fachbezogene Hochschuldidaktiken

Prof. Dr. Dr. h. c. Johannes Wildt, Prof Dr. Dr. h. c. Huber

Die Zukunftswerkstatt über "Wege für die allgemeine Hochschuldidaktik und fachbezogene Hochschuldidaktiken" baut auf den Ergebnissen der Diskurswerkstatt vom Vortag über "Fachbezogene Hochschuldidaktik im Vergleich" auf. Vor dem Hintergrund der Bestandaufnahme und Analyse der fachbezogenen Hochschuldidaktiken soll nun über zukünftige Entwicklungen im Kontext einer fächerübergreifenden Hochschuldidaktik gefragt werden. Die neuere Hochschuldidaktik seit den ausgehenden 60ziger Jahren war schon von Beginn an durch die Vielfalt fachbezogener und allgemeinhochschuldidaktischer Diskurse geprägt. Von Beginn an sind in dieser Vielfalt zentrifugale Entwicklungen zu beobachten, die den diversen Eigenheiten der unterschiedlichen Fachkulturen folgen. Zweifellos führten diese Entwicklungen zur Bereicherung der gesamten hochschuldidaktischen Szenerie. Gleichzeitig entstand daraus eine Unübersichtlichkeit, die Kohärenz der Hochschuldidaktik als Wissenschaftsgebiet beeinträchtigte und einem Eigenleben fachbezogener Ausdifferenzierungen Vorschub leistete.

Man kann diese Ausdifferenzierung als notwendige Komplexitätssteigerung betrachten, deren Berechtigung hier auch gar nicht in Abrede gestellt werden soll. Bereichernd kann diese Komplexitätssteigerung jedoch erst dann wirken, wenn die Kommunikationsprobleme bearbeitet werden, die daraus entstehen. Wenn es gelingt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den fachbezogenen Hochschuldidaktiken einerseits und mit dem allgemeinen hochschuldidaktischen Diskurs andererseits herauszuarbeiten, steigen auch die Chancen, den Transfer von Theorien und Methoden sowie Forschungs- und Gestaltungsansätzen zu erhöhen und Synergien aus Kooperation zu gewinnen. Daraus lässt sich die Hoffnung begründen, die Qualität der Hochschuldidaktik insgesamt zu erhöhen und ihre Wirkungstiefe und -breite zu verbessern.

Die Verfolgung einer solchen Perspektive kennzeichnet keinen selbstlaufenden Prozess. Ihr Erfolg hängt vielmehr ab von den Zielen, Strategien, Kommunikationsmustern, mit bzw. unter denen die hochschuldidaktischen Akteure aktiv darauf hinarbeiten. Die Zukunftswerkstatt ist darauf ausgerichtet, die Bedingungen und Möglichkeiten dazu mit den Akteuren aus der fachbezogenen und der allgemeinen Hochschuldidaktik zu erkunden und praktische Empfehlungen zu arbeiten. Sie will auf diese Weise zur Bildung und Verstetigung einer integrativen Community of Practice der Hochschuldidaktik beitragen.

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Zukunftswerkstatt Forschungsverbund Ingenieurdidaktik

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Jungmann

Im Forschungsverbund Ingenieurdidaktik arbeiten Vertreter/innen der Ingenieurwissenschaften und der Hochschuldidaktik gemeinsam an der wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung der Ingenieurausbildung. Der Forschungsverbund hat sich zum Ziel gesetzt, die Strukturen in dem Forschungsgebiet Ingenieurdidaktik zu festigen und die forschungsstrategische Position seiner Akteure zu verbessern. Der Forschungsverbund versteht sich als Keimzelle für Projektvorhaben im Bereich der Ingenieurdidaktik, die Hochschuldidaktiker/innen und Ingenieure/innen vernetzt.

Im Mittelpunkt der Zukunftswerkstatt stehen die Fragen

  • wie die bereits identifizierten aktuellen Problemstellungen als Forschungsfragen ein Startpunkt für dringend notwendige Forschungsprojekte sein können,
  • welche Akteure Erfahrungen aus Vorarbeiten einbringen können und
  • welche Möglichkeiten bestehen, die wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung des Lehrens und Lernens in den Ingenieurwissenschaften mit Hilfe von Fördermitteln zu finanzieren.

Die Zukunftswerkstatt des Forschungsverbundes Ingenieurdidaktik bietet den Rahmen für die konsequente Fortsetzung der Arbeit dar, die im Workshop während der TeachING-LearnING.EU-Tagung im Juni 2013 begonnen wurde. Das angestrebte Ergebnis der Zukunftswerkstatt ist ein Konzept für ein kooperatives, interdisziplinäres Forschungsvorhaben im Bereich der Ingenieurdidaktik, das im nächsten Schritt in einem Forschungsantrag mündet.

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