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Chronisch kranke Studierende

Unterstützung chronisch kranker Studierender

Chronisch kranke Studierende, Allergiker und Allergikerinnen oder Anfallskranke (zu diesem Personenkreis gehören zum Beispiel zuckerkranke Studierende, Menschen mit Hautallergien, Heuschnupfen oder Epilepsie) fallen meist überhaupt nicht auf.

Aber auch diese Studierenden erfahren Beeinträchtigungen, da sie ihren Studienalltag auf ihre Lebensführung abstimmen müssen: zum Beispiel bezüglich der Auswahl bestimmter Speisen (Probleme, das Mensaangebot nutzen zu können), des Essens während einer Veranstaltung, der Vermeidung von Reizstoffen in der Umwelt, des Einkalkulierens von Pausen zum Ausruhen beziehungsweise von Zeiten, um sich gegen die Auswirkungen selbst zu behandeln (Insulin spritzen bei Diabetikern, Medikamente gegen Allergien).

Falls Leistungen über längere Zeiträume erbracht werden müssen oder während des Auftretens der "Krankheit", sind

  • Absprachen über Zeitverlängerungen und ähnliches (zum Beispiel Vorbereitungszeiten auf und bei Klausuren, Hausarbeiten, Abschlussarbeiten und bei mündlichen Prüfungen) angebracht;
  • und Angaben zur in der Veranstaltung benötigten Literatur sowie möglicher Referatsthemen nützlich.

Lassen Sie sich die individuelle Problemlage im Alltag und im Studium schildern.

Unsicherheiten bestehen meistens über das Verhalten während Anfällen bei Epileptikerlnnen. Deshalb sei hier speziell darauf eingegangen. Epilepsie ist, um es einfach zu sagen, eine Störung der elektrischen Impulse im Nervensystem. Tritt so eine "Unordnung der elektrischen Signale im Nervensystem", vergleichbar vielleicht mit einem Gewitter, auf, kommt es zu Anfällen. Es gibt vor allem zwei Sorten von Anfällen: schwere ("grand mal") und leichte Anfälle ("petit mal"). Leichte Anfälle können von der Umwelt unbemerkt bleiben. Der oder die Betroffene ist kurzfristig desorientiert.

Doch nicht jede/r, die/der Ihnen "nicht bei der Sache" oder tagträumerisch zu sein scheint, ist von Epilepsie betroffen. Anfälle treten bei weitem nicht ständig auf. Mit speziellen regelmäßig einzunehmenden Medikamenten und einer Lebens- beziehungsweise Arbeitsweise, die Stress-Situationen vermeidet, die zu Anfällen führen könnten, versuchen die Betroffenen, die Anfallshäufigkeit zu verringern. Vorübergehende Leistungsabnahmen während des Studiums müssen von den Betroffenen einkalkuliert werden.

Bei schweren Attacken, bei denen der/die Betroffene umfällt, bewusstlos ist und unkontrollierte zuckende Bewegungen macht, ist er oder sie in der Regel nicht in ernsthafter Gefahr. Sie sollten ruhig bleiben und gegebenenfalls folgendes machen:

  • bringen Sie die Betroffenen aus einer Gefahrenzone, wo sie sich auf Grund der Bewegungen an Kanten oder Anderem verletzen könnten;
  • lassen Sie den Anfall ablaufen, versuchen Sie nicht, ihn aufzuhalten, die unkontrollierten Gliedmaßenbewegungen durch physisches Eingreifen zu stoppen oder etwas zwischen die Zähne zu zwingen;
  • versuchen Sie höchstens, den Kopf zur Seite zu drehen, damit die Zunge des oder der Betroffenen die Atmung nicht einschränkt;
  • erlangt der oder die Anfallskranke das Bewusstsein wieder, sollten Sie ihn beziehungsweise sie ausruhen lassen - soweit es aus Sicht des oder der Betroffenen nötig ist und gewünscht wird;
  • ärztliche Hilfe ist nur dann notwendig, wenn ein Anfall oder eine Reihe davon etwa zehn Minuten oder länger anhält, oder zu behandelnde Verletzungen aufgetreten sind.