Im April 2009 startete eine berufsbegleitende Weiterbildung zu hochschuldidaktischen Multiplikatoren bzw. Moderatoren. Ziel der Weiterbildung war die Qualifizierung von Lehrenden zur Durchführung hochschuldidaktischer Workshops, und zwar insbesondere im Bereich des Basismoduls der hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogramme.
Der Hintergrund: Seit Jahren steigt die Nachfrage nach hochschuldidaktischer Qualifizierung, und in der Folge wächst auch der Bedarf an hochschuldidaktisch qualifizierten Personen, die für unterschiedliche Zielgruppen von Lehrenden Workshops durchführen oder auch individuelle Beratung und Unterstützung anbieten. Gleichzeitig gibt es jedoch weiterhin zu wenig einschlägig qualifizierte hochschuldidaktische Moderatoren und nur vereinzelte Möglichkeiten einer systematischen Weiterbildung für diese Aufgaben.
Das Interesse von Lehrenden und Hochschulen an einer berufsbegleitend realisierbaren Multiplikatoren-Weiterbildung wird aktuell durch Vorhaben einzelner Hochschulen noch gesteigert, einen Pool "eigener" entsprechend qualifizierter Lehrender zu bilden, der den Aufbau eines internen Hochschuldidaktik-Angebots unterstützen kann. Ein entsprechendes Modell haben beispielsweise die Universität Paderborn und die Fachhochschule Friedberg erfolgreich verwirklicht.
Die von Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Wildt (Hochschuldidaktisches Zentrum Dortmund) und Martin Mürmann (Hochschuldidaktik Uni Paderborn und Uni Kassel) konzipierte und auf etwa ein Jahr angelegte Multiplikatoren-Weiterbildung beruhte auf Erfahrungen mit dem Pilotprojekt "HDMod" in Dortmund, dem Projekt "Paderborn Academic Development" (P.A.D.) an der Universität Paderborn und dem "Academic Development" (AD'ler) mit dem Schwerpunkt auf hessischen Hochschulen. Sie richtete sich an Hochschullehrende (aller Fächer und aller Statusgruppen) mit hochschuldidaktischen Vorkenntnissen.
Mit den Interessentinnen und Interessenten werden im Vorfeld in persönlichen Gesprächen die individuellen Voraussetzungen und gegenseitigen Erwartungen geklärt, um eine möglichst gute Passung zwischen dem Konzept der Weiterbildung und den Bedürfnissen und Wünschen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewährleisten. Das Konzept kann zudem - sofern eine Hochschule ein entsprechendes Interesse bekundet und sich entsprechend engagieren will - auf besondere Bedingungen und Interessen eines Hochschulstandorts hin zugeschnitten werden. In einem solchen Fall kann die Multiplikatoren-Weiterbildung eine Unterstützung beim Aufbau und der (Weiter-)Entwicklung eines Hochschuldidaktik-Programms darstellen.
Die Weiterbildung begann im April 2009 mit einem dreitägigen Startworkshop (17.-19.4.2009), es folgten im Abstand von etwa zwei Monaten fünf weitere, in der Regel zweitägige Workshops (11./12.6.; 30./31.7. und 6./7.11. 2009 sowie am 15./16.01.2010 und 11.-13.03.2010). Die Weiterbildung umfasste zudem die Durchführung eines eigenen Praxisworkshops (im Tandem).
Die Teilnahmekosten beliefen sich auf 2.700,- €. Angestrebt wurde - wie bei den beiden vorigen Multiplikatoren-Weiterbildungen - die Kostenübernahme (oder zumindest -beteiligung) durch die entsendende Hochschule.
Die Promotionsphase ist im Bologna-Prozess der dritte Zyklus der wissenschaftlichen Ausbildung. Über die Promotionen fördert die Technische Universität den wissenschaftlichen Nachwuchs, steuert die Forschung und wirbt Mittel ein.
Die Promotionsbetreuung ist ein wichtiger Aspekt der Nachwuchsförderung im ehemaligen HDZ. Neben der nach wie vor stattfindenden
individuellen Betreuung Promovierender förderte das HDZ den wissenschaftlichen Nachwuchs auch durch die Einrichtung von Promotions- / Graduiertenkollegs und die Unterstützung des Graduiertennetzwerks der Fakultäten 12-16:
- Das Promotionskolleg "Wissensmanagement und Selbstorganisation im Kontext hochschulischer Lehr- und Lernprozesse" wurde von der Hans-Böckler-Stiftung 2001 für zunächst drei Jahre gefördert. Ab dem 1.1.2005 wurde die Förderung für weitere drei Jahre fortgesetzt.
- In den Jahren 1991-1999 fand die Nachwuchsförderung im Graduiertenkolleg "Geschlechterverhältnis und sozialer Wandel - Handlungsspielräume und Definitionsmacht von Frauen" statt. Das Graduiertenkolleg wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
- Von 2004 bis 2008 unterstützte das HDZ das "Graduiertennetzwerk der Promovierenden der Fakultäten 12-16" durch Workshops und Seminare. Das Graduiertennetzwerk diente der Vernetzung und Unterstützung der Promovierenden der Sozial-, Kultur-, und Geisteswissenschaften der Technischen Universität Dortmund.
Das am ehemaligen HDZ angesiedelte Projekt HDMod
(Berufsbegleitende Weiterbildung für die hochschuldidaktische Moderation) wurde im Rahmen des Aktionsprogramms "Qualität der Lehre" vom Wissenschaftsministerium des Landes Nordhrein-Westfalen von 1998 bis 2001 gefördert. Ziel war es, die hochschuldidaktische Qualifizierung systematisch voranzutreiben und gleichzeitig Strategien zur Professionalisierung der Hochschuldidaktik zu entwickeln, um so eine nachhaltige Förderung der Qualität der Lehre zu gewährleisten.
Das Projekt war konzipiert als Weiterbildungsprojekt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich als Moderatorinnen und Moderatoren für die hochschuldidaktische Weiterbildung von Lehrenden qualifizieren wollten. Während der zweijährigen Projektlaufzeit wurde ein breit gefächertes Curriculum behandelt. Die Besonderheit des Projektes lag in seinem ’train-the-trainer’-Konzept, das die TeilnehmerInnen nicht nur in den genannten hochschuldidaktischen Themenfeldern fortbildete, sondern sie auch selbst zum Konzipieren, Durchführen und Evaluieren entsprechender Fortbildungsveranstaltungen qualifizierte. Das Projekt arbeitete zu diesem Zweck mit vier in sich verzahnten Weiterbildungsmodulen:
- Zentrale Weiterbildungsworkshops: Im Rahmen der 17 zwei- bis dreitägigen Weiterbildungsworkshops wurde sowohl ein theoretisches Orientierungswissen vermittelt bzw. vorhandene Kenntnisse vertieft als auch das Handlungsrepertoire erweitert.
- Experimentelle Lehrpraxis: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erprobten die in den zentralen Weiterbildungsworkshops behandelten Themen und angewandten Methoden in ihren eigenen Lehrveranstaltungen, um die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen durch Praxiserfahrungen zu fundieren und zu erweitern.
- Experimentelle Praxisworkshops: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer führten im Projektzusammenhang mindestens zwei hochschuldidaktische Workshops für Lehrende durch, die sie selbständig konzipierten, durchführten, evaluierten und reflektierend in einer Dokumentationsmappe festhielten.
- Supervision: Sowohl die experimentellen Lehrveranstaltungen für Studierende als auch die hochschuldidaktischen Praxisworkshops für Lehrende wurden supervidiert.
Die Weiterbildung schloss für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Zertifikat ab.