Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Hauptinhalt

Arbeitsansatz

Der Dortmunder Arbeitsansatz:

Über die Einzelunterstüt­zung zur Studienreform

Die Situation behinderter Studierender an bundesdeutschen Hochschulen ist durch vielfältige Barrieren sowie ein Defizit an erforderlichen Strukturen wie Dienstleistungsangeboten, individuellen Beratungsangeboten etc. gekennzeichnet. Während die meisten Hochschulen keinerlei derartige Strukturen bereitstellen, gibt es wenige Hochschulen, die bestrebt sind, die besonderen Belange behinderter Studierender durch Bereitstellung entsprechender Unterstützungsangebote zu berücksichtigen. Diese ohnehin wenigen Hochschulen richten zu einem großen Teil ihr Angebot nur auf Studie­rende mit einer bestimmten Beeinträchtigung oder auf ausgewählte Studienfächer aus.

Folge der Barrieren und der fehlenden Dienstleistungsangebote für behinderte Studierende ist, dass diese nicht nur den durch ihre Beeinträchtigung verursachten Mehraufwand, sondern zusätzlich auch die fehlenden Strukturen an den Hochschulen durch individuelle Kompensation ausgleichen müssen. Je weniger eine Hochschule mit ihren Angeboten den besonderen Bedarfen behinderter Studierender entspricht, d. h. je aussondernder die Bedingungen gestaltet sind, desto höher sind der individuelle Mehraufwand und die Notwendigkeit zur individuellen Kompensation für behinderte Studierende.

Das Studium mit Behinderungen und chronischer Erkrankung würde auch an nichtaussondernd gestalteten, behindertengerechten Hochschulen auf Grund der notwendigen Kompensation der Beeinträchtigung qualifizierte Einzelberatung notwendig machen. Die zur Zeit bundesweit nicht bereitgestellte Einzelberatung erzwingt von behinderten Studierenden zusätzlich, auch die erforderliche individuelle Kompensation fehlender Strukturen im Alleingang, d. h. ohne Unterstützung zu realisieren.

Jedes Angebot einer Hochschule für behinderte Studierende würde diese Notwendigkeit reduzieren und gleichzeitig auch eine Abnahme des Bedarfs an Einzelberatung bewirken. Fehlende Dienstleistungs- und Beratungsangebote bedeuten eine gravierende Benachteiligung gegenüber den nichtbehinderten Kommilitonen und Kommilitoninnen.

Diese Benachteiligungen durch die Schaffung struktureller Angebote auf das durch die Beeinträchtigung bedingte Maß zu verringern und gleichzeitig die Kompensation der beeinträchtigungsbedingt verbleibenden Benachteiligungen durch individuelle Beratungsangebote und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zu unterstützen, ist das Bestreben der Arbeit von DoBuS an der Technischen Universität Dortmund. Hierbei wird DoBuS von dem Grundsatz geleitet: Alle Studierenden müssen unabhängig von der Art ihrer Beeinträchtigung die Möglichkeit haben, an der gewünschten Hochschule das gewünschte Studienfach studieren zu können. Die Beeinträchtigung darf weder das gewählte Studienfach noch den gewünschten Studienort bestimmen. Dies bedeutet, dass aussondernde Bedingungen mit dem damit einhergehenden Zwang zur individuellen Kompensation durch Angebote der Hochschulen für behinderte Studierende ersetzt werden müssen. Auf diese Weise wird die Notwendigkeit zur Kompensation und zur individuellen Unterstützung auf das durch die Beeinträchtigung bedingte Maß reduziert. Eine behindertengerechte, nichtaussondernde Hochschule wird geschaffen.

Der von DoBuS beschrittene Weg zur behindertengerechten Hochschule verläuft von der Einzelberatung und Einzelunterstützung über den systematischen Abbau der dabei bekannt gewordenen Barrieren und Benachteiligungen mittels Schaffung entspre­chender Bausteine (z. B. eines Umsetzungsdienstes zur Adaption von Studienmateri­alien) hin zum Aufbau einer behindertengerechten Hochschule. Auf Grund unseres Arbeitsansatzes schränken wir das Angebot weder auf bestimmte Studienfächer noch auf Beeinträchtigungsformen ein.