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ProfiLe: Ergebnisse - Abstract

Profile Logo Die Forschung zur Kompetenzentwicklung von Lehrenden an Universitäten ist in den Anfängen. Dieser Beitrag bewegt sich mit der qualitativen Orientierung auf dem Niveau der Erweiterung von komplementären Forschungsansätzen und der verfeinerten Vorbereitung und Verbesserung einer Heuristik im Vorfeld für valide und reliable, quantitativ verifizierende, längsschnittliche und auf spezifische Kompetenzfacetten gerichtete Untersuchungsarbeiten, die eine empirische Unterfütterung von wissenschaftlichen Aussagen über Lehrkompetenz erst möglich machen.

Das Gap zwischen auf Selbstbeobachtungen gründenden Untersuchungen und der Beobachtung von tatsächlichem Lehrverhalten und seiner Wirksamkeit in erfolgreichem Studieren und wissenschaftlichem Lernen wird damit längst nicht geschlossen. Eine solche Wirksamkeitsforschung kann sich heute aber eher mit vielen Ansätzen und Forschungsergebnissen aus diversen Forschungslinien kurzschließen (Wildt/Jahnke 2010).

Lehrkompetenz im Forschungsprojekt ProfiLe – drei Ansätze im Überblick

Im Projekt wurden auf der Basis eines theoriegeleiteten Rahmenmodells, unterfüttert durch Methodentriangulation von Konzeptstudien, Studien in der hochschuldidaktischen Weiterbildung und Lehrpreisanalysen, in methodischer Diversifikation parallel drei Untersuchungen durchgeführt:

  • eine tiefenorientierte Materialstudie über Lehrkompetenz an biografischen Interviews
  • eine Längsschnittuntersuchung über Lehrkonzepte und Lehrhandeln in einem Masterstudiengang der Hochschuldidaktik
  • eine vertikal ausgerichtete Untersuchung der Urteilsvermögen von Lehrenden an dilemmatischen Szenarien in der universitären Lehre.

Im Nach-Lesen und -Zeichnen der Selbstbeobachtungen von Lehrenden des Dortmunder Teilprojekts wird eine nichtlineare Entwicklung von Kompetenz sichtbar, ein eher mäandrierendes Verhalten zwischen informellen, eigenverantworteten Kompetenzentwicklungen und gelegentlichen formellen Koppelungen mit durch hochschuldidaktische Weiterbildung gesteuerte Strukturierungen.

Es erscheint darin ein Potential für eine Modellierung und Konzeption von Lehrkompetenzentwicklung, die auf Diversität, Eigenverantwortung und wissenschaftsorientierte Selbststrukturierung setzt. Damit ist eine Perspektive begründbar, die durch geeignete strukturierende Angebote und angepasste Formate in der Weiterbildung vielfältige Koppelungen mit selbstverantworteter Kompetenzentwicklung ermöglicht und so in wissenschaftsorientierter Kommunikation eine Kompetenzentwicklung mit Mitteln der Kontextsteuerung fördert. Dies öffnet ein weites Feld für Potentiale für unterschiedliche Wege der Kompetenzentwicklung.

Es scheint Sinn zu machen, Lehrkompetenzentwicklung sowohl individuell als auch durch Weiterbildung zu strukturieren, individuelle Kompetenzbiografien und übliche Berufskarrieren in einem Prozess von informeller und formeller Kompetenzentwicklung zu vermitteln.

Parallel zur zweiten Welle der Bologna-Reform bedarf es eines "Tuning-Prozesses", der die Kontextsteuerung für die Professionalisierung der Lehrkompetenz aktualisiert und die diversifizierten Strategien ihrer Entwicklung mit den Zielen der veränderten Universität verbindet.

Mit den Forschungsergebnissen des Projekts ProfiLe wird vor allem eine grundlegende Dichotomie lesbar gemacht: Hochschullehrende sind kompetent oder betrachten sich als kompetent in der Lehre, insbesondere und vor allem in der fachlichen Perspektive. In der didaktischen Perspektive, fachlich wie allgemein hochschuldidaktisch bleibt ihre Kompetenz unterstrukturiert und eher schwach ausdifferenziert. In einer Lesart nach Baumert ließe sich diese Beobachtung auch in der Form anschreiben, Lehrende sind vorrangig "content knowledge" und „paedagogical content knowledge“ orientiert und strukturiert, "paedagogical knowledge" bleibt jedoch ein "missing link" oder Desideratum von Lehrkompetenz.

Die Untersuchungen im Hamburger Teilprojekt in einem Masterstudiengang der Hochschuldidaktik verweisen auf die Bedeutung der Bearbeitung von Lehr-Lern-Überzeugungen für eine Kompetenzsteigerung und begründen dies in einer längsschnittlichen Beobachtung von Lehrkonzept, Lehrverhalten und Umgang mit didaktischem Inventar. Hier zeigen sich u. U. Potentiale einer linearen Strukturierung und die Notwendigkeit sie stützender Anlässe und Angebote.

In einer exemplarischen Tiefenperspektive von Kompetenzentwicklung in der Lehre haben die Freiburger Untersuchungen bezogen auf den Ausbau des kritischen Urteilsvermögens in dilemmatischen Situationen als eine bedeutsame Kompetenzfacette freigelegt und in gestufter Ausdifferenzierung elaboriert. Die Beobachtung, dass Weiterbildung hier eher fördernd wirkt, verweist auf die Bedeutung und Mächtigkeit pointierter und singulärer Ausstattungen von Weiterbildungsangeboten mit Blick auf die Elaboration von Kompetenzfacetten.

Von mheiner am 12.12.2013 - 15:35


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