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Junge Elternschaft und Wissenschaftskarriere

Kurzbeschreibung:

Forschungsfrage: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Karrierebedingungen, Geschlecht und Kinderzahl bzw. -losigkeit beim "wissenschaftlichen Nachwuchs" an den Universitäten des Landes NRW?

Die Frage, wann und ob überhaupt sich Wissenschaftler/innen für Kinder in ihrer Karriere entscheiden, leitete das Forschungsprojekt "Junge Elternschaft und Wissenschaftskarriere". Es wurde bis Ende 2006 am Hochschuldidaktischen Zentrum der Universität Dortmund durchgeführt. Ihm liegt eine Totalerhebung des "wissenschaftlichen Nachwuchses" an den Universitäten des Landes Nordrhein-Westfalen zugrunde, da für diese Frage die Personaldatensätze des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW (LDS) und des Landesamtes für Besoldung und Versorgung NRW (LBV) zusammengeführt und programmiert worden sind. Um eine Entwicklung aufzeigen zu können, wurden die Daten der Jahre 1994 und 2004 ausgewertet. Für das Jahr 1994 ergibt sich damit eine Grundgesamtheit von 17.569 und für 2004 von 21.999 Wissenschaftler/innen. Das wissenschaftliche Personal an den 22 bzw. 28 Universitäten des Landes NRW hat sich in diesem Zeitraum um 25,2 % erhöht, wobei der Frauenanteil um 69,4 %, der Männeranteil um 11,2 % gestiegen ist. Wesentliches Ergebnis der Auswertungen ist die dramatische Kinderlosigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau:

  1. Ca. dreiviertel der Nachwuchswissenschaftler/innen hatte 2004 keine Kinder. Der Vergleich der Jahre 1994 und 2004 zeigt, dass die Kinderlosigkeit bei den Wissenschaftlern um knapp 4% zugenommen hat, bei den Wissenschaftlerinnen annähernd konstant geblieben ist. Sie hat sich zwischen den Geschlechtern somit angeglichen und betrug in 2004 73,1 %.
  2. Wissenschaftlerinnen haben heute häufiger Kinder als vor 20 Jahren, sie schieben jedoch die Geburt ihres ersten Kindes auf die Lebensphase zwischen 30-42 Jahren hinaus.
  3. Bis zum Alter von 30 Jahren waren in 2004 95,5 % der Wissenschaftlerinnen und 97,5 % der Wissenschaftler kinderlos, im Alter von 37-42 Jahren waren es 58,2 % der Frauen und 50 % der Männer.
  4. Die Vollzeit-Beschäftigungen haben abgenommen, die Teilzeitverträge dagegen zugenommen. In 1994 hatten 67,8 % und in 2004 62,8 % der Wissenschaftler/innen eine Vollzeitbeschäftigung. Ebenso haben die unbefristeten Beschäftigungen abgenommen und die befristeten Beschäftigungen zugenommen.
  5. Es zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen den unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, den sonstigen Karrierebedingungen und der Kinderzahl bzw. -losigkeit. Ergänzt wurde die quantitative Auswertung durch eine Interviewstudie mit 17 Wissenschaftler/inne/n mit Kindern bzw. ohne Kinder an den Universitäten Dortmund und Duisburg-Essen.

Projektlaufzeit:

01.07.2005 - 31.12.2006

Förderer:

Universität Dortmund, Titelgruppe 94
Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie Nordrhein-Westfalen

Projektleitung:

Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel
Dr. Nicole Auferkorte-Michaelis
Dr. Jutta Wergen

Projektmitarbeiterin:

Christina Möller

Veröffentlichungen zum Projekt:

  • Metz-Göckel, Sigrid / Möller, Christina / Auferkorte-Michaelis, Nicole (2009): Wissenschaft als Lebensform - Eltern unerwünscht? Kinderlosigkeit und Beschäftigungsverhältnisse des wissenschaftlichen Personals aller nordrhein-westfälischer Universitäten. Opladen: Verlag Barbara Budrich, 2009. 215 Seiten. ISBN 978-3-86649-093-2
  • Auferkorte-Michaelis, Nicole; Metz-Göckel, Sigrid; Wergen, Jutta; Klein, Annette. Unter Mitarbeit von Möller, Christina und Kociemba, Elisabeth (2005): Junge Elternschaft und Wissenschaftskarriere. Wie kinderfreundlich sind Wissenschaft und Universitäten. In: Zeitschrift für Frauenforschung & Geschlechterstudien, 2005, H. 4, S. 14-24


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