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Teilleistungsstörungen

Nachteilsausgleiche bei Teilleistungsstörungen (LRS und Dyskalkulie)

Die LRS sowie die Dyskalkulie  ist von der Rechtsprechung zum Prüfungsrecht als Behinderung bestätigt worden. Ausgehend von dem aus Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz abgeleiteten Grundsatz der Chancengleichheit im Prüfungswesen steht der/dem betroffenen Studierenden ein Anspruch auf Nachteilsausgleich zu.  Auch im Landeshochschulgesetz ist verankert, dass für Studierende mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen und  Beeinträchtigungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden müssen,  damit diese Studierende  chancengleich studieren können. Durch den Nachteilsausgleich werden die besonderen Belange chronisch kranker oder beeinträchtigter Studierender im Studium und besonders in Prüfungssituationen berücksichtigt.

Auch in den Studienordnungen der TU Dortmund ist das Recht auf Nachteilsausgleiche verankert.

Bei den Teilleistungsstörungen  wird unterschieden in eine

  • Lese- und Rechtschreibstörung,
  • isolierte Rechtschreibstörung,
  • Dyskalkulie (Rechenstörung)  und
  • eine kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten (Beeinträchtigung des Lesens, Schreibens und Rechnens).

 

Lese- und Rechtschreibstörung

Eine LRS (Lese-Rechtschreibstörung)  bezeichnet laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine umschriebene Störung im Erlernen der Schriftsprache, die nicht durch eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung erklärt werden kann. Sie führt zu teilweise erheblichen Störungen bei der zentralen Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe von Sprache und Schriftsprache. Eine LRS wird dann diagnostiziert, wenn bei schwacher schriftsprachlicher Leistung eine deutlich höhere Intelligenzleistung vorliegt. Ausgeschlossen werden müssen Beeinträchtigungen im Sehen oder Hören sowie der Aufmerksamkeit.

Ein Studierender mit einer LRS benötigt mehr Zeit und Unterstützung  zur Erfassung und Bearbeitung von Texten. Technische Mittel zur Unterstützung sind ein PC mit Spracheingabe, Vorlesesoftware und Rechtschreibprüfung. Daneben gibt es die Möglichkeit, Texte individuell so zu gestalten (umzusetzen), dass ein Betroffener / eine Betroffene sie besser lesen kann, z.B. durch Veränderung der Schriftart, des Zeilenabstandes oder der Schriftfarben. Eine Beratung dazu kann durch den Umsetzungsdienst von DoBuS erfolgen.

Als Software zur Bearbeitung von Texten stehen „Dragon Naturally Speaking“, „Claro Read“ und „Linguatec“ zur Wahl. Daneben gibt es bei Windows die Vorlesefunktion. Alle unterscheiden sich in der Art der Nutzung und auch im Anschaffungspreis.  Die Software kann entweder kostenlos im Internet herunter geladen werden, oder im Arbeitsraum für behinderte Studierende (Emil-Figge-Straße 50, Raum 0.235) ausgeliehen werden.

Nachteilsausgleiche sind individuell festzulegen. Möglich sind einzeln oder in Kombination:

  • Zeitverlängerung bei Klausuren und Hausarbeiten bzw. Abschlussarbeiten
  • Benutzung eines PCs mit Rechtschreibprüfungsfunktion oder Vorlesefunktion
  • Nicht-Berücksichtigung der Rechtschreibfehler
  • Klausuraufgaben in auditiver Form (Sprachausgabe, Assistenz, MP3-Format …)

Nicht bewilligt werden bestimmte Nachteilsausgleiche dann, wenn die (fehlerfreie) Rechtschreibung Teil der Prüfungsleistung ist.

 

Dyskalkulie

Bei Studierenden mit einer Dyskalkulie (Rechenstörung) gelingen grundlegende Rechenoperationen schlechter als gewöhnlich. Auch hier muss eine Differenz zur allgemeinen Intelligenzleistung vorliegen.

Als Nachteilsausgleiche bei einer Dyskalkulie bestehen die Möglichkeiten

  • der Zeitverlängerung bei Klausuren, 
  • der Benutzung eines Taschenrechners und / oder
  • der Benutzung einer Formeltabelle

Analog zur LRS gilt, dass bestimmte Nachteilsausgleiche nicht bewilligt werden, wenn die Rechenleistung Teil der Prüfungsleistung ist.

 

Antrag stellen

Für die Beantragung eines Nachteilsausgleiches wird eine aktuelle (nicht älter als sechs Monate) Bescheinigung über die Teilleistungsstörung benötigt. Die Diagnostik im Erwachsenenalter wird von LRS-Zentren durchgeführt. Die Kosten dafür werden meist von der Krankenkasse übernommen, d.h. der / die Studierende sollte sich eine Überweisung vom Hausarzt besorgen.

 

Bei Beratungsbedarf wenden Sie sich bitte an Dr. Claudia Schmidt.



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Kontakt

Dr. Claudia Schmidt
Tel.: 0231 755-8047