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NOVA.PE

Innovierung der Personalentwicklung von KMU in industriellen Ballungsräumen

Damit das Wissen nicht in Rente geht

Im Projekt Nova.PE geht es darum, eine neue Personalentwicklungsstrategie für KMU zu entwerfen und in einzelnen Unternehmen zu implementieren. Im Mittelpunkt steht der wechselseitige Wissensaustausch zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern. Ältere Mitarbeiter haben in der Regel mehr Erfahrungswissen, jüngere Mitarbeiter bringen "neues" Wissen aus ihrer Ausbildung mit.

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Vorgehen im Teilprojekt IT-gestütztes Wissensmanagement

Das von mir betreute Teilprojekt wird sich mit IT-gestütztem Wissensmanagement beschäftigen. Es hat zum Ziel geeignete Wissensmanagementlösungen für die Bewahrung des Wissens älterer Arbeitnehmer zu etablieren. Dabei geht es um Wissen, das in den Arbeitsprozessen entsteht und in ihnen benötigt wird. Wissen soll nachhaltig im Unternehmen zur Verfügung stehen und schnell auffindbar sein.

Als technische Plattform wurde das Wissensmanagementsystem Knowledge Cafe ausgewählt. Hierüber können Mitarbeiter ihre Informationen und ihr Wissen wechselseitig austauschen.

Das Vorgehen zur Einführung des Wissensmanagementsystems orientiert sich an dem „Europäischen Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement“ (CEN/ISSS 2004).

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Schwerpunkt

Der Schwerpunkt liegt auf der Erarbeitung und Strukturierung der relevanten Inhalte eines Pilotbereiches. Die Erfahrung zeigt, dass gerade in KMUs noch wenig dokumentiert ist. In Arbeitsgruppen, die sich aus Wissensgebern, potentiellen Wissensnehmern und weiteren Beteiligtem am Arbeitsprozess zusammensetzen, wird entlang des Arbeitsprozesses geschaut, welches Wissen der Wissensgeber notwendig ist. Hierfür werden verschiedene Methoden eingesetzt: Moderation, seeme , eine soziotechnische Methode, die am Bochumer Institut für Arbeitswissenschaften entwickelt wurde, teilnehmende Beobachtung. Die Aufnahme der Gespräche und anschließende Verschriftung tragen zu einem hohen Verständnis der Prozesse und benötigten Informationen bei. Denn jedes beteiligte Unternehmen hat eine eigene Terminologie, Fachkultur und spezifische Abläufe, in die sich alle Beteiligten, auch die wissenschaftliche Begleitung, eindenken müssen.

Im Verlauf von 6 Projektgruppensitzungen, von jeweils 2-stündiger Dauer, sind die Voraussetzungen geschaffen, um das Wissensmanagementsystem mit ersten Ergebnissen zu füllen. Entlang eines thematisch organisierten Glossars werden die dokumentierten Informationen gespeichert und zugeordnet.

Während also Aufgabe der Projektgruppe ist, in einem Pilotbereich exemplarisch Wissen zu generieren, zu explizieren und zu strukturieren, hilft das Wissensmanagementsystem, dieses Wissen für das Unternehmen zugänglich zu machen, indem es angemessen dargestellt, über hilfreiche Suchfunktionen schnell gefunden und anderen zur Verfügung gestellt wird.

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Teilnehmende Firmen

An dem Teilprojekt sind zurzeit folgende Firmen beteiligt:

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Novape06

Novape07

STANDORT HAMMM

STANDORT SIEGEN

 

Nutzen für die teilnehmenden Firmen

Der Nutzen des Projektes besteht in folgenden Ergebnissen:

  • Wissen wird erhoben. Semistrukturierte, grafische Modelle, mit denen sich die Mitarbeiter gut identifizieren können, werden in Workshops erarbeitet. Sie veranschaulichen die Aufgaben und das hierzu notwendige Wissen der Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter oder Kolleginnen und Kollegen aus andern Bereichen können darauf zugreifen und sich schnell einen Überblick verschaffen. Die Erarbeitung der Prozessmodelle führt nicht nur zu einer Klärung über notwendiges Wissen sondern auf zur Schärfung verschiedener Begriffe, die synonym nebeneinander verwendet werden.
  • Auch Wissen, das in der Projektgruppe zunächst als implizit eingestuft wird („das mache ich intuitiv“), kann zum Teil expliziert werden.
  • Jüngere und weniger erfahrene Mitarbeiter lernen von Älteren mit mehr Erfahrung.

Das Projekt gibt den Anstoß für eine kontinuierliche Kommunikation und den Austausch über anstehende Ziele, Herausforderungen und Problemstellungen.

 

Worauf ist zu achten

Die Erfahrung im Projekt zeigt, dass das Thema Wissensmanagement für KMU noch sehr abstrakt ist. Der Kontakt zwischen den Mitarbeitern ist eher direkt und informell. Sie sind es wenig gewohnt, Wissen zu dokumentieren und Informationstechnologie zur Speicherung und Suche von Informationen zu nutzen. Die Anknüpfungspunkte für eine Wissensmanagementlösung sind daher nicht aus dem Arbeitsalltag heraus offensichtlich. Der branchenfremde Wissensingenieur steht daher – sofern er als Berater von außen kommt – in dieser Konstellation mit ausscheidenden älteren Experten vor einer besonderen Herausforderung, die in der Reflexion der Wissensmanagementpraxis bisher nicht ausreichend thematisiert wurde.

Es zeigt sich, dass die Erhebung und Explizierung des Wissens erfahrener Mitarbeiter sehr diskussions- und daher zeitintensiv ist – nicht zuletzt auch deshalb, weil eine Fülle von Details und Erlebnissen angesprochen werden, die verdichtet werden müssen. Es ist daher empfehlenswert – im Unterschied zu Wissensmanagementprojekten, die vorrangig an bereits vorhandene elektronische Dokumente anknüpfen –, ausreichend Ressourcen für das Knowledge Engineering vorzusehen.

 

Bearbeitet wurde das Projekt von

Dipl. Informatikerin & Dipl. Pädagogin

Gila Brandt-Herrmann

 

Mehr zu Nova.PE auf der Projekt-Homepage.

Dieses Projekt führe ich zusammen mit Prof. Dr. Heiner Minssen , der bkp-Beratergruppe sowie ZWAR durch.