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Nachteilsausgleiche in Klausuren

Nachteilsausgleiche in Klausuren für blinde und sehbehinderte Studierende

Im Folgenden wird das Vorgehen zur Verwirklichung des Anspruchs blinder und sehbehinderter Studierender auf einen Nachteilsausgleich in Klausuren beschrieben. Daran sind drei Akteure beteiligt. Jeder Akteur nimmt die seiner Rolle entsprechende Verantwortung wahr. Damit das Verfahren im Interesse der sehgeschädigten Studierenden reibungslos funktioniert, kooperieren die Akteure miteinander kooperieren und sprechen sich untereinander ab. Das Verfahren soll sehbehinderte und blinde Studierende so wenig wie möglich belasten. Andernfalls würde ihnen eine Barriere in den Weg gestellt. Das Verfahren wurde erprobt und hat sich gut bewährt.

Erster Akteur sind Studierende, die einen Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen möchten. Sie müssen

  1. den Klausurstellern und -stellerinnen mitteilen, dass sie ihren Anspruch auf einen Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen möchten. Sie sollten die Klausursteller und ‑stellerinnen ferner bitten, Kontakt zum Umsetzungsdienst (UD) aufzunehmen, um die Einzelheiten des Vorgehens abzusprechen;
  2. dem Umsetzungsdienst einmalig den Bescheid über die Bewilligung ihres Antrags auf Nachteilsausgleich vorlegen;
  3. den Umsetzungsdienst von der die Art ihres Nachteilsausgleichs in Kenntnis setzen. Falls z. B. die Adaption einer Klausur Bestandteil des Nachteilsausgleichs ist, besprechen Sie mit dem UD die gewünschte Form der Adaption, z. B.:
    • Wie sollen Ankreuz-Kästchen in multiple choice-Klausuren umgesetzt werden?
    • Sollen Fragen nummeriert werden?
    • In welcher Form?
    • Sollen Fragen eventuell als Überschrift formatiert werden, damit sie mit Jaws besser gefunden werden können?
    • Wie sollen Tabellen adaptiert werden?
    • Wie sollen Formeln adaptiert werden?
  4. dem Umsetzungsdienst die Informationen zur Verfügung stellen, die er zur Verwirklichung des Nachteilsausgleichsanspruchs benötigt. Dazu zählen z. B. Angaben über Datum und Uhrzeit einer Klausur, Namen der Lehrenden, benötigte Hilfsmittel oder gewünschter Arbeitsplatz im Arbeitsraum und Hilfsmittelpool für behinderte Studierende.

Zweiter Akteur sind die Lehrenden. Sie sind dafür verantwortlich, dass alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihrer Lehrveranstaltungen eine angebotene Klausur mitschreiben können. Falls der Nachteilsausgleich die Adaption einer Klausur durch den Umsetzungsdienst vorsieht oder die Verwendung von Hilfsmitteln, müssen sie mit DoBuS kooperieren.

Dritter Akteur ist der Umsetzungsdienst.

  1. Der UD schreibt rechtzeitig vor Beginn einer Klausurphase alle ihm bekannten sehbehinderten und blinden Studierenden an. Er erinnert sie erstens daran, den Lehrenden mitzuteilen, dass sie ihren Anspruch auf Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen möchten. Zweitens bittet der UD sie, ihm mitzuteilen, welche Klausuren sie bei welchen Lehrenden schreiben. Er fordert sie auf, ihm alle benötigten Informationen zuzusenden.
  2. Der UD schreibt die Klausursteller und -stellerinnen rechtzeitig an und informiert sie über das gesamte Prozedere. Je nach Art des Nachteilsausgleichs
    • bittet er sie um Zusendung der Klausur zwecks Adaption, adaptiert sie und sendet die adaptierte Fassung rechtzeitig an sie zurück;
    • macht er sie auf Aufgaben aufmerksam, die u. U. nicht adaptiert werden können (z. B. komplexe Grafiken). In solchen Fällen kann er Lehrenden ggfls. bei der Erstellung einer anderen, gleichwertigen und nicht visuellen Aufgabenstellung unterstützen;
    • teilt er ihnen mit, dass die Klausur ggfls. an einem bestimmten Arbeitsplatz oder unter Verwendung eines bestimmten Hilfsmittels im Arbeitsraum für behinderte Studierende geschrieben wird.
  3. Der UD adaptiert ggfls. die Klausur, reserviert einen Arbeitsplatz im Arbeitsraum für behinderte Studierende und sorgt dafür, dass der Zugang zum Arbeitsraum für behinderte Studierende gewährleistet ist.

Damit das Verfahren reibungslos funktionieren kann, müssen die Akteure gewisse zeitliche Bedingungen einhalten. Der UD schreibt die in Frage kommenden Studierenden, soweit sie ihm bekannt sind, etwa vier bis sechs Wochen vor Beginn einer Klausurphase an. Sobald die von den Studierenden benötigten Angaben vorliegen, schreibt er die Klausursteller und -stellerinnen an. Er versucht, dies mindestens vier Wochen vor dem Klausurtermin zu bewerkstelligen. Er bittet die Lehrenden, ihm Klausuren, die adaptiert werden sollen, mindestens 14 Tage vor dem Klausurtermin zu übersenden, denn wegen des hohen Arbeitsaufkommens und des umfangreichen Organisationsaufwandes könnte eine rechtzeitige Adaption andernfalls gefährdet sein. Falls die Adaption einer Klausur durch den Umsetzungsdienst nicht Bestandteil des Nachteilsausgleichs ist, sondern von den Lehrenden selbst übernommen wurde, kann der Umsetzungsdienst anbieten, die Qualität der Adaption zu prüfen und ggfls. eine Rückmeldung zu geben. Dafür benötigt der UD die adaptierte Klausur mindestens eine Woche vor dem Klausurtermin.