Isa Jahnke: Dissertation
Jahnke, Isa (2006): Dynamik sozialer Rollen beim Wissensmanagement. Soziotechnische Anforderungen an Communities und Organisationen. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. Dissertation.
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  • Die Dissertation liefert Erkenntnisse zum technologisch-unterstützten Wissensaustausch von Akteuren in komplexen, dynamischen Rollen in der Universität
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Auszug aus dem Geleitwort
von Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel, TU Dortmund
"Als Akteure ohne Drehbuch müssen sich Studienanfänger/innen im universitären Informationsdschungel zurechtfinden. Aber gerade ein solches Drehbuch hat Isa Jahnke mit ihrer innovativen Rollenanalyse zur institutionellen Studienberatung verfasst. Am Beispiel einer studentischen virtuellen Community (Inpud) hat sie diese soziotechnisch vermittelte Realitätsebene und neue Form von ‚Vergemein­schaftung’ in ihren Funktionen und Rahmenbedingungen genauer analysiert. Theoriegeleitet und doch wohltuend konkret liefert sie damit einen Beitrag zur uni­versi­tären Organisationsentwicklung und Kommunikationskultur.
Untersuchungsgegenstand ist der Wissensaustausch real verteilten Wissens über ver­schiedene Orte hinweg, ein Informationsaustausch, der technisch-vermittelt kommuniziert wird und unterschiedliche Wissensflüsse zusammenbringt, die der Stu­dierenden untereinander sowie bspw. zwischen Studienfachberatung und Prü­fungsamt. Es handelt sich somit um eine interdisziplinäre Arbeit an einer Schnitt­stelle zwischen Soziologie, Kommunikations- und Technikwissenschaft.
Eine wahre Freude ist es, mit welcher Souveränität Isa Jahnke den rollenübergreifenden Wissens­austauschprozess, Vermittlung und Aneignung von Wissen der Akteure in ihren verschiedenen Rollen, rekonstruiert und zu neuen Erkenntnissen kommt. Wie Wissensaustauschprozesse als kommunikative, technisch unterstützte Prozesse effektiv mit Wissensvermittlung und –aneignung zu verbinden sind, um für Studierende transparent zu sein, exemplifiziert sie am gewählten Beispiel mithilfe des Rollen-Ansatzes. Dieser ermöglicht es, Strukturen und Prozesse personenunab­hängig zu untersuchen. (....)
Rollen sind kontextabhängig, somit system­relativ. Die Leistung eines gut funktionierenden soziotechnischen Systems liegt gerade darin, implizit vorhandenes Wissen explizit machen zu müssen. Erst diese kontextuelle Einbindung von Informationen ermöglicht Lernen, das als Über­gang von Information zu Wissen und zum Verstehen (als dritte Selektionsleistung) für rollenübergreifende Wissensaustauschprozesse zu differenzieren ist, vor allem in Organisationen, die neben den formalen auch informelle Strukturen ausgebildet haben, in denen Communities große Relevanz haben. (....)
Einige Befunde mögen den Leser neugierig machen: Rollenänderung erfolgt vor allem durch Kultivierung von Communities und informelle Kommunikation, wobei homo­gene und heterogene Gruppen zu unterscheiden sind. „In homogenen Gruppen (Studierende) ist ein Vertrauensvorschuss bei der Community Kultivierung vorhan­den, in heterogenen Gruppen (bspw. verschiedene Rolleninhaber/innen in hier­archisch strukturierten Abhängigkeitsverhältnissen im Arbeitskontext) sind ver­trauensbildende Maßnahmen notwendig, um einen gemeinsamen rollenübergreifen­den Wissensaustausch zu kultivieren“ (S. 194) und „je mehr die Perspek­tiven­übernahme unterstützt wird, desto erfolgreicher ist ein Wissens­austausch der Be­teiligten, wobei Meta-Wissen wichtig ist“ (S. 199).
Ein Vorteil technisch unter­stützter Communities ist neben ihrer großen Erreichbarkeit und Ortsunab­hängigkeit die Herstellung sozialer Nähe, und somit ein Paradox: Die Technik er­möglicht aus der Distanz und ohne physische Präsenz eine soziale Online-Präsenz, die Vertrauen schaffen kann und informelle Kommunikation ermöglicht. Soziale Nähe herzustellen, ist gruppenabhängig. Bei den Uni-Rollen ergibt sie sich durch phy­sische Präsenz, während die Nutzung von technischen Systemen (noch) als Fremd­körper empfunden wird, wohingegen sie sich für Studierende auch durch eine virtuelle Community, in der gegenseitige Anerkennung ausgetauscht wird, herstellt. Zudem sind „Feedback-Mechanismen (…) als Wissensaustauschprozesse in einer soziotechnischen Community relativ leicht umsetzbar“ (S. 210) und je höher die Rollen­komplexität, desto mehr Meta-Wissen ist für den gemeinsamen Wissens­austausch erforderlich. (....)."

 

 
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