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ADHS

Nachteilsausgleichsregelungen bei einer AD(H)S

Ausgehend von dem aus Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz abgeleiteten Grundsatz der Chancengleichheit im Prüfungswesen steht chronisch kranken und / oder behinderten Studierenden ein Anspruch auf Nachteilsausgleich zu. Auch im Landeshochschulgesetz ist verankert, dass für Studierende mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit diese Studierende chancengleich studieren können. Durch den Nachteilsausgleich werden die besonderen Belange chronisch kranker oder beeinträchtigter Studierender im Studium und besonders in Prüfungssituationen berücksichtigt.
Auch in den Studienordnungen der TU Dortmund ist das Recht auf Nachteilsausgleiche verankert.
Für die Beantragung eines Nachteilsausgleiches wird eine aktuelle (nicht älter als sechs Monate) Bescheinigung über die chronische Erkrankung / Behinderung benötigt, die von einem Facharzt / einer Fachärztin oder einem Psychologischen Psychotherapeuten / einer Psychologischen Psychotherapeutin ausgestellt ist.

Herausforderungen im Studium mit einer AD(H)S

Neben der allgemeinen Tagesstruktur sind unregelmäßige Vorlesungszeiten, volle Hörsäle, enge Prüfungszeiträume und zum Teil tagesfüllendes und vor allem selbstständiges Lernen eine Herausforderung für Studierende mit einer AD(H)S.
Anders als zur Schulzeit muss die Motivation, sich für bestimmte Inhalte zu interessieren und dafür zu lernen, über ein ganzes Semester aufrecht erhalten werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Motivation für einen bestimmten Studiengang bei Studienaufnahme gut zu überprüfen.
Während des Studiums können unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden, um Herausforderungen zu bewältigen. Die freie Zeiteinteilung bietet die Möglichkeit, im eigenen Rhythmus zu studieren, Aufmerksamkeitsspitzen zu nutzen.

Es gibt unterschiedliche Ansichten dazu, ob bei Vorliegen einer AD(H)S eine Nachteilsausgleich gewährt wird.
Einerseits gilt die AD(H)S als Teilleistungsstörung, und dafür kann ein Nachteilsausgleich geltend gemacht werden.
2007 gab es aber ein Urteil vom Verwaltungsgericht Freiburg. Danach zählt die AD(H)S nicht zu den chronischen Erkrankungen, die durch einen Nachteilsausgleich kompensiert werden kann: „Es handelt sich um ein Dauerleiden, das als persönlichkeitsbedingte Eigenschaft die Leistungsfähigkeit des Prüflings dauerhaft prägt und nicht durch den Einsatz von Hilfsmitteln ausgeglichen werden kann. ADHS/ADS rechtfertigt daher im Juristischen Staatsexamen keine Verlängerung der Bearbeitungszeit im Wege des Nachteilsausgleichs“ (Beschluss Az. 2 K 1667/07VG Freiburg, 30. August 2007). Die Leistungsfähigkeit darf also nicht durch persönlichkeitsinnewohnende Faktoren generell gemindert sein.

Oft geht die AD(H)S einher mit einer eine zusätzliche chronische Erkrankung, z.B. eine Depression oder eine Zwangsstörung. Nachteilsausgleiche, die auf diese chronische Erkrankung bezogen sind, können natürlich beantragt werden.

Unterstützung gibt es auf folgenden Ebenen:

  • Erlernen von Strategien, um Alltag und Studium besser organisieren zu können
  • Benutzung von Technologie, um die Aufmerksamkeit besser steuern zu können: An der TU kann eine FM-Anlage (Frequenzmodulation) ausgeliehen werden. Dabei trägt ein Dozierender ein Mikrophon und der / die Studierende kann über einen Kopfhörer die Stimme des Dozierenden deutlicher wahrnehmen. In einigen Hörsälen in der Emil-Figge-Straße ist eine App installiert, die jede*r sich runterladen kann, mit deren Hilfe derselbe Effekt entsteht. Genaueres dazu kann beim ITMC erfragt werden.
  • Einzelberatung
  • Austausch in einer Gruppe von Studierenden mit einer AD(H)S


Da Studierende eine Vielzahl sehr verschiedene Schwierigkeiten haben, wird eine Beratung durch DoBuS sich lohnen, um heraus zu finden, ob und wie ein Nachteilsausgleich geltend gemacht werden kann.

Bei Beratungsbedarf wenden Sie sich bitte an Dr. Claudia Schmidt.



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Kontakt

Dr. Claudia Schmidt
Tel.: 0231 755-8047